An der Einmündung des Heart Rivers in den Missouri gründete die US-Armee im Jahr 1872 das Fort McKeen, benannt nach Henry Boyd McKeen (1835-1864), einem Oberst der Nordstaaten, der in der Schlacht der Union gegen die Konföderierten bei Cold Harbor getötet wurde.
1872 waren die ersten Vermessungs- und Bautrupps der Northern Pacific Railroad in diesem Gebiet unterwegs, die den Gleisbau durch das nördliche Gebiet des Missouri vorbereiten sollten. Die vom Militär endsandten Infanterie-Kompanien waren zum Schutz dieser Bahnarbeiter gedacht.
1873 wurde der Name des Forts in Abraham Lincoln (1809-1865) geändert, um den ermordeten ehemaligen US-Präsidenten zu ehren. Gleich zu Beginn dieses Jahres bewilligte der Kongress die zusätzliche Stationierung von sechs Kompanien des 7. Kavallerie-Regimentes. Damit wurde das Fort mit einer Besatzung von 650 Soldaten das größte in den Northern Plains zu dieser Zeit. Auf einem Historical Marker wird die Geschichte hierzu erzählt.
Von den ehemals 78 Gebäuden des Forts sind teilweise Rekonstruktionen erstellt worden, sodass man heute im ehemaligen Bereich der Kavallerie (Cavalry Post) u.a. die Zentralkaserne, das Lagerhaus des Kommissars, den Getreidespeicher und die Ställe besichtigen kann.
Die Soldaten der Infanterie waren in einem mehrere hundert Meter entfernten Bereich des Forts auf einem Hügel (Infantry Post) untergebracht, das auf zwei Seiten von einer Palisadenwand geschützt war, die jedoch aufgrund von Verrottung bereits 1873 wieder entfernt wurde.
Hier hat man im Jahr 1935 in Rekonstruktion drei große „Wachhäuser“ aufgestellt, um an die damalige Zeit zu erinnern und die Ecken des Areals aufzuzeigen. Auch wurden wieder Palisadenwände erstellt. Diese wurden aber auch recht bald wieder wegen Instabilität und Verrottung abgebaut.
Wachposten im "Infantry Post" Fort Abraham Lincoln Foto: Museum Fort Lincoln |
Nachbau von 1935 |
Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf den Missouri-River und die Städte Bismarck sowie Mandan, wenn es mal nicht extrem diesig ist.
Aber auch die Soldaten genossen den Ausblick |
Neben dem „Infantry Post“ befindet sich auch der kleine ehemalige Friedhof, der „Post Cemetery“. Mit der Aufgabe des Forts wurden alle hier Bestatteten umgebettet.
Der erste Kommandeur dieser Festung war von 1873 bis 1876 George Armstrong Custer (1839-1876), der in der Schlacht am Little Big Horn von den Sioux getötet wurde. Während seiner hiesigen Dienstzeit lebte seine Ehefrau Elizabeth Bacon Custer (1842-1933) mit ihm im sogenannten Quartier des Kommandanten, dessen Nachbau man heute mit Führungen besichtigen kann.
George Armstrong Custer + Elizabeth Bacon Custer Foto: Museum Fort Lincoln |
Rekonstruktion aus dem Jahe 1989 |
Nachdem die Eisenbahn Richtung Montana fertiggestellt war, verlor das Fort zusehends an Bedeutung und wurde 1891 stillgelegt.
Das Gelände des ehemaligen Forts wurde 1907 zum „Fort Abraham Lincoln State Park“ erklärt. Es gibt Hütten, Campingplätze und Angelmöglichkeiten direkt am Heart River und am Missouri. Des Weiteren hat man ein Besucherzentrum eingerichtet, das in einem Museum u.a. eine ausgezeichnete Ausstellung zu den Mandan-Stämmen zeigt.
Quellen und weiterführende Informationen:
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