Auch in diesem Jahr planten wir nach einem ersten Besuch im Jahr 2024 einen „Tripp nach Valdez" an der Pazifikküste. Die Region um Valdez wird „Land der Wasserfälle“ genannt und das können wir nur bestätigen.
Schon zwanzig Kilometer bevor wir Valdez selbst erreichten, passierten wir den Keystone Canyon mit u.a. zwei beeindruckenden Wasserfällen, den Bridal Veil Falls und den Horsetail Falls. Die fast fünf Kilometer lange, ziemlich enge Schlucht wurde einst von dem Lowe River durch den Fels gegraben. Die steilen Felswände im Keystone Canyon ragen teilweise senkrecht über 200 Meter in die Höhe.
Der 45 Kilometer lange Lowe River entspringt in den benachbarten Chugach Mountains und mündet bei Valdez in den Pazifik. Die rund 400 Kilometer lange und durchschnittlich 100 Kilometer breite Bergkette der Chugach Mountains erstreckt sich überwiegend direkt an der Küste und ist stark vergletschert.
Heute führt der Richardson Highway durch die Schlucht und wir unterhielten uns bei der Durchfahrt darüber, dass man so selbstverständlich auf dieser Straße unterwegs ist, dabei wurde hier eine erste „Wagon-Road“ erst im Jahr 1898 während einer militärischen Expedition unter Leitung von William Abercrombie (1857-1943) angelegt.
Der über 180 Meter hohe Bridal Veil Falls gilt als der höchste Wasserfall in Alaska, der direkt neben einer Straße liegt. Er gefriert im Winter in mehreren Kaskaden komplett durch. Wir hatten davon schon viele Fotografien gesehen und stellten uns dieses Bild des gefrorenen Wasserfalls schon recht imposant vor.
Auch der nächste Wasserfall in der Schlucht gefriert im Winter zu dicken Eiswänden. Die fast 100 Meter hohen Horsetail Falls stürzen allerdings nicht senkrecht, sondern leicht schräg die Felswand hinab.
Abgesehen von diesen beiden bekannten Wasserfällen konnten wir, im Hafen von Valdez stehend, mehrere über die Berghänge hinter dem Ort herab rauschende Wasserfälle beobachten – teilweise über mehr als 100 Meter. Besonders schön fanden wir beispielsweise auch die knapp 50 Meter hohen Crooked Creek Falls direkt am Stadtrand von Valdez hinter der Informationshütte des U.S. Forest Service und die fast 60 Meter hohen Solomon Gulch Falls direkt gegenüber den Lachszucht-Station „Solomon Gulch Hatchery“, die sich gegenüber der Stadt Valdez am Port of Valdez befindet.
Wir stellten uns die Frage, warum es hier so viele Wasserfälle gibt? Im Visitor Center bekamen wir erklärt, dass in der Region im Winter enorme Schneemengen auf die steilen Küstenberge der hiesigen Chugach Mountains mit seinen zahlreichen Steilhängen fallen – durchschnittlich bis acht Meter Schnee im Jahr. Im Frühjahr steigen die Temperaturen durch die Küstennähe jedoch sehr schnell und der Schnee schmilzt in kürzester Zeit. So werden die zahlreichen Wasserfälle insbesondere im Frühsommer gespeist.
| Niederschlag, schmelzenden Gletscher und tauende Schneefelder speisen die Wasserfälle |
