Den kleinen Ort Stewart ↗ besuchten wir im Jahr 2026 bereits zum vierten Mal und hatten auf unserem Besuchsprogramm dieses Mal einige Stellen, wo wir bisher noch nicht waren.
Unser erster angestrebter Besuch erwies sich als Reinfall. Wir wollten zur „Big Spruce“ von Stewart, einer 68 Meter hohen Sitka-Fichte mit einem Durchmesser von fast drei Metern am Rainey Creek Trailhead. Wir starteten auf dem Wanderweg, der eigentlich ohne große Steigungen leicht zu begehen ist.
| Trailbeginn mit bereits verblühtem Fireweed |
Anfangs dachten wir noch, nicht auf dem Holzweg zu sein!
Leider wurde der Weg immer nasser, und nach knapp fünfhundert Metern wurde er von dem benachbarten „Bächlein“ geflutet.
Während wir noch beratschlagten und eine Alternative durchs Gebüsch in Erwägung zogen, huschte just in dem Moment, als ich die Wegbeschaffenheit dokumentieren wollte, ein Marder durchs Bild.
Wir beschlossen dennoch umzudrehen. Die „Big Spruce“ wartet also weiter auf uns.
Danach entschieden wir uns für einen kleinen Ausflug zum Clements Lake. Dazu mussten wir etwa dreizehn Kilometer von Stewart aus Richtung Norden auf dem Highway 37 A bis zur Bitter Creek Bridge fahren und dann nach rechts abbiegend Richtung Ore Mountain noch weitere zwei Kilometer auf einer Schotterstraße durch den Wald. Der kleinere See liegt wunderschön im Wald und wir waren von der Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge des Bear River Valleys begeistert.
Zurück in Stewart stand ein Besuch des Stewart Historical Museums ↗ auf unserem Programm. Es befindet sich in einem historischen Gebäude von 1939, dem „Government Agent Building“.
Schwerpunktmäßig wird in diesem Museum auf die Bergbau-Geschichte, insbesondere auf die lokale Geschichte des Gold- und Silberbergbaus eingegangen. Man darf nicht vergessen, dass in Stewart heute noch um die 400 Personen leben, aber dass aufgrund des damaligen Goldrausches um die Jahrhundertwende von 1900 fast 10.000 Menschen den Ort bevölkerten. Neben einem originalen Gerichtssaal im Erdgeschoss fanden wir die Ausstellungen im Obergeschoss zur lokalen Tierwelt und zur regionalen Geschichte ebenfalls recht beeindruckend.
| Bartkauz (Strix nebulosa) auf einem verwitterten Holzstück |
| Wolf |
| Bärentatze |
Nach unserem Museumsbesuch unternahmen wir noch einen Spaziergang durch den hiesigen Regenwald, einem sogenannten „gemäßigten Küstenregenwald“, in der Nähe unseres Campingplatzes (Rainey Creek Campground). Er gehört zum „Great Bear Rainforest“ ↗, der sich durch die hohen jährlichen Niederschlagsmengen, das milde maritime Klima und den Stau-Effekt vor den Coast-Mountains entwickelt hat.
Überwiegend findet man hier einen dichten Nadelwald - wir konnten schöne Fotos von Moosen, Farnen und Flechten aufnehmen, die hier üppig gedeihen.