Samstag, 18. Juli 2026

Haines Junction und seine Kirchen

kurz vor Haines Junction
Kurz vor Haines Junction
HJ
Welcome to Haines Junction
An der Historic Mile 1016 des Alaska Highways befindet sich der Ort Haines Junction, direkt am Kreuzungspunkt des Alaska Highways und des Haines Highways gelegen. Westlich des Ortes erheben sich die gewaltigen, schneebedeckten Gipfel der St. Elias Mountains, dem Zentralgebirge des Kluane Nationalparks.
Haines Junction nennt sich dementsprechend auch „Tor zum Kluane Nationalpark“. Der „Tutchone“-Name des Ortes ist „Dakwakada“, was „hohes Lager / hohes Versteck“ bedeutet. Gleichzeitig kreuzten sich hier verschiedene Handelswege der First Nation. Heute ist Haines Junction der Verwaltungsort der Champagne und der Aishinik First Nations. Sie stellen etwa die Hälfte der Bevölkerung des Ortes, die insgesamt mit um die 850 Bewohner angegeben wird.
Am Ortseingang lädt das Kulturzentrum der First Nation, das Da Ky Culture Center (eröffnet 2012), zu einem informativen Besuch über die Lebensweise der Champagne und der Aishinik ein. Im Gebäude ist außerdem das Besucherzentrum für den Kluane Nationalpark untergebracht, das mit vielen Modellen und Medien über die Landschaft und die Natur der Kluane Ranges (Bergketten) und den Kluane Lake informiert.
Der heutige Ort Haines Junction entstand erst ab 1950 aus einem ehemaligen Versorgungs- und Bau-Camp des U.S.-Militärs aus dem Jahr 1942. Das Camp lag direkt am Ufer des hiesigen Dezadeash Rivers (Länge: 150 km), der im Dezadeash Lake entspringt, sich zwanzig Kilometer nach Haines Junction mit dem Kaskawulch River zum Alsek River vereint und in den Pazifik fließt.
Die wesentliche Bedeutung von Haines Junction ist in der Versorgung für die Durchfahrenden (Tanken, Essen, Schlafen) zu sehen und bietet ansonsten wenig Sehenswertes – außer natürlich der phänomenalen landschaftlichen Umgebung. 
Nett anzusehen in Haines Junction selbst ist ein über sieben Meter hohes Kunstwerk (1988 erbaut) in der Ortsmitte, das den offiziellen Namen „Village Monument“ trägt, von den Einheimischen aber lustigerweise als „The Animal Cupcake“ oder „The Muffin“ bezeichnet wird. Es zeigt einen Berghügel mit Wildtieren aus der Region. Entworfen wurde es von dem Künstler Chris Caldwell (*1958), der in Whitehorse lebt und für seine Bücher und Gemälde über den Norden Kanadas bekannt ist.
Muffin
Denkmal in Haines Junction
Desweiteren sind zwei Kirchen in Haines Junction sehr interessant. Die eine ist die St. Christopher’s Anglican Church, eine sogenannte „Log-Church“. Dies bedeutet, dass sie komplett aus Vollholz-Rundstämmen besteht.
church
kirche
St. Christopher´s Church in Haines Hunction
Nachdem das vorherige Kirchengebäude baufällig geworden war, erstellten lokale Handwerker in Eigenhilfe von 1987 bis 1991 diese interessante „Blockhütten-Kirche“ und verwendeten dabei einen völlig ungewöhnlichen achteckigen Grundriss.
Ein Stückchen weiter den Alaska Highway Richtung Whitehorse hinauf steht die zweite interessante Kirche. Es handelt sich um die katholische Kirche „Our Lady of the Way“. Die Kirche ist eine umgebaute Quonset-Hütte.
Our Lady of the Way
Our Lady of the Way
Our Lady of the Way
Nebengebäude und outhouse hinter der Kirche
"Our Lady of the Way"
Ursprünglich diente die Wellblechhütte bereits ab 1942 Soldaten der US-Armee während des Baus des Alaska Highways als Unterkunft. Im Jahr 1954 wurde sie dann zur eigentlichen Kirche umgebaut, u.a. wurden ein Turm und Fenster hinzugefügt. Quonset-Hütten sind Halbkreis- Bogenhallen aus Wellblech, gewissermaßen halbe Zylinder, die nach ihrem ersten Herstellungsort in Quonset Point / Rhode Island benannt wurden.
Our Lady of the Way
Blick vom Eingang Richtung Alter
Our Lady of the Way
Blick auf den Eingangsbereich der Kirche
"Our Lady of the Way"
1954 kamen zwei Patres der katholischen Ordensgemeinschaft der „Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria“, Pater E. Morisset und Pater F. VanRooy, auf die Idee, die Quonset-Hütte als ein Gottesdienstgebäude zu nutzen. Mit freiwilligen Helfern aus dem Highway Maintenance Camp in Haines Junction wurde die Hütte zunächst der Länge nach halbiert und zwischen den beiden Hälften wurden Fenster eingesetzt und es wurde ein Turm hinzugefügt. Die Inneneinrichtung (Bänke) und beispielsweise die Kirchenglocke sind Spenden von Gemeinden benachbarter Städte, wie aus Haines in Alaska oder aus Elsa, einer aufgegebenen Bergarbeiterstadt im Nordosten des Yukon Territory. Wenn man in dem außergewöhnlichen Kirchlein sitzt, spürt man die Einmaligkeit dieses Ortes und man fühlt sich wohl. Natürlich haben nur wenige Besucher Platz, aber auch heute können sie hier an Gottesdiensten teilnehmen oder der Kirche einen kleinen Besuch abstatten.

Unseren Besuch in Haines Junction im Jahr 2024 mit weiteren Bildern findet man hier.

Freitag, 17. Juli 2026

Ausflug zu den Otter Falls

An der Historic Mile 995 des Alaska Highways zweigt in nördlicher Richtung die Aishihik Lake Road ab. Es handelt sich um eine nicht asphaltierte Schotterstraße, die nach etwa 120 Kilometern die kleine Siedlung Aishihik erreicht.
kein service
Da wir den Otter Falls am Aishihik River einen Besuch abstatten wollten, befuhren wir diese Straße allerdings nur für dreißig Kilometer und waren für das trockene sonnige Wetter sehr dankbar, weil wir diese Straße mit dem Wohnmobil bei nassem Wetter und stellenweise dann matschiger Straße nicht hätten befahren können. Außerdem wird die an die Otter Falls anschließende Straßenstrecke immer schlechter, die Schlaglöcher und Bodenwellen nehmen zu und bei Regenwetter hat man nahezu keine Bodenhaftung mehr. Andererseits ist die Landschaft unbeschreiblich schön. 
weite
Der Aishihik River
schotterstraße
Dieser Schotterstraße galt es zu folgen.
Nach kurzer Zeit schlängelt sich sie Straße malerisch durch eine unberührte Wildnis und in der Ferne ragen zahlreiche schneebedeckte Berge auf. Unendliche Wälder und zuweilen ein kleinerer Sumpfbereich erstrecken sich endlos bis zum Horizont. Ansonsten durchfuhren wir dichte Wälder.
schotterstrasse
brücke
Es galt kleinere Brücken zu überqueren,
Bruecke
bruecke
ehe man in zunehmend welligem Gelände "leicht" immer wieder bergauf fahren musste.
berghoch
hoch
Schließlich erreichten wir die Otter Falls, die in früheren Zeiten kanadaweit bekannt waren, weil ein Bild von ihnen ab 1954 die Rückseite des kanadischen 5-Dollar-Scheines zierte. 
5$
Die imposanten Otter Falls haben allerdings seit 1975 ihre ursprüngliche Erscheinung verloren. Damals wurde im Auftrag der Regierung des Yukon Territory ein Wasserkraftwerk erbaut, dass den Aishihik River als Kraftquelle nutzte und damit die Otter Falls aufgrund der Umleitung der ursprünglichen Wassermassen zu einem nur noch recht kleinen Wasserfall werden ließ. Betrieben wird das Wasserkraftwerk heute von Yukon Energy Corporation.
Wasserfall
Am Fuß des Wasserfalls
Wasserfall
Der Wasserfall zwischen den Steinen
Der Wasserfall
Der Wasserfall mit seinem (geringen) Ablauf
Der etwa 40 Kilometer lange Aishihik River entwässert den Aishihik Lake (Länge: 55 km, Breite: 6 km, Fläche: 145 km²) und mündet über den Dezadeash River in den wild fließenden Alsek River, der in den Pazifik fließt. 
stausee
Der Canyon Lake
Das Aishihik Wasserkraftwerk (Aishihik Generation Station) nutzt einen Kanal, in dem Wasser aus dem Aishihik Lake, dann über den Canyon Lake über einen Kilometer mit einem größeren Gefälle abgeleitet wird und so mehrere Turbinen in einem unterirdischen Krafthaus antreibt. Diese Turbinen erzeugen fast ein Viertel der im Yukon benötigten Strommenge (37 Megawatt). Durch den Kanal ist die ursprüngliche Fließkraft des Aishihik Rivers bis zu den Otter Falls im Vergleich zu früher abgeschwächt. Trotzdem sind die Otter Falls auch heute noch malerisch - und einsam!
regulierung
In der Mitte des Bildes befindet sich die Überlauf-Regulierung des Sees. Vorrang hat - wegen der Stromgewinnung - natürlich der Zufluß zu den Turbinen. Erst ein Überschuss an Wasser wird über den Wasserfall entwässert. Dieser kann somit mal mehr bzw. mal weniger Wasser führen.

Hinter den Otter Falls befindet sich eine kleine "Day Use Recreation Site", von der man Boote in den hiesigen Canyon Lake lassen kann (slippen). Der Canyon Lake schließt südlich an den Aishihik Lake an.
otter falls
Hinweisschild für die Raststation am See
Unsere Rückfahrt erwies sich erneut als sehr beeindruckend, weil uns die Umgebung durch die veränderten Lichtverhältnisse ganz andere Eindrücke als auf der Hinfahrt vermittelte.

Donnerstag, 16. Juli 2026

zur Canyon Creek Bridge

Unsere heutige Tagesetappe führte uns von Takhini Hotsprings zur Canyon Creek Bridge am Alaska Highway.
An diesem Tag fuhren wir zunächst für acht Kilometer auf der Takhini Hotsprings Road bis wir den North Klondike Highway (Yukon Highway 2) erreichten, um kurz danach Richtung Westen auf den Alaska Highway (Yukon Highway 1) abzubiegen. Vorher überquerten wir eine Brücke über den Takhini River, von der wir auf die malerischen Flussufer schauen konnten. Hohe Sandklippen und Dünenfelder erstrecken sich kilometerlang an den Ufern. Sie sind Relikte der Gletscherschmelze während der letzten Eiszeit vor mehr als 12.000 Jahren. Der über 215 Kilometer lange Takhini River entspringt im Kusawa Lake, fließt in östlicher Richtung und mündet schließlich in den Yukon River.
fluss
fluss
sandige ufer
Nach insgesamt 45 Kilometern entschieden wir uns für einen kurzen Zwischenstopp an der Mendenhall Landing am Takhini River. Dazu verließen wir den Alaska Highway für drei Kilometer in südlicher Richtung. An der Einmündung des Mendenhall Flusses (Länge: 95 Kilometer) in den Takhini River trafen sich Mitglieder der Southern Tutchone seit Jahrhunderten zum Fischen und zum Austausch von Waren. Ab 1903 errichtete die White Pass & Yukon Route einen Dampfschiffverkehr auf dem Takhini River, um im Rahmen des Kluane Gold Rush Goldsucher und ihr Material dorthin zu transportieren. Es entstand dort sogar eine kleine Siedlung (JoJo), die allerdings schon vor dem Bau des Alaska Highways verlassen wurde. Benannt wurden der Fluss und die ehemalige Siedlung nach dem amerikanischen Physiker; Kartografen und Meteorologen Thomas Mendenhall (1841-1924), der insbesondere für die exakte Vermessung der geografischen Grenze zwischen den USA und Kanada und den Aufbau des staatlichen amerikanischen Wetterdienstes bekannt ist.
einmündung
Einmündung des Mendenhall Rivers (braunes Wasser) 
in den Tahkini River (im Hintergrund mit blau-türkisem Wasser)
fluss
River
Auf unserer Weiterfahrt am Alaska Highway sahen wir diese Wildpferde.
pferde
Aber auch hin und wieder in den eher sumpfigen und wasserreichen Gegenden dann sogar Bieberbauten.
bieber
Nach insgesamt 130 Kilometern erreichten wir kurz hinter der Abzweigung zu den Otter Falls an der Historic Mile 996 die Canyon Creek Bridge, die über den Aishihik River führt. Hier gab es bereits seit 1904 eine einfache Holzbrücke zur Überquerung des Aishihik Rivers für die Goldsucher, die im Rahmen des Kluane Gold Rush unterwegs waren. Sie konnten nach der Brücke einen Überlandweg, die Kluane Wagon Road, nutzen. 1942 rekonstruierten die Ingenieure der U.S. Army im Rahmen des Baus des Alaska Highways die damals bereits zerfallene Holzbrücke.
bruecke
Old Kluane Wagon Road Bridge
Bruecke
Später entstand eine moderne Brücke seitlich davon am Alaska Highway, der gleichzeitig eine neue Straßenführung erfuhr.
1987 wurde die alte Brücke im Auftrag der Region des Yukon Territory erneut restauriert. Seit Jahren ist aber diese historische Brücke selbst für den Personenverkehr gesperrt.

Mittwoch, 15. Juli 2026

im Yukon Wildlife Preserve

Nachdem wir einen „Wellness-Tag“ bei strahlendem Sonnenschein in den Hot Pools der auf dem historischen Gelände der Takhini Hotsprings erbauten Anlage Eclipse Nordic Hotsprings ↗ verbracht hatten, stand ein Besuch des benachbarten Yukon Wildlife Preserves ↗ auf unserem Programm.
Hier führt ein 5 Kilometer langer Rundweg durch ein naturbelassenes Gelände auf einem Areal von über 280 Hektar (2.800.000 m²). Das Gelände gehört dem Yukon Territory und der Wildpark bzw. das Wildtierreservat werden von einer gemeinnützigen Organisation, der Yukon Wildlife Preserve Operating Society (YWPOS), ehrenamtlich betrieben.
YWP
Map
In dem Naturschutzgebiet leben in weitläufigen, natürlichen Gehegen mehr als zehn verschiedene Arten nordkanadischer Säugetiere, die im Yukon Territory beheimatet sind: Bisons (Woodbison), Caribous (Woodland Caribou), Elche (Moose), Rothirsche (Elk/Wapiti), Rotfüchse (Red Fox), Luchse (Canada Lynx), Schneeziegen (Mountain Goat), Moschusochsen (Musk Ox), Maultierhirsche (Mule Deer), Wildschafe (Thinhorn Sheep – Dall Sheep, Stone Sheep) und eine riesige Population von kanadischen „Erdhörnchen“ („arctic ground squirrels“). Der Park ist ganzjährig geöffnet und im Winter kann man den Rundweg mit Skiern oder Schlitten befahren.
Die Betreiber des Yukon Wildlife Preserve haben das Ziel, Natur- und Tierschutz so zu praktizieren, dass die Besucher bei ihrem Rundgang viel über die Lebensweise der Tiere lernen können, ohne die Tiere zu belästigen. Es wird übrigens neben dem Wildpark auch eine Auffangstation für verletzte Tiere betrieben und es werden Bildungsprogramme für Schüler und Studenten angeboten.
Der Wildpark entstand, als Danny Nowlan (1929-2011) das Gelände 1967 kaufte und es „Yukon Game Farm“ benannte. Er siedelte in dem Areal die ersten typischen Yukon-Säugetiere an und betrieb gleichzeitig noch eine größere Falknerei.
Einige seiner Falken verkaufte er angeblich zu hohen Preisen in die arabische Welt. Nach verschiedenen juristischen Problemen gab Danny Nowlan Mitte der 1980er Jahre die Falkenzucht auf, während der Wildpark zu einem immer größeren Besuchermagnet wurde.
1989 erhielt die Einrichtung durch die Nowlans ihren bis heute gültigen Namen. Ab 2001 bot die Familie Nowlan die Anlage zum Verkauf an, die schließlich im April 2004 von der Regierung des Yukon Territory erworben wurde.
Wir entschieden uns, den Park mit einer geführten zweistündigen Bus-Tour zu erkunden und bekamen so etliche Zusatzinformationen erzählt. Wir begannen bei den Waldbisons, die mit 16 erwachsenen und vier Jungtieren in einer ständigen Herde zusammenleben. Diese mächtigen Tiere (Bullen bis 950 kg, Kühe bis 600 kg) unterscheiden sich von dem Prärie-Bison durch einen höheren, weiter vorne liegenden Rückenhöcker und ein dunkleres Fell.
Waldbison
Waldbison
Waldbison
Weiter ging es beim Gehege der Mule Deer, der Maultierhirsche, die mit immerhin fast 30 Exemplaren zu bestaunen waren. Wir erfuhren, dass diese Tiere erst in den 1920er Jahren aus südlicheren Bereichen in den Yukon eingewandert sind. Durch ihre großen, maultierähnlichen Ohren und ihr weißes Hinterteil haben sie ein auffälliges Aussehen. Bei Gefahr fliehen sie in weiten, für sie typischen „Hüpf-Sprüngen“.
Muledeer
Gegenüberliegend konnten wir einer Herde Rothirsche beim Äsen zuschauen. Hierbei handelt es sich um ein männliches Tier mit über zehn weiblichen Tieren und Jungtieren. Der Wildpark hat weitere vier männliche Hirsche in einem anderen Gehege untergebracht, weil das Zusammenleben mehrerer Männchen nicht immer problemlos funktioniert. Wir wurden übrigens darüber aufgeklärt, dass es sich bei den „Elks“ und den „Wapitis“ um dieselben Tiere handelt, „Wapiti“ ist ein aus der Shawnee-Sprache übernommener Begriff.
elk
Elk
elk
Elk
Die Elche versteckten sich an diesem Tag in ihrem weitläufigen Gelände; zwei waren nur aus größerer Entfernung zu sehen, aber wir konnten im folgenden Gehege einige Moschusochsen aus nächster Nähe sehen. Die Population der Musk Ox in freier Wildbahn gilt als gefährdet, man geht davon aus, dass der Bestand geringer als 300 Tiere ist. Auch diese Tiere, die seit Urzeiten angepasst an das arktische Klima existieren, haben ein Gewicht bis 400 kg und beide Geschlechter tragen imposante, nach unten gebogene Hörner.
Musk ox
Beeindruckend fanden wir, dass wir eine Probe des Fells anfassen durften. Die Fellhaare der Moschusochsen sollen die wärmsten natürlichen Fasern sein und Wolle aus diesem Fell ist extrem teuer.
Fell
Die weitere Rundfahrt führte uns in ein gebirgiges Areal – zunächst zu den „Thinhorn Sheep“. Im Yukon Territory kommen keine Bighorn Sheep vor und werden dementsprechend im Yukon Wildlife Preserve auch nicht gehalten. Im Gelände leben weiße Dall Sheep und graubraune Stone Sheep zusammen. Häufig kommt es so zu gemischten Nachkommen, die den Namen „Fannin Sheep“ tragen. Sie zeigen Färbungen aus beiden Familien.
Sheep
Benachbart sind die Woodland Caribou untergebracht und zwar nur sieben Exemplare. Im Gegensatz zu den in großen Herden über weite Strecken wandernden arktischen Caribous leben die Woodland Caribous in kleinen Gruppen in borealen Wäldern und Sümpfen. Bei dieser Tierart tragen sowohl die Männchen als auch die Weibchen Geweihe. Die Tiere haben besonders breite, sichelförmige Hufe, die im Winter wie Schneeschuhe wirken und die sie zu guten Schwimmern machen. Der Bestand zählt als gefährdet.
Caribou
Woodland Caribou
In einem noch felsigeren Bereich waren die Mountain Goat oder Schneeziegen Zuhause, immerhin in einer Herde von fast zwanzig Tieren. Bei ihnen fiel vor allem der extreme Fellwechsel zum Sommerfell hin auf. Selten hatten wir so „zerrupfte“ Wesen gesehen. Eigentlich sind diese Tiere keine echten Ziegen, sondern sie sind eher mit den Antilopen verwandt. Auf jeden Fall sind sie begabte Kletterkünstler und haben eine riesige Sprungkraft.
Schneeziege
Bei den Gehegen von Luchs und Rotfuchs hatten wir kein Glück. Die eher nachtaktiven Tiere hatten wohl keine Lust auf Tageslicht und Besucher.
Abschließend möchten wir betonen, dass sich ein Besuch im Yukon Wildlife Reserve absolut lohnt – er ist lehrreich und ermöglicht beeindruckende Beobachtungen von weniger scheuen Tieren als in der freien Wildbahn.

Samstag, 11. Juli 2026

Von Carcross nach Whitehorse

Wir verließen Carcross und fuhren für etwas mehr als 70 Kilometer Richtung Norden auf dem South Klondike Highway, dem Yukon Highway 2, nach Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon Territory.
Nach knapp zwölf Kilometern erreichten wir den Emerald Lake, der bei den First Nations auch Rainbow Lake genannt wird. Der See entstand vor etwa 14.000 Jahren nach der letzten Gletscherschmelze. Auf dem Seegrund befindet sich eine weiße Sedimentschicht aus Ton und Calciumcarbonat, die Licht stark reflektiert. Durch diese Lichtreflexion nimmt man das Wasser dieses Sees je nach Sonneneinstrahlung intensiv grün wahr, vor allem in den seichten Bereichen der Uferregion. Glücklicherweise schien die Sonne bei unserer Ankuft ein wenig und so konnten wir die tolle smaragdgrüne Farbe insbesondere des Seeuferbereiches bewundern.
emerald-see
19 Kilometer vor den Innenstadt von Whitehorse trifft der South Klondike Highway auf den Alaska Highway, wo wir nach links Richtung Westen abbogen.
Willkommen
Die am Ufer des Yukon gelegene Stadt mit ihren zurzeit etwas mehr als 33.000 Einwohnern nennt sich selbst „Wilderness City“ und wurde 1897/98 während des Klondike Goldrausches gegründet. Wenn man berücksichtigt, dass im gesamten Yukon Territory knapp 48.000 Menschen wohnen, leben fast 70 Prozent der Bevölkerung in der Hauptstadt.
2 mile hill
Wir fuhren noch zum "Two Mile Hill" weiter, so genannt wegen dem Abstand von exakt zwei Meilen zur Innenstadt, um dort der Skulptur des „Whitehorse-Pferdes“ einen Besuch abzustatten. Das Pferd, aber auch der Name der Stadt selbst, stehen für die ehemaligen, heute „regulierten“ wilden Stromschnellen des Yukon Rivers. Die Wassermassen des Yukons, die sich durch eine enge Schlucht stürzten (Miles Canyon) ↗, sollen die damaligen Flussfahrer an die wallenden Mähnen wilder weißer Pferde erinnert haben.
Pferd
Pferd
Tafel
Die zwei Tonnen schwere und drei Meter hohe Metallskulptur wurde 2011 auf dem Two Mile Hill aufgestellt, von der lokalen Künstlerin Daphne Mennell ↗ entworfen und von dem Schweißer Roger Poole realisiert.
Dieses Duo ist übrigens auch für die Metallskulptur eines Caribous über dem Ortseingangsschild von Carcross verantwortlich.