Dienstag, 26. Mai 2026

Im Griffith Woods Park

Unser heutige Ausflug führte uns in einen Stadtpark im Südwesten von Calgary, der ein beliebter Ort zum Wandern ist. Er dient aber auch anderen Freizeit- und Erholungszwecken.
Griffith Woods
Im Herbst bieten die unterschiedlichen Sträuche und Bäume eine besondre Farbenvielfalt, im Frühjahr hingegen ist dieser Park farblich weniger attraktiv. 
Die Blüten des Löwenzahns waren der einzige ins Auge springende Blickfang. Es folgten die weißen Blüten der Felsenbirne. Die Blätter dieses Strauches färben sich im Herbst dunkelrot.
Felsenbirne
Felsenbirne
Felsenbirne  -  Amelanchier 

Ansonsten blühten überall Sitka-Weiden (Salix sitchensis).

Weide
Sitka-Weide
Auch standen einige Büsche der spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) am Wegesrand, die weißen Blühten der Dolden waren jedoch noch nicht geöffnet.
Traubenkirsche (Prunus serotina).
Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina)

Bach
Ein Seitenarm des Elbow Rivers im Griffith Woods Park

Ansonsten konnte man noch folgende blühenden Pflanzen enddecken:
im Unterholz
Die Süßwicke - Hedysarum boreale

Salomon
Das sternförmige Duftsiegel  -  Star-flowered Salomon’s Seal
Maianthemum stellatum

Am Interessantesten fand ich die unscheinbar kleinen Blüten des Strauches der Kanadischen Büffelbeere (Shepherdia canadensis).
Büffelbeere
Kanadischen Büffelbeere (Shepherdia canadensis)
Büffelbeere
Blütenstand der Kanadischen Büffelbeere

Trotz intensiver Suche nach ihnen konnten wir den vermeindlichen Standort der Orchideen nicht ausmachen.
Orchideen



Montag, 25. Mai 2026

McDougall historical church

Wir waren wieder einmal an der Kirche der ehemaligen McDougall Stoney Mission Station.
McDougall
25.05.2026
Frühere Besuche von uns auf dieser ehemaligen Missionsstation kann man hier nachlesen. Dort erfährt man auch den historischen Hintergrund dieser Missionsstation.

neubau
25.05.2026
Erst brennt dieses historische Kirchengebäude aufgrund von Brandstiftung ab, wird anschließend mühevoll wieder rekonstruiert und dann wollte die "Stoney Nation" sogar die Aufhebung des historischen Status der McDougall-Kirche erwirken. 
2021  -  https://calgaryherald.com/news/local-news/stoney-nation-continues-fight-to-remove-historical-designation-of-mcdougall-church ↗

Blick auf die Berge
Blick auf die Bergkette der Rocky Mountains

Für uns ist der Besuch dieser Stätte immer wieder ein Erlebnis! Nur der Wind stört manchmal die Ruhe, Ansonsten gleicht der Blick auf die Berge einem Bilderbuch-Panorama.

Postkartenmotiv
Ist das nicht ein Postkartenmotiv?

Im Park der C-Ranch

Unser heutiger Ausflug führte uns in die weitläufige Cochrane Ranche Site, in der man nicht nur wandern und Picknick machen kann, sonder auch Naturbeobachtungen nachgehen.
Informationen zu dieser historischen Stätte findet man u.a. hier (von einem unserer früheren Besuche)
Gleich hinter dem Parkplatz konnten wir einen jungen Maultierhirsch (Mule Deer - Odocoileus hemionus) sehen, der Anzeichen von Fellverlust zeigt, typisch für den natürlichen Fellwechsel im Frühjahr.
zerzaust
Mule Deer im Fellwechsel
altes Fell
Das alte Fell muss weg!
Während die Präriekrokusse schon längst verblüht sind, kann man jetzt weitere Frühjahrsboten sehen.
Bohne
 Buffalo Bean oder Golden Bean (Thermopsis rhombifolia)
Die ersten Knospen sprießen bereits, so dass die Bäume in einem leichten Grün erscheinen.
Knospe
Prärierauch
Dreiblütige Nelkenwurz (Geum triflorum - Prairie Smoke) 
Die interessanteste Beobachung für uns war jedoch die von einem Virginia-Uhu mit seinen drei Jungen. Diese saßen hoch oben in einem Baum und ließen sich weder von laut rufenden Kindern / Jugendlichen, von Fahrradfahrern noch sonstigen "Bodenaktivitäten" stören.
Uhu
Ein Virginia-Uhu (Great Horned Owl - Bubo virginianus)
Uhu
Uhu
enganeinander geschmiegte flauschige "Uhu-Kleinkinder"
Uhu
Man putzt sich, man streckt sich, man ruht.
Uhu
Gut getarnt wird der Fotograf beobachtet
Uhu

Seit 1979 steht die berühmte bronzene Reiterstatue auf einem Felsvorsprung mit Blick auf Cochrane. Sie ist eine Hommage an die Rancher, Cowboys und Pioniere bzw. „Visionäre“, die die Stadt aufgebaut haben.
Allerdings muss der Reiter im Lauf der Jahre wie wir feststellen, das die voranschreitende Zivilisation durch weitgreifenden Straßenbau immer mehr von dem ehemaligen Ranchgelände "verschlingt".
Man of vision

Sonntag, 24. Mai 2026

Die erste Ausfahrt

führte uns zum "storage", wo wir den Winter über unser Wohnmobil abgestellt hatten.
Vor dem Storage
Nein, nein, das ist nicht unser Wohnmobil - diese "Limousine" wirbt nur für den "Laden" hier und ist abends sogar beleuchtet.
An unserem Wohnmobil galt es galt die Batterien einzubauen, um es reisefertig zu machen - zur Werkstatt, denn  ehe wir unsere Unternehmung in den Norden von Kanada beginnen wollen, sind noch ein paar Inspektionsarbeiten am Motor fällig (Ölwechsel, ...).
Auf dem Weg dorthin sahen wir erstmals die Rocky Mountains aus der Nähe; auffallend war, dass sie nur noch wenig Schnee auf den Bergkuppen tragen, obwohl es vor zwei Wochen bei Minusgraden noch ordentlich selbst in Calgary geschneit hatte.
wenig Schnee
Ein Blick auf die Rocky Mountains südwestlich von Calgary

Freitag, 22. Mai 2026

Warten auf ...

In dem Drama von Samuel Beckett "Warten auf Godot" verbringen die beiden Landstreicher Wladimir und Estragon zwei Akte an einer Landstraße damit, auf eine mysteriöse Person namens Godot zu warten.
Nun, wir sind nicht unbedingt Landstreicher - obwohl wir wieder durch die Lande"streichen" wollen - noch stehen wir zum Glück nicht am Straßenrand und warten dort auf eine ominöse Person, wir warten hingegen schlicht und einfach auf
... unsere Koffer.
Gestern kamen mit diese mit über 24 Stunden Verspäten bei uns an - der Zoll hatte Gefallen an ihnen gefunden!
Allerdings fehlt noch immer einer, von dem die Fluggesellschaft sogar die Trackingspur verloren hat!
Koffer

Nach insgesamt 66 Stunden Hoffen und Warten wurde der letzte Koffer per Courier uns übergeben.
Jetzt kann es unbeschwerter weitergehen!

Mittwoch, 20. Mai 2026

Wir sind erneut in Kanada

Mit kleineren Hindernissen haben wir Europa wieder hinter uns gelassen und befinden uns seit gestern erneut in Kanada.
Flughafen
Abflug von Flughafen Frankfurt
Flughafen
Flughafen
Abgehoben: Rechts ist die Startbahn West
und in der Bildmitte der Melibokus [517 m] (Odenwald)

Sehr schnell waren wir über den Wolken, die sich grandios über- und nebeneinander bedrohlich auftürmten.
Wolken
Wolken
Wolken

Erst im Landeanflug auf Calgary hatten wir wieder Sicht mit "Bodenkonkakt".

Calgary
Südliche Trabantenstädt von Calgary und den teilweise schneebedeckten Rocky Mountains
Calgary
Calgary - downtown (von Osten aus gesehen)

Calgary
Calgary - downtown mit Bow-River (rechts)

Calgary
Calgary - Bildmitte: Parkplatz von TELUS SPARK Science Centre

Samstag, 20. September 2025

Terry Fox und der Marathon of Hope

Einen der letzten Artikel unserer diesjährigen Reise wollten wir einer Person widmen, die eng mit einer Durchquerung des Landes Kanada in Verbindung steht.
Es handelt sich um Terry Fox, genauer um Terrance Stanley Fox. Er wurde 1958 in Winnipeg, Manitoba, geboren und lebte ab 1966 mit seiner Familie in Port Coquitlam, British Columbia. Der junge Terry Fox war sehr sportlich und begann 1976 Kinesiologie an der Simon Fraser University in British Columbia zu studieren, um später Sportlehrer werden zu wollen. 1977 wurde bei ihm ein Osteosarkom (Knochenkrebs) festgestellt und ihm musste daraufhin das rechte Bein amputiert werden.
Terry Fox
Während seiner Krankenhausaufenthalte erkannte Terry Fox, dass er die 50%ige Chance auf eine Genesung der weiterentwickelten Krebsforschung verdankte.
Gleichzeitig war er von der Verzweiflung vieler Krebspatienten, die er während seiner Behandlungszeit traf, tief bewegt. Also beschloss er mit einem Aufsehen erregenden Projekt Gelder für die Krebsforschung zu sammeln. Er hatte den Traum, das gesamte kanadische Land zu Fuß zu durchqueren und so eine große Spenden- Aktion zu initiieren.
Mile zero
Nach langen Vorbereitungen (Training und Fundraising) startete er am 12. April 1980 in Outer Cove bei St. John’s in Neufundland. Er tauchte seine Prothese in den Atlantik und füllte eine Flasche mit Meereswasser ↗, die er auf der anderen Seite des Kontinents in den Pazifik gießen wollte. Sein Freund Doug Alward begleitete ihn mit einem Fahrzeug und kochte die Mahlzeiten.
Terry Fox
Terry Fox
Jeden Tag lief Terry Fox ↗ die Distanz von 42 Kilometern, also eine Marathonstrecke, entsprechend seines Zieles, mit dem „Marathon of Hope“ große Geldbeträge für die Krebsforschung zu sammeln.
Zunächst lief er in Neufundlandland von St. John’s bis Port aux Basques an der Südwestküste, wo er mit der Fähre nach Nova Scotia übersetzte. Am 20. Mai 1980 erreichte er Halifax in Nova Scotia, wo er bereits von vielen Menschen begrüßt wurde. Bereits am 26. Mai kam er in Charlottetown, der Hauptstadt der Provinz Prince Edward Island, an, nachdem er ab Cape Tormentine in New Brunswick für die Überfahrt eine Fähre nutzte. Danach ging es für ihn über die großen Städte Quebec, Montreal, Ottawa und Toronto weiter. Inzwischen war er bereits zu einem Helden geworden.
Nach Toronto forderte allerdings der Körper von Terry Fox seinen Tribut.
Zwischenzeitlich war der Krebs mit Metastasen zurückgekehrt, insbesondere in der Lunge, und er musste am 01. September 1980 kurz vor dem Ort Thunder Bay in Ontario nach 143 Tagen und 5373 Kilometern aufgeben.

Leider verstarb Terry Fox trotz aller medizinischer Bemühungen am 28. Juni 1981.
Bereits während seines Laufes und nach seinem Tod, wurden in seinem Namen große Beträge für die Krebsforschung gespendet.
Terry Fox
1988 wurde die „Terry Fox Foundation“ gegründet, die seit Jahrzehnten überall im Land und auf der Welt Erinnerungsläufe („Terry Fox Run“) organisiert und so Spenden für die Krebsforschung sammelt.

In St. John’s besuchten wir die Mile Zero vom „Marathon of Hope“ und standen einige Minuten tief beeindruckt vor der lebensgroßen Statue von Terry Fox. Auch diese Figur ist von dem Künstler Luben Boykov entworfen worden, von dem wir bereits mehrere Werke auf unserer Reise anschauen konnten. Im Garten neben der Statue waren mehrere Informationstafeln zum Leben und den Zielen von Terry Fox und seinem großen Lauf angebracht.
Terry Fox
Terry Fox
In Thunder Bay in Ontario fuhren wir zur dortigen Terry-Fox-Bronze-Statue, die von dem Bildhauer Manfred Pirwitz aus Oakville erstellt wurde. Sie trägt den Namen
Terry Fox Memorial and Lookout“. Die Figur von Terry Fox ist 2,7 Meter hoch und steht auf einem 45 Tonnen schweren Granitsockel. Die Statue soll im Besonderen daran erinnern, dass er hier seinen „Marathon of Hope“ beenden musste.
Terry Fox
Einen Satz von ihm beeindruckte uns und wir dachten, dass dies ein guter Schlussgedanke für unsere diesjährige Reise wäre.
„I wish people would realize that anything’s possible if you try! Dreams are made possible if you try.“  [„Ich wünschte die Menschen würden erkennen, dass alles möglich ist, wenn man es versucht. Träume werden wahr, wenn man es versucht.“]
Terry Fox