Mittwoch, 12. August 2026

Von Delta Junction nach Valdez


Für die Strecke  von Delta Junction nach Valdez veranschlagten wir etwas mehr als 430 Kilometer auf dem Richardson Highway   Richtung Süden mit einer Übernachtung nach 245 Kilometern in Glennallen.
Benannt wurde der Highway nach General Wilds Preston Richardson ↗ (1861-1929), dem ersten Leiter der Alaska Straßenbau-Kommission. Der Richardson Highway (insgesamt 580 Kilometer lang) verbindet Valdez an der Küste über Glennallen und Delta Junction mit Fairbanks in „Interior Alaska“.
wald
Gletscher
Direkt nach Delta Junction fuhren wir wieder einmal durch malerische Landschaften – anfänglich durch eine Tundra-Region mit borealem Wald. Anschließend wurde es bergiger und wir konnten bald auf einige beeindruckende Gletscher schauen (Castner Gletscher, Gulkana Gletscher).
Gletscherwelt
Eine Mittagspause legten wir nach etwa 100 Kilometern mitten in der Alaska Range am Summit Lake (Fläche: 16,5 km², Länge: 11,5 km) ein, der rundherum von hohen Bergen eingerahmt ist, die zum Teil sehr farbig (Rainbow Ridge/Regenbogen-Bergkette), andererseits aber auch sehr kahl ausfallen.
nacktes Gestein
Danach wurde die Landschaft wieder flacher und sumpfiger, was auch einer Elchkuh gefiel, die uns fast in den RV gelaufen wäre.
Eine andere Elchkuh ganz nahe dieser Stelle hatte weniger Glück.
Sie lag tot im Straßengraben.
Elchkuh

Auf dem Straßenabschnitt von Glennallen nach Valdez waren wir bereits 2024 unterwegs gewesen, (unsere Beschreibung von damals kann man hier nachlesen), sodass aktuell nur einige Bild-Impressionen folgen sollen -
beispielsweise vom Worthington Gletscher, dessen unteres Ende vom Highway aus erreichbar ist, oder dem Thompson Pass (Höhe: 817 Meter) mit seinen vielen kleinen Bergseen, der als der schneereichste Ort Alaskas gilt.
tief haengende wolkendecke
Tief hing die Wolkendecke, als wir uns dem Pass näherten.
wolken
Hinweisschild
gletscher
Gletscher
gletscher
unter dem gesamten Geröll in der Bildmitte
befindet sich auch Eis
ThompsonPass
2.678 ft / ca. 817 m
Kurz vor Valdez durchquerten wir noch den Keystone Canyon mit seinen Wasserfällen, den wir in dem folgenden Bericht „Valdez und seine Wasserfälle“ beschreiben.
Canyon
Welcome

Willkommen in Valdez
- doch das Stadtzentrum befindet sich erst in 22 Meilen, etwa 35,4 Kilometern!

Dienstag, 11. August 2026

Das Sullivan Roadhouse

Bereits zum dritten Mal nach 2018 und 2024 erreichten wir in Delta Junction das Ende des Alaska Highways und nahmen uns in diesem Jahr erneut etwas Zeit für den Besuch des Sullivan Roadhouse , das sich gegenüber dem Delta Visitor Center befindet.
Roadhouse
Schon allein die farbenprächtigen Blumenbeete und der Gemüsegarten im Außenbereich dieser historischen Blockhütte sind eine Augenweide.
Blumenbeet
Sonnenblume
Blume
Blume
infoschild
Das Sullivan Roadhouse ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude dieser Art in Alaska und wurde 1905 von dem Goldsucher-Ehepaar Jack und Florence Sullivan erbaut. Es war vor allem eine Anlaufstation während der Wintermonate. Es stand ursprünglich knapp 30 Kilometer entfernt von Delta Junction in südwestlicher Richtung am Valdez-Fairbanks-Trail. Die Sullivans betrieben ihr Roadhouse bis 1922 und zogen dann nach Fairbanks.
ehemaliger standort
Ab 1940 wurde das bis dahin leer stehende Haus für einige Jahre von der Armee genutzt. Ansonsten stand es weiterhin viele Jahre leer und wurde schließlich 1999 von der Armee, Balken für Balken per Hubschrauber, zum heutigen Standort gebracht.
Heute befindet sich im Sullivan Roadhouse ein Museum, das neben zahlreichen historischen Fotografien und Landkarten in mehreren Ausstellungsräumen mit vielen Exponaten das Leben in der Pionierzeit zeigt.
collage
Das Zentrum der gut ausgestatteten Küche ist ein alter originaler Holzofen, der neben historischem Kochgeschirr und Vorratsdosen dem Besucher eine Vorstellung ermöglicht, wie aufwändig Essensvorbereitungen zu dieser Zeit waren.
kueche
Im Hauptraum steht ein vornehm gedeckter langer Tisch, an dem die Sullivans ihre Gäste versorgten und ihnen eine nette Atmosphäre anboten. Auch steht dort ein mit vielen Schnitzereien verziertes altes Klavier.
Tisch
Des weiteren findet man viele Gegenstände, die darüber informieren, was man zum Überleben in der Pionierzeit benötigte – vom Fallenstellen und Fischen über Holzarbeiten bis hin zum Schmieden, usw..
Im Schlafzimmer kann man sich das originale Eisenbett der Sullivans sowie zahlreiche ihrer persönlichen Besitztümer anschauen. Neben dem Schlafzimmer werden wichtige Gegenstände gezeigt, die ein Goldsucher so brauchte und verwendete.
Auch Jagdtrophäen findet man an den Wänden.
Bei unserem Besuch nahmen wir den Eindruck mit, dass dieses Haus auch heute noch eine Art von Gastfreundschaft vermittelt, mit der viele Menschen über Jahrzehnte hier begrüßt wurden.

Samstag, 1. August 2026

Von Haines Junction nach Tok


Da wir die oben markierte Strecke von Haines Junction / Yukon Territory nach Tok / Alaska bereits in den Jahren 2018 und 2024 befuhren und ausführlich darüber berichteten, sollen hier nur einige wenige Eindrücke geschildert werden. Im Gesamten legten wir im Yukon Territory bis zur Grenze für diese Strecke 320 Kilometer auf dem Alaska Highway entlang des Kluane Lakes und durch die Orte Destruction Bay, Burwash Landing und Beaver Creek zurück. Nach dem Grenzübertritt in die USA waren es noch einmal 150 Kilometer bis nach Tok in Alaska.
berge
Nach unserem Start bogen wir nach etwas mehr als 100 Kilometern kurz vor dem Kluane Lake nach Silver City ab. Dieser Ort entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der Goldrausch-Zeit, ist heute aber nur noch eine Geisterstadt mit wenigen verfallenen ehemaligen Blockhäusern.
kluane Lake
Der alte, der ursprüngliche Alaska Highway aus dem Jahr 1942/43  verlief durch Silver City.
old road
Ein Schild einer Tankstelle und zwei Straßenlampen sind hier die einzigen Übrigbleibsel einer ehemaligen Relaisstation am Alaska Highway, der Kluane Lake Lodge, die wegen der Begradigung des Highways und damit ihrer Umgehung bereits im Jahr 1975 schloss.
Gulf
Heute versuchen in unmittelbarer Nachbarschaft einige engagierte Menschen der Region neues Leben einzuhauchen. Dazu gehören Pauly Sias und Jady Hurlburt, die eine/n „Bakery/Coffee Shop“ in ihrer Black Sheep Trading Post betreiben - geöffnet freitags bis sonntags. Neben dem Café bieten die beiden Workshops zur Kultur ↗ der Kluane First Nation und haben Angebote für Wanderungen und Naturerlebnisse.
Cafe
Black Sheep Trading Post
Erwähnenswert wären für uns zwei Veränderungen, die wir im Ort Burwash Landing antrafen. Zum einen waren an der 1944 eröffneten katholischen Missionskirche „Lady of the Rosary Church“ , die wir vor zwei Jahren in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand antrafen. Zwischenzeitlich wurden einige kleinere Renovierungsmaßnahmen durchgeführt.
Kirche
Die kath. Missionskirche in der Gründerzeit
Kirche
Die Kirche mit Wohn- und Schlafraum für den Priester - 2026
Zum zweiten wurde das zweistöckige Gebäude der ehemaligen Alaska Highway Lodge, „Burwash Landing Resort“, ursprünglich 1904 von den Brüdern Jacquot als Handelsposten gegründet, nach jahrelangem Leerstand in den Jahren 2025/26 endgültig abgerissen und komplett "entsorgt".
Resort
So stand das Gebäude noch im Jahr 2024
Leer
Der ehemalige Gebäudestandort am See - 2026
getrennt
holz
Getrennt sortiert
Während unserer Weiterfahrt mussten wir feststellen, dass der Belag des Highways immer schlechter wird. Bedingt durch den Permafrost (tauen / frieren) und den damit bedingten Bodenverschiebungen häufen sicht nicht nur die Bodenwellen im Straßenbelag, schlimmstenfalls bricht der Asphalt auf und tiefe Löcher sind zusätzlich die Folge.
Die Straßenmeisterei versucht die Löcher mit etwas Heißasphalt zu flicken, doch dies hält nicht lange. Großflächige Reparaturen werden nur mit einer dünnen Schicht Asphalt mit Schotter darüber getätigt. Der Schotter soll sich in den Asphalt eindrücken, doch die Bodenunebenheiten werden dadurch nicht ausgeglichen.
wasser
Zur Vorbereitung der Straßenreparatur wird oft versucht, den Schotterboden zu verdichten, einzuschlämmen. Eine Passage mit dem Auto durch solch eine Baustelle zieht zwangsläufig eine Autowäsche nach sich.
Allerdings auch nachdem man diese fertigen Streckenabschnitte in respektablem Abstand (wegen möglichem Steinschlag) zum Vordermann hinter sich gebracht hat.
staub
In Beaver Creek suchten wir wieder einen guten Bekannten auf, Sid van der Meer. Er kam 1960 aus den Niederlanden in das Yukon Territory - und blieb. Er sammelte im Laufe der Jahrzehnte vieles aus dem Bereich "Alaska Highway" und betreibt ein eigenes kleines Museum, was er uns auch dieses Jahr wieder gerne zeigte - insbesonders die "Neuzugänge". Neben vielen anderen Leidenschaften gehört zu ihm das Sammeln von ALTEN Autos. Wenn diese nicht mehr fahrbereit sind, macht er sie fahrtüchtig und poliert außerdem noch ihr Äußeres und das Innere auf.
auto
fahrbereit
rot
Seine neueste Errungenschaft: ein klassischer viertüriger Mercury Eight Sedan (Baujahr ca. 1939), hier mit geöffneter Motorhaube, da die Batterie gerade geladen wurde.
Dieses Fahrzeug zeichnet sich durch geschwungene Kotflügel, Weißwandreifen und das typische Vorkriegs-Design der Ford-Luxusmarke aus.
Übrigens: ALLE seine Fahrzeuge sind fahrbereit. So ist es nicht verwunderlich, wenn der 89jährige Sid van der Meer während des Sommerhalbjahres täglich mit einem anderen Fahrzeug zu seiner Arbeitsstelle in das "Visitor Information Center" ↗ in Beaver Creek fährt.
Sid and Jo 
Auch in diesem Jahr waren wir während der gesamten Fahrt erneut von der bergigen, abwechslungsreichen und beeindruckend weiten Landschaft begeistert.
Berge
Berge

Freitag, 31. Juli 2026

Weiter auf dem Highway

Nach einem längeren Aufenthalt in Haines / Alaska fuhren wir bei wechselhaftem Wetter wieder zurück nach Haines Junction, um von dort weiter auf dem Alaska Highway gen Norden zu fahren.
Regen
Regenschauer kurz vor Haines Junction
Wir verbrachten dann in der Region "Kluane Lake" erneut einige Tage und nutzten sie u.a., um weitere Informationen für das nachfolgende Projekt zu sammeln.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Sheldon Museum in Haines

Wir besuchten das Sheldon Museum ↗ in Haines direkt am Hafen in der Main Street gelegen.
Das kleine, aber hervorragend organisierte Museum verdankt seine Existenz der Sammelleidenschaft des Ingenieurs, Geschäftsmanns und US-Marshals für Haines und Skagway, Stephen Sheldon (1885 – 1960), dessen Töchter Harriet und Elisabeth die von ihm und seiner Ehefrau Elisabeth über fünf Jahrzehnte zusammengetragene Sammlung seiner „historischen, kulturellen und vor allem indigenen Schätze“ der Stadt Haines stifteten. Die Sheldon-Sammlung ist das Kernstück des Museums, zusätzlich wurden in den letzten Jahren weitere Artefakte gespendet bzw. zugekauft.
Wir mussten zur Ausstellung die Treppe hinauf in die Main Gallery steigen und waren dort begeistert von der guten thematischen und chronologischen Präsentation in dem gar nicht so großen Raum.
Tlingit
Der Lebensraum der Tlingit 1879
Tlingit
Frühe Handelsrouten ins Landesinnere
Am Eingang wird schwerpunktmäßig das Leben und die Kultur der ersten Bewohner dieser Region gezeigt, den Tlingit First Nation. Wir konnten dort einige besondere Stücke bestaunen wie etwa eine umfangreiche Sammlung von Chilkat-Decken, Einbaum-Kanus und Waffen, moderne (Kriegs-) Masken, zahlreiche kleinere Freundschaftspfähle und weitere Clan-Objekte.
Maske
Decke
Handgewebte Chilkat Decke
Weiter geht es mit der Präsentation der Wandlung der von der Lebensweise der Tlingit bestimmten Region zum heutigen Ort Haines – zunächst beginnend mit einer Darstellung der Entdeckung Alaskas im Jahr 1741 durch sie Seefahrer Vitus Bering (1681-1741) und Aleksei Chirikov (1703-1748) gefolgt von einer längeren Phase, in der der Pelzhandel (Robben, Otter) im Vordergrund stand, und der russischen Kolonialzeit.
Pelzhandel
Pelzhandel
Pelzhandel

1867 erfolgte dann der Verkauf Alaskas an die USA.
Wesentliche Veränderungen fanden in den folgenden Jahrzehnten einmal durch die Gründung von Missionsstationen und durch die Folgen des Klondike- Goldrausches statt. Hierzu konnten wir eine Vielfalt von Informationen „studieren“.
Haines

Das letzte Jahrhundert wurde schwerpunktmäßig mit vielen Artefakten zum hiesigen Fort Seward und zum Bau des Alaska Highways dargestellt. Haines wurde nach dem zweiten Weltkrieg wesentlich durch den Kauf von Fort Seward durch ehemalige Veteranen und ihre angestrebten Veränderungen für den Ort bestimmt. Auch zu dieser Ortsgeschichte wurden viele Bilder aus der damaligen Zeit und weitere Exponate gezeigt.
Fort

Neben der Main Gallery konnten wir im Obergeschoss noch einen kurzen Blick in die Hakkinen-Gallery werden, benannt nach einer Tochter von Stephen Sheldon. Hier zeigen lokale Künstler ihre Bilder in wechselnden Ausstellungen.
Gemälde
Gemälde in der Ausstellung der Hakkinen-Galerie