Donnerstag, 16. Juli 2026

zur Canyon Creek Bridge

Unsere heutige Tagesetappe führte uns von Takhini Hotsprings zur Canyon Creek Bridge am Alaska Highway
An diesem Tag fuhren wir zunächst für acht Kilometer auf der Takhini Hotsprings Road bis wir den North Klondike Highway (Yukon Highway 2) erreichten, um kurz danach Richtung Westen auf den Alaska Highway (Yukon Highway 1) abzubiegen. Vorher überquerten wir eine Brücke über den Takhini River, von der wir auf die malerischen Flussufer schauen konnten. Hohe Sandklippen und Dünenfelder erstrecken sich kilometerlang an den Ufern. Sie sind Relikte der Gletscherschmelze während der letzten Eiszeit vor mehr als 12.000 Jahren. Der über 215 Kilometer lange Takhini River entspringt im Kusawa Lake, fließt in östlicher Richtung und mündet schließlich in den Yukon River.
fluss
fluss
sandige ufer
Nach insgesamt 45 Kilometern entschieden wir uns für einen kurzen Zwischenstopp an der Mendenhall Landing am Takhini River. Dazu verließen wir den Alaska Highway für drei Kilometer in südlicher Richtung. An der Einmündung des Mendenhall Flusses (Länge: 95 Kilometer) in den Takhini River trafen sich Mitglieder der Southern Tutchone seit Jahrhunderten zum Fischen und zum Austausch von Waren. Ab 1903 errichtete die White Pass & Yukon Route einen Dampfschiffverkehr auf dem Takhini River, um im Rahmen des Kluane Gold Rush Goldsucher und ihr Material dorthin zu transportieren. Es entstand dort sogar eine kleine Siedlung (JoJo), die allerdings schon vor dem Bau des Alaska Highways verlassen wurde. Benannt wurden der Fluss und die ehemalige Siedlung nach dem amerikanischen Physiker; Kartografen und Meteorologen Thomas Mendenhall (1841-1924), der insbesondere für die exakte Vermessung der geografischen Grenze zwischen den USA und Kanada und den Aufbau des staatlichen amerikanischen Wetterdienstes bekannt ist.
einmündung
Einmündung des Mendenhall Rivers (braunes Wasser) 
in den Tahkini River (im Hintergrund mit blau-türkisem Wasser)
fluss
River
Auf unserer Weiterfahrt am Alaska Highway sahen wir diese Wildpferde.
pferde
Aber auch hin und wieder in den eher sumpfigen und wasserreichen Gegenden dann sogar Bieberbauten.
bieber
Nach insgesamt 130 Kilometern erreichten wir kurz hinter der Abzweigung zu den Otter Falls an der Historic Mile 996 die Canyon Creek Bridge, die über den Aishihik River führt. Hier gab es bereits seit 1904 eine einfache Holzbrücke zur Überquerung des Aishihik Rivers für die Goldsucher, die im Rahmen des Kluane Gold Rush unterwegs waren. Sie konnten nach der Brücke einen Überlandweg, die Kluane Wagon Road, nutzen. 1942 rekonstruierten die Ingenieure der U.S. Army im Rahmen des Baus des Alaska Highways die damals bereits zerfallene Holzbrücke.
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Old Kluane Wagon Road Bridge
Bruecke
Später entstand eine moderne Brücke seitlich davon am Alaska Highway, der gleichzeitig eine neue Straßenführung erfuhr.
1987 wurde die alte Brücke im Auftrag der Region des Yukon Territory erneut restauriert. Seit Jahren ist aber diese historische Brücke selbst für den Personenverkehr gesperrt.

Mittwoch, 15. Juli 2026

im Yukon Wildlife Preserve

Nachdem wir einen „Wellness-Tag“ bei strahlendem Sonnenschein in den Hot Pools der auf dem historischen Gelände der Takhini Hotsprings erbauten Anlage Eclipse Nordic Hotsprings ↗ verbracht hatten, stand ein Besuch des benachbarten Yukon Wildlife Preserves ↗ auf unserem Programm.
Hier führt ein 5 Kilometer langer Rundweg durch ein naturbelassenes Gelände auf einem Areal von über 280 Hektar (2.800.000 m²). Das Gelände gehört dem Yukon Territory und der Wildpark bzw. das Wildtierreservat werden von einer gemeinnützigen Organisation, der Yukon Wildlife Preserve Operating Society (YWPOS), ehrenamtlich betrieben.
YWP
Map
In dem Naturschutzgebiet leben in weitläufigen, natürlichen Gehegen mehr als zehn verschiedene Arten nordkanadischer Säugetiere, die im Yukon Territory beheimatet sind: Bisons (Woodbison), Caribous (Woodland Caribou), Elche (Moose), Rothirsche (Elk/Wapiti), Rotfüchse (Red Fox), Luchse (Canada Lynx), Schneeziegen (Mountain Goat), Moschusochsen (Musk Ox), Maultierhirsche (Mule Deer), Wildschafe (Thinhorn Sheep – Dall Sheep, Stone Sheep) und eine riesige Population von kanadischen „Erdhörnchen“ („arctic ground squirrels“). Der Park ist ganzjährig geöffnet und im Winter kann man den Rundweg mit Skiern oder Schlitten befahren.
Die Betreiber des Yukon Wildlife Preserve haben das Ziel, Natur- und Tierschutz so zu praktizieren, dass die Besucher bei ihrem Rundgang viel über die Lebensweise der Tiere lernen können, ohne die Tiere zu belästigen. Es wird übrigens neben dem Wildpark auch eine Auffangstation für verletzte Tiere betrieben und es werden Bildungsprogramme für Schüler und Studenten angeboten.
Der Wildpark entstand, als Danny Nowlan (1929-2011) das Gelände 1967 kaufte und es „Yukon Game Farm“ benannte. Er siedelte in dem Areal die ersten typischen Yukon-Säugetiere an und betrieb gleichzeitig noch eine größere Falknerei.
Einige seiner Falken verkaufte er angeblich zu hohen Preisen in die arabische Welt. Nach verschiedenen juristischen Problemen gab Danny Nowlan Mitte der 1980er Jahre die Falkenzucht auf, während der Wildpark zu einem immer größeren Besuchermagnet wurde.
1989 erhielt die Einrichtung durch die Nowlans ihren bis heute gültigen Namen. Ab 2001 bot die Familie Nowlan die Anlage zum Verkauf an, die schließlich im April 2004 von der Regierung des Yukon Territory erworben wurde.
Wir entschieden uns, den Park mit einer geführten zweistündigen Bus-Tour zu erkunden und bekamen so etliche Zusatzinformationen erzählt. Wir begannen bei den Waldbisons, die mit 16 erwachsenen und vier Jungtieren in einer ständigen Herde zusammenleben. Diese mächtigen Tiere (Bullen bis 950 kg, Kühe bis 600 kg) unterscheiden sich von dem Prärie-Bison durch einen höheren, weiter vorne liegenden Rückenhöcker und ein dunkleres Fell.
Waldbison
Waldbison
Waldbison
Weiter ging es beim Gehege der Mule Deer, der Maultierhirsche, die mit immerhin fast 30 Exemplaren zu bestaunen waren. Wir erfuhren, dass diese Tiere erst in den 1920er Jahren aus südlicheren Bereichen in den Yukon eingewandert sind. Durch ihre großen, maultierähnlichen Ohren und ihr weißes Hinterteil haben sie ein auffälliges Aussehen. Bei Gefahr fliehen sie in weiten, für sie typischen „Hüpf-Sprüngen“.
Muledeer
Gegenüberliegend konnten wir einer Herde Rothirsche beim Äsen zuschauen. Hierbei handelt es sich um ein männliches Tier mit über zehn weiblichen Tieren und Jungtieren. Der Wildpark hat weitere vier männliche Hirsche in einem anderen Gehege untergebracht, weil das Zusammenleben mehrerer Männchen nicht immer problemlos funktioniert. Wir wurden übrigens darüber aufgeklärt, dass es sich bei den „Elks“ und den „Wapitis“ um dieselben Tiere handelt, „Wapiti“ ist ein aus der Shawnee-Sprache übernommener Begriff.
elk
Elk
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Elk
Die Elche versteckten sich an diesem Tag in ihrem weitläufigen Gelände; zwei waren nur aus größerer Entfernung zu sehen, aber wir konnten im folgenden Gehege einige Moschusochsen aus nächster Nähe sehen. Die Population der Musk Ox in freier Wildbahn gilt als gefährdet, man geht davon aus, dass der Bestand geringer als 300 Tiere ist. Auch diese Tiere, die seit Urzeiten angepasst an das arktische Klima existieren, haben ein Gewicht bis 400 kg und beide Geschlechter tragen imposante, nach unten gebogene Hörner.
Musk ox
Beeindruckend fanden wir, dass wir eine Probe des Fells anfassen durften. Die Fellhaare der Moschusochsen sollen die wärmsten natürlichen Fasern sein und Wolle aus diesem Fell ist extrem teuer.
Fell
Die weitere Rundfahrt führte uns in ein gebirgiges Areal – zunächst zu den „Thinhorn Sheep“. Im Yukon Territory kommen keine Bighorn Sheep vor und werden dementsprechend im Yukon Wildlife Preserve auch nicht gehalten. Im Gelände leben weiße Dall Sheep und graubraune Stone Sheep zusammen. Häufig kommt es so zu gemischten Nachkommen, die den Namen „Fannin Sheep“ tragen. Sie zeigen Färbungen aus beiden Familien.
Sheep
Benachbart sind die Woodland Caribou untergebracht und zwar nur sieben Exemplare. Im Gegensatz zu den in großen Herden über weite Strecken wandernden arktischen Caribous leben die Woodland Caribous in kleinen Gruppen in borealen Wäldern und Sümpfen. Bei dieser Tierart tragen sowohl die Männchen als auch die Weibchen Geweihe. Die Tiere haben besonders breite, sichelförmige Hufe, die im Winter wie Schneeschuhe wirken und die sie zu guten Schwimmern machen. Der Bestand zählt als gefährdet.
Caribou
Woodland Caribou
In einem noch felsigeren Bereich waren die Mountain Goat oder Schneeziegen Zuhause, immerhin in einer Herde von fast zwanzig Tieren. Bei ihnen fiel vor allem der extreme Fellwechsel zum Sommerfell hin auf. Selten hatten wir so „zerrupfte“ Wesen gesehen. Eigentlich sind diese Tiere keine echten Ziegen, sondern sie sind eher mit den Antilopen verwandt. Auf jeden Fall sind sie begabte Kletterkünstler und haben eine riesige Sprungkraft.
Schneeziege
Bei den Gehegen von Luchs und Rotfuchs hatten wir kein Glück. Die eher nachtaktiven Tiere hatten wohl keine Lust auf Tageslicht und Besucher.
Abschließend möchten wir betonen, dass sich ein Besuch im Yukon Wildlife Reserve absolut lohnt – er ist lehrreich und ermöglicht beeindruckende Beobachtungen von weniger scheuen Tieren als in der freien Wildbahn.

Samstag, 11. Juli 2026

Von Carcross nach Whitehorse

Wir verließen Carcross und fuhren für etwas mehr als 70 Kilometer Richtung Norden auf dem South Klondike Highway, dem Yukon Highway 2, nach Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon Territory.
Nach knapp zwölf Kilometern erreichten wir den Emerald Lake, der bei den First Nations auch Rainbow Lake genannt wird. Der See entstand vor etwa 14.000 Jahren nach der letzten Gletscherschmelze. Auf dem Seegrund befindet sich eine weiße Sedimentschicht aus Ton und Calciumcarbonat, die Licht stark reflektiert. Durch diese Lichtreflexion nimmt man das Wasser dieses Sees je nach Sonneneinstrahlung intensiv grün wahr, vor allem in den seichten Bereichen der Uferregion. Glücklicherweise schien die Sonne bei unserer Ankuft ein wenig und so konnten wir die tolle smaragdgrüne Farbe insbesondere des Seeuferbereiches bewundern.
emerald-see
19 Kilometer vor den Innenstadt von Whitehorse trifft der South Klondike Highway auf den Alaska Highway, wo wir nach links Richtung Westen abbogen.
Willkommen
Die am Ufer des Yukon gelegene Stadt mit ihren zurzeit etwas mehr als 33.000 Einwohnern nennt sich selbst „Wilderness City“ und wurde 1897/98 während des Klondike Goldrausches gegründet. Wenn man berücksichtigt, dass im gesamten Yukon Territory knapp 48.000 Menschen wohnen, leben fast 70 Prozent der Bevölkerung in der Hauptstadt.
2 mile hill
Wir fuhren noch zum "Two Mile Hill" weiter, so genannt wegen dem Abstand von exakt zwei Meilen zur Innenstadt, um dort der Skulptur des „Whitehorse-Pferdes“ einen Besuch abzustatten. Das Pferd, aber auch der Name der Stadt selbst, stehen für die ehemaligen, heute „regulierten“ wilden Stromschnellen des Yukon Rivers. Die Wassermassen des Yukons, die sich durch eine enge Schlucht stürzten (Miles Canyon) ↗, sollen die damaligen Flussfahrer an die wallenden Mähnen wilder weißer Pferde erinnert haben.
Pferd
Pferd
Tafel
Die zwei Tonnen schwere und drei Meter hohe Metallskulptur wurde 2011 auf dem Two Mile Hill aufgestellt, von der lokalen Künstlerin Daphne Mennell ↗ entworfen und von dem Schweißer Roger Poole realisiert.
Dieses Duo ist übrigens auch für die Metallskulptur eines Caribous über dem Ortseingangsschild von Carcross verantwortlich.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Der Chilkoot Trail

Wenn man im Yukon unterwegs ist, fallen einem an vielen Stellen Bilder an Hausfassaden, auf Postkarten oder in Museen auf, die an den Klondike Goldrausch (1897-1899) erinnern, insbesondere an den sogenannten Chilkoot Trail. Was hat es damit auf sich?
Aufstieg
Zeichnung an einer Hauswand in Whitehorse
Aufstieg zum Pass
(in Transportation Museum in Whitehorse)
Aufstieg
Aufstieg zum Pass
(Wild Adventure Yukon - Carcross)
Im August 1896 entdeckten Skookum Jim Mason, Dawson Charlie sowie Kate und George Carmack von den Tagish First Nation aus Carcross am Klondike River, d.h. an seinem Nebenfluss Bonanza Creek, bei dem heutigen Ort Dawson City im nördlichen Yukon Territory ein großes Goldvorkommen, was den legendären Klondike-Goldrausch auslöste. Es dauerte knapp ein Jahr bis sich der Goldfund USA-weit herumgesprochen hatte und sich tausende „Glücksritter“ auf den Weg machten, um reich zu werden. Mitte Juli 1897 veröffentlichten u.a. die Zeitungen in San Francisco und Seattle die Schlagzeilen „Gold! Gold! Gold!“ und die Massen waren nicht mehr aufzuhalten.
Da man zur damaligen Zeit Dawson City quer durch das Land schwerlich erreichen konnte, entschieden sich die Massen für folgenden Weg: Man reiste ab Herbst 1897 mit dem Schiff von der US-Westküste bis zum Hafen des Ortes Skagway in Alaska, der am nördlichen Ende des Taiya Inlet, einem knapp 19 Kilometer langen Fjord, liegt. Am Ende des Taiya Fjords entstand dann rasend schnell der Goldgräber-Ort Dyea. „Dyea“ bedeutet in der Sprache der Tlingit First Nation „tragen“, denn hier begann ein Handelsweg der First Nation, auf der die Küstenbewohner über Jahrhunderte ihre Waren zu den Stämmen der inländischen First Nation brachten. Sie starteten in Dyea und bewältigten die hiesigen Berge der Coast Mountains über den sogenannten Chilkoot Pass (1067 Meter). Dieser Pass ist nach der Tlingit Gruppe „Chilkat“ benannt.
Paaa
Die Route über den Chilkoot - Pass
Genau diese Route wurde dann von tausenden von Goldsuchern genutzt und erhielt den Namen „Chilkoot Trail“. Er ist 53 Kilometer lang und führte damals von Dyea bis zum Goldgräberort Bennett, heute eine Geisterstadt, die man aktuell nur zu Fuß oder mit der White Pass & Yukon Railway erreichen kann. In Bennett, genauer am Bennett Lake (benannt nach dem Zeitungsverleger James Gordon Bennett (1841-1918), der mehrere Erkundungsexpeditionen in den 1880er-Jahren in Alaska finanzierte), bauten sich die Goldsucher anschließend Boote und Flöße, mit denen sie über 800 Kilometer über Seen und den Yukon River bis nach Dawson City weiter fuhren.
Was hatten die Goldsucher am Anfang des Chilkoot Trails zu erwarten? Zunächst einmal war von der kanadischen Regierung vorgeschrieben, dass jede Person etwa eine Tonne an Vorräten mitführen musste, die für ein Jahr reichen sollte. So wollte man eine Hungersnot im einsamen Yukon verhindern und wurde von der North-West Mounted Police deshalb auch streng kontrolliert. Dies bedeutete, dass die Personen, die kein Tragetier oder einen angestellten Träger hatten, den Weg mehrmals zurücklegen mussten, bis sie alle ihre Sachen von Dyea nach Bennett transportiert hatten.
was ist mitzunehmen
Das war vorgeschrieben, mitzunehmen
Gepäck
Die Goldsucher starteten in Dyea und mussten zunächst den Taiya-Fluss überwinden, um nach acht Kilometern Finnegan’s Point zu erreichen. Hier hatte die geschäftstüchtige Familie Finnegan einen Fähr-Service eingerichtet und boten eine Schmiede, einen Saloon und ein Restaurant an. Auf der anschließenden Strecke durch enge Schluchten und steil bergauf entstanden schnell die Raststationen „Canyon City“, "Camp Pleasant“ und „Sheep Camp“, wo man sich von den Strapazen des Aufstieges ein wenig erholen und sich mit Wasser und Feuerholz versorgen konnte.
Canyon City
Canyon City
Quelle: Foto hängt in der Bäckerei von Carcross
Hotel
Quelle: Foto hängt in der Bäckerei von Carcross
Danach folgte ein Abschnitt, der viele der Goldsucher ängstigte, der „Long Hill“, hier befinden sich rechts und links des Weges steile Schluchten. Die letzten 1,5 Kilometer vor dem eigentlichen Chilkoot Pass waren die sogenannten „Scales“, wo man noch einmal über hundert Höhenmeter auf unwegsamem Gelände bewältigen musste. Von dieser Stelle gibt es die weltbekannten Fotos der Menschenschlange, die sich mühsam durch den Schnee kämpfte.
chilkoot pass
Kurz vor dem Chilkoot Pass
Quelle: Foto in der Bäckerei von Carcross
Bezeichnenderweise war der Name der Raststation nach dem Chilkoot Pass „Happy Camp“. Danach ging es dann bergab bis man den Bennett Lake erreichte. Im Ort „Log Cabin“ mussten sich die Goldsucher bei der North-West Mounted Police anmelden, denn schließlich hatten sie Alaska verlassen und waren im Yukon Territory angekommen.

Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass die Goldsucher unvorstellbare Strapazen auf sich nahmen, um ihren Traum vom schnellen Reichtum zu verwirklichen; viele allerdings von ihnen bezahlten dieses Vorhaben auch mit ihrem Leben.
Im Jahr 2022 wurde der Chilkoot Trail zum National Historic Trail erklärt und jährlich sind über 15.000 Menschen auf den Spuren des berühmten Goldsucherweges in einer mehrtägigen Wanderung unterwegs.

Sonntag, 5. Juli 2026

von Atlin nach Carcross

Für die Fahrt veranschlagten wir knapp 150 Kilometer - zunächst für die Rückfahrt auf der Atlin Road etwa 100 Kilometer und danach noch weitere 50 Kilometer auf dem Tagish Highway bis nach Carcross. 

Wir verließen den malerischen Ort Atlin, der am gleichnahmigen See liegt und genossen noch einmal die grandiose Aussicht auf den See und die umliegenden Berge.
(Klicken Sie ruhig einmal auf das Bild, um es - wie alle anderen - zu vergrößern!)
See und Berge

Zunächst galt es, die vor einigen Tagen südwärts gefahrene Straße erneut bis kurz vor "Jake´s Corner" Richtung Alaska Highway zurückzulegen.
bis dahin
Gleich nach dem Ort Atlin wurden wir von einer Baustelle "ausgebremst" und mussten auf ein "Pilot-Car" warten. Ab diesem Straßenabschnitt wurde über mehrere Kilometer der vorhandene Asphaltbelag der Straße mit einer neuen Bitumenmasse überzogen und anschließend mit grobem Split versehen, den die Tandemwalzen dann verdichteten.
Baustelle
Diese Strecke führte uns erneut durch traumhafte Berg- und Seenlandschaften.
schroffe Berge
Schroffe Bergwelt
Am See
Entlang am Atlin Lake
Etwa in in der Mitte der Atlin Road verließen wir die Provinz British Columbia und fuhren danach wieder in das Yukon Territory. 
Yukon
Da sich am vorherigen Tag trotz des Sommermonates Juli die Temperaturen stark abgekühlt hatten, gefolgt von Niederschlägen, erblickten wir heute etliche Bergspitzen mit Neuschnee, die in der Sonne hell erstrahlten.
Schneeberge
Schneeberge
Angekommen an der Straßenkreuzung zum Alaska Highway nahmen wir die südliche Route und folgten ihr über Tagish nach Carcross.
nach Carcross
Wir erreichten den Ort Carcross und mussten feststellen, dass er von unzähligen Touristen der Kreuzfahrtschiffe in Besitz genommen worden war, die von Skagway eine Halbtagestour bis hierhin unternahmen.
Carcross
Der Ort Carcross, heute etwas mehr als 400 ständige Einwohner, war seit Jahrhunderten ein Kreuzungspunkt der Handelswege der hiesigen First Nations, sowohl der Stämme der Tagish als auch der Tlingit, die Waren aus der Küstenregion mit Waren aus dem Binnenland tauschten. Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete die Hudson Bay Company hier einen Handelsposten. Noch mehr Bedeutung gewann Carcross während des Klondike-Goldrausches zwischen 1896 und 1899, als die Goldsucher auf ihrem Weg in den Norden durchzogen. Noch wichtiger wurde er, als die White Pass & Yarley Railroad (WP & Y) 1900 mit ihrer Eisenbahnlinie von Skagway kommend hier eintraf und in Carcross einen Bahnhof erbaute. Die Strecke wurde kurze Zeit später bis nach Whitehorse verlängert. Für eine lange Zeit trug der Ort den Namen „Caribou Crossing“ bis er schließlich 1906 den Namen Carcross erhielt.
Bäckerei
Da selbst im Außenbereich der einzigen Bäckerei des Ortes alle Stühle besetzt waren und sich selbst bis vor das Geschäft eine wartende Menschenschlange gebildet hatte, fuhren wir erst einmal etwas außerhalb auf einen ruhig gelegenen Campingplatz und verschoben die Besichtigung des uns schon bekannten Ortes auf den nächsten Tag - allerdings wollten wir auch spätestens wieder um 13:30 Uhr unseren Rückzug angetreten haben, da dann der Touristen-Zug aus Skagway kommend erneut seine Dampfpfeife ertönen lassen wird.

im Wild Adventure Yukon

Nach unserem Stopp bei den Dünen von Carcross fuhren wir noch bis zum Park von Wild Adventure Yukon weiter. Der Park trug früher den Namen Caribou Crossing Trading Post. Er wurde 2012 von Denis und Greg McHale gekauft, die ihn auch heute noch betreiben. Vorher gehörte er über 25 Jahre Charles und Marilyn Buchanan, die zunächst mit einem Museum für Wildtiere begannen und den Park stetig erweiterten. Charles („Chuck“) Buchanan war ein berühmter und sehr talentierter Präparator (Taxidermist). Er kam 2013 zusammen mit seinem Sohn Shane in Saskatchewan bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
yukon
Heute werden im Wild Adventure Yukon Park neben einem Restaurantbetrieb viele Vergnügungen wie Goldwaschen, ein Streichelzoo, der Besuch einer Huskie-Station oder Hundeschlittenfahrten angeboten. 
outfitter
Uns ging es aber vor allem um einen Besuch des Wildlife Museums bzw. der Wildlife Gallery. Die meisten ausgestellten Tiere sind von Chuck Buchanan selbst präpariert. Die imposantesten Ausstellungsstücke sind ein riesiger Eisbär und ein Wollhaar-Mammut, das von Chuck Buchanan aus den Fellen von über 30 Moschusochsen erstellt wurde. Neben dem „Eiszeit-Giganten“ und den Eisbären sind Grizzlys, Schwarzbären, Bisons, Elche, Caribous, Moschusochsen, Luchse, Berglöwen und unzählige weitere auch kleinere  Tiere des nordamerikanischen Kontinents zu sehen.
Halle
Ein Blick in die große Ausstellungshalle
Bären
Eisbär und Grizzly-Bär
Bär
Bär
Grizzly-Bär
Bergziege
Mountain Goat
Dall Schaf
Dall Sheep
Sheep
Bighorn Sheep
Wolf
Timber Wolf
Kojote
Kojote
Kragenhiuhn
Kragenhuhn
Wolverine
Wolverine
Puma
Cougar - Berglöwe
Angriff
Muschussochsen
Moschus Ochsen
Moschus Ochse
Moschus Ochsen
Bison
Bison
Rentier
Rentier
Mammut
Mammut
Squirrel
Dieses Ground Squirrel im Außenbereich war echt
Husky
Sehr junger Husky