Samstag, 27. Juni 2026

nach Teslin

Die Distanz zwischen Watson Lake (Campground) und Teslin Lake auf dem Alaska Highway beträgt gut 260 Kilometer; das war unsere angestrebte Fahrstrecke für den heutigen Tag.
Zwanzig Kilometer nach Watson Lake erreichten wir die Kreuzung, an der der Cassiar Highway (Highway 37) vom Alaska Highway nach Süden abzweigt und von hier über 725 Kilometer nach Kitwanga in British Columbia führt. Hier konnten wir die Tankstelle „Junction 37“ und alle ehemaligen auf dem Gelände befindlichen Relikte aus früheren, d.h. „besseren Zeiten“ noch sehen, die aber mehr und mehr verfallen  - und nicht weggeräumt werden!
Hinweisschild
Dieses Hinweisschild am Alaska Highway informiert, jedoch leider falsch - und das seit Jahren!
In Junction 37 kann man schon lange nicht mehr nächtigen, zelten oder mit dem Wohnmobil campen, nur Benzin bekommt man noch an einer von ehemals drei Tankstellen.
Zapfsäule

Durch diese Zapfsäulen fließt seit Jahren kein Benzin mehr.
geöffnet
Geöffnet heißt nicht, dass dieser ehemalige Tankstellenstopp und Souvenierladen tatsächlich geöffnet ist, sondern, dass man an der Tankstelle gegenüber per Kartenzahlung Benzin zapfen kann.
37
Dass dieser Platz einmal vor gut 10 Jahren noch sehr betriebsam war zeigen nicht nur die mittlerweile teilweise verrotteten und zugewachsenen Moteleinheiten, sondern auch dieser große Saloon, der ebenfalls verfällt.
Saloon
Etwa einen Kilometer hinter der "Junction 37" passierten wir die Lodge „Nugget City“ (mile 630), in der die neuen und jungen Eigentümer viel renovieren, weil man sich an neuem Standard orientieren möchte.
Baumaterialien
Das alte Inventar dieser Hütten wurde bereits entfernt, das neue, noch einzubauende ruht derzeit abgedeckt vor den Hütten.
Nicht nur die Hütten als Übernachtungseinheit werde komplett renoviert, sondern auch viele weitere Gebäude befinden sich in "Nugget City" im Wandel.
Nach weiteren 90 Kilometern durch Landschaft und Natur erreichten wir die ursprünglich bereits 1945 erbaute, ehemalige Lodge „Rancheria“ am Rancheria River (Länge: 170 Kilometer, mündet in den Liard River), die 2018 nach dem Tod des Besitzers geschlossen wurde und seither leer stand. Anfang Mai 2026 jedoch brannte das ehemalige Restaurant und dann noch einmal Anfang Juni eine Moteleinheit ab - auch so verschwindet Geschichte.
abgebrannt
Nicht nur Schutt und Asche,
sondern auch noch jede Menge Blech und Eisen blieben nach dem Brand übrig.
15 Kilometer nördlicher wollten wir eigentlich die Rancheria Falls besuchen; der Wanderweg dorthin war aber bis auf Weiteres wegen Beschädigungen an einem Holzsteg über Felsen geschlossen.
Übrigens sind mexikanisch / spanische Goldsucher für den Namen des Rancheria Rivers verantwortlich. Sie nutzten das spanische Wort "ranchería oder rancherío", um so lockere Ansammlungen von Hütten und Lager der einheimischen Bevölkerung oder Siedlungen von Landarbeitern zu benennen.
Von einer weitere ehemalige Lodge die wir passierten, die Message Post Lodge bei  historischer Meile 717, sind wiederum neben Brandspuren nur noch die ehmaligen Reste der Tankstelle sichtbar. Dort, wo heute Büsche wachsen, standen einmal die Zapfsäulen. Der rudimentäre Lampenmast steht noch.
Lampenmast
Auf der westlichen Seite des Alaska Highways wurden nun die Berge immer höher. Es handelt sich um Ausläufer der Cassiar Mountains und etliche der Bergspitzen waren noch schneebedeckt. Gleichzeitig begleiteten uns weiterhin endlose Wälder mit Schwarzfichten und Espen, im wahrsten Sinne eine „unberührte“ Wildnis.
berge

Wiederum fünfzehn Kilometer weiter fuhren wir an der ehemaligen Swift River Lodge vorbei, die im Jahr 2009 wegen Abwasser- und Trinkwasserproblemen geschlossen wurde. Auch sie wird immer mehr dem Verfall preisgegeben; nur noch das Haupthaus der ehemaligen Lodge "steht", die anderen Nebengebäude wurden entweder abgerissen, abgebrannt oder dem natürlichen Verfall überlassen.
abgebrannt
Das Tal des Swift Rivers ist in dieser Region besonders unberührt und der Fluss (Länge: 150 Kilometer, mündet in den Teslin Lake) ist ein Geheimtipp für Angler.
Von hier brauchten wir knapp 30 Kilometer, um die Continental Divide Lodge an der historic mile 721 (Kilometer 1120) zu erreichen, die außer einem fehlenden Restaurant noch vollständig betrieben wird (von Mitte Mai bis Ende September).
schild
Seit Jahren hängt dieses Schild schon verkehrt herum, doch keinen interessiert / stört es.
Früher war es einmal ein Zeichen dafür, das dies zwar der angegebene Ort ist, er aber nicht mehr betrieben wird. Betrieben wird er noch, steht aber derzeit für CAN$ 1.5 Mio zum Verkauf. 
Lodge
Auch das Schild auf dem Dach weckt falsche Hoffnungen. Statt einem Mittagessen gibt es nur Muffins und Zimtschnecken!
Die Lodge liegt an einem interessanten geographischen Punkt, der kontinentalen Wasserscheide im Yukon. Hier fließen in östlicher Richtung die Flüsse bzw. alle Wassersysteme Richtung MacKenzie River und münden über ihn in die Beaufort See (Arktischer Ozean), während in westlicher Richtung, insbesondere hier zunächst der Swift River, d.h. die Wassersysteme über den Yukon River, letztendlich in den Pazifik münden.
Es folgten weitere 70 Kilometer durch die Wildnis bis zur ehemaligen Morley River Lodge, von der inzwischen fast gar nichts mehr zu sehen ist. Nur noch Brandspuren und Metall, das nicht verbrannte.
Morley River
Knapp dahinter befindet sich das ehemalige Dawson Peaks Resort, das leider auch seit 2020 nicht mehr betrieben wird, aber sehr schön an einem See gelegen ist.
Der Name dieses ehemaligen Resorts weist auf den Blick des sich im Westen befindlichen Bergs [Dawson Peaks (Höhe: 1.700 Meter)] hin.
Dawson Peaks
Danach hatten wir nur noch die letzten 35 Kilometer der Etappe zu bewältigen und konnten bald in der Ferne bereits die imposante "alte" Nisutlin Bridge entdecken.
Bruecke
Ein Neubau der Nisutlin Bridge (rechts im Bild vor der stählernen) begann 2022 und sollte 2026 abgeschlossen werden; zurzeit ruht jedoch Fertigstellung der Baumaßnahme, weil ein neues Gutachten über die Bodenbeschaffenheit am Nordende der Brücke notwendig wurde. Wir überquerten die Nisutlin Bay also erneut auf der alten Brücke. Die Nisutlin Bridge trägt ihren Namen nach dem hier in den Teslin River (Länge: 630 Kilometer) einmündenden Nisutlin River (Länge: 240 Kilometer).
„Nisutlin“ bedeutet in der Sprache der in dieser Region wohnenden First Nation, den Tlingit, „ruhiges Wasser“. „Teslin“ bedeutet in der Sprache der Tlingit „langes schmales Wasser“.
Der Teslin Lake wird durch den Teslin River „gespeist“ und „entwässert“, d.h., der Teslin River fließt durch den Teslin Lake hindurch. Der See liegt auf einer Höhe von 680 Metern, hat eine Fläche von 350 km² und ist 145 Kilometer lang. Am Ost- und am Südufer sieht man die Bergketten der Dawson Peaks und des Teslin Plateaus mit durchschnittlicher Höhe von über 2.000 Metern.

An der Einmündung des Nisutlin Rivers liegt der kleine Ort Teslin (240 Einwohner), der vor allem durch seine Tlingit-Bewohner geprägt ist. Im Besonderen wird im besuchenswerten George Johnston Museum ↗ und im Teslin Tlingit Heritage Museum ↗ die Kultur der hiesigen Tlingit präsentiert.

Freitag, 26. Juni 2026

Kochen in der Wildnis

Vier Kilometer nordwestlich der Gemeinde Watson Lake befindet sich ein zum Ort gehörender See, der Watson Lake, ein 14 km² großer See, an dessen Südufer „Parks Canada“ einen schönen Wald-Campingplatz eingerichtet hat. Dieser ist von Mai bis Ende September geöffnet und bietet für $20 40 Stellplätze an und garantiert keinen Internet- oder Telefonempfang!
Campingplatz
Ein ruhiger Campground am Watson Lake
Auf fast allen kanadischen Campingplätzen findet man sogenannte „Fire Rings“, manchmal auch als „fire pits“ oder „grill rings“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich um offene Eisenringe, die oft in den Boden eingelassen sind. Zum Zweiten sind sie mit einem Grillrost versehen, sodass man direkt über dem offenen Feuer grillen oder kochen kann.
Feuer
Da wir in Watson Lake mehrere Tage verbrachten, nutzten wir diese Kochmöglichkeit in der Wildnis ausgiebig - einmal für das Garen von Steaks, die extrem lecker gelungen waren und am nächsten Tag für ein Kesselgulasch bzw. Irish Stew (allerdings mit Rind- und nicht mit Lammfleisch).
Irish Stew
Steak
Vergessen darf man jedoch nicht, dass oft in den Sommermonaten aufgrund der erhöhten Waldbrandgefahr ein sogenannter „Fire Ban“, ein Feuerverbot, ausgesprochen wird und dann ist auch ein „Kochen in der Wildnis“ auf einer offenen Feuerstelle nicht erlaubt.
Feuerstelle

Donnerstag, 25. Juni 2026

Im Sign Post Forest

Ein absolutes Highlight für Touristen, die auf dem Alaska Highway unterwegs sind, ist der Sign Post Forest (Schilderwald) in Watson Lake. Er befindet sich direkt am Alaska Highway an der Kreuzung zum Robert Campbell Highway (Yukon Highway 4), der ab Watson Lake über 580 Kilometer, überwiegend als Schotterstraße, bis nach Carmacks am Klondike Highway führt.
Ein amerikanischer Soldat aus Illinois, Carl K. Lindley, startete den „Schilderwald“, als er 1942 aus Heimweh ein Schild seines Heimatortes Danville aufstellte.
Carl
Bild aus Visitor Center Watson Lake
Im Laufe der Jahrzehnte hinterließen zahlreiche Besucher Schilder ihrer Herkunftsorte und inzwischen sollen es über 100.000 sein.
Schilderwald
wald
Im Schilderwald
Wir hatten den Sign Post Forest in den letzten Jahren bereits vier Mal besucht und schauten deshalb nur nach, ob die Schilder von Lautertal, die 2004 von dem Ehepaar Karl-Heinz und Ursula Grüner aus dem Lautertal, Ortsteil Staffel, aufgestellt wurden, noch existieren. Und sie waren noch da…
Schilder
Lautertaler Ortsteile-Schilder links im Bild
Schild
Lautertaler-Ortsteile-Schilder halb rechts

Mittwoch, 24. Juni 2026

Jerry - the caretaker

... von Iron Creek Lodge am Alaska Highway bei historischer Mile 596.

Nachdem wir vom Muncho Lake gestartet waren und sechs ehemalige Lodges am Alaska Highway passierten, von denen jedoch derzeit nur noch zwei betrieben werden, erreichten wir die Iron Creek Lodge. Eine Vorläufer-Lodge existierte hier bereits ab 1957. Nach einem letzten Verkauf im Jahr 2005 war das Anwesen viele Jahre nicht bewirtschaftet, ehe es die First Nations von Lower Post erwarben und beabsichtigten ein „Therapiezentrum“ zu errichten.
Im Jahr 2024 war ein Bauunternehmer damit beschäftigt, das Innere der Lodge zu erneuern. Dazu gehörte nicht nur die Installation einer Heizung auf Basis von Warm-Wasser und eine komplette Erneuerung des Bodenbelages, sondern auch der Einbau einer Kaminverblendung und die Herrichtung aller Zimmer im Obergeschoss. Gleichzeitig wollte man den Außenbereich neu gestalten, neue Hütten errichten u.v. mehr: ein Vorhaben für diese Region und den damit verbundenen Ausgaben -  außergewöhnlich!
Kamin
Kaminverkleidung wird fertiggestellt  -  16.06.2024
Ich wollte mich vom Baufortschritt überzeugen und sah zuerst folgendes Bild.
zaun
Nun, der Bretterzaun wurde im Sommer 2025 errichtet, ebenso die Außenveranda am Haus, doch Tore fehlten und im Außenbereich hatte sich so gut wie nichts getan.
bretterzaun - closed
Als ich auf der anderen Seite des Grundstücks auch noch das Schild „CLOSED“ sah, wollte ich schon weiterfahren, da ich dachte: trotz großer Vorhaben hat sich  an der Iron Creek Lodge doch nichts getan,
als plötzlich ein friedfertiger Wachhund auftauchte und kurze Zeit später das dazugehörige „Herrchen“. Jetzt wollte ich es genauer wissen und fragte nach dem derzeitigen Baufortschritt.
Jerry, wie er sich mir vorstellte, sei der "caretaker" dieses Anwesens. Er bedauerte, dass es trotz aller guten Absichten nicht besonders vorangehe. Es fehlen die Teile – z. B. fürs Tor, für die geplanten Hütten usw.. Aber das große Gebäude sei fertig.
Jerry
Folglich fragte ich nach einer möglichen „Hausbesichtigung“, die er spontan ermöglichte. Voller Stolz zeigte er mir das komplette Unter- und Obergeschoss und erwähnte, dass bereits Versammlungen in diesem Haus stattfinden; für Kinder, aber auch Erwachsene. So wurden z. B. Kurse abgehalten, um Stammesangehörige in „trap-line“ zu unterrichten.
Kamin
großer saal
Großer Saal
Im großen Saal und in der Küche fand ich einen neuen Fußboden vor, ansonsten hatte man allerdings nahezu alles vom Vorgänger übernommen, stehen gelassen (Kücheneinrichtung / Empfangstresen, Ausgabetresen für Essen / ...).
Zimmer
Im Obergeschoss zeigte er mir jedes Zimmer incl. den dazugehörigen Nasszellen - nagelneu und sofort bezugsfertig, wie er betonte.
Zum Schluss durfte ich mit ihm noch auf die Veranda, um einen Blick auf den See zu werfen. Die ganze Veranda ist mit Mückenschutz versehen - deshalb auch das etwas unscharfe Bild.
See
Nach der Hausbesichtigung lud er mich auf eine Fahrt mit dem Quad ein; er wolle mir noch das weitere Gelände zeigen.
Zuerst fuhren wir hinter das Haupthaus, wo er mir den Generator und die Heißwasserbereitung für die Heizung zeigte.
Haupthaus
Das Haupthaus von hinten - links Generator / Heizung
Dann fuhren wir hinunter zum ehemaligen großen Campinglatz.
campingplatz
ehemaliger Campingplatz 
Dort standen in einer Ecke sogar noch die (zugewachsenen) Schaukeln aus längst vergangenen Tagen.
Schaukeln
Anschließend zeigte er mir den Platz, wo die Mitglieder der Band bei Treffen ihre Zelte aufstellen können; die „Tipi-Pfosten“ / lodgepole waren an einer Seite aufgereiht.
tipipfosten
Daneben war ein Gestell zu sehen, das sie im Herbst / Winter nutzen, um eine Elchhaut zum Trocknen aufzuspannen.
spanngestell

Eine weitere Hütte am See wolle er mir unbedingt noch zeigen. Mit fließendem Wasser und komplett eingerichtetem Bad bietet es neben einem großen Doppelbett noch einen großen mit Holz zu befeuernden Ofen für kältere Jahreszeiten im Aufenthaltsbereich mit zahlreichen Sitzgelegenheiten.
Hütte
Fast entschuldigend erklärte er mir, dass er sich mit einem weiteren „Caretaker“ alle zwei Wochen abwechseln würde, man also derzeit alleine auf dem Anwesen sei und man somit kaum mit den Außenarbeiten (Gras mähen, Wege frei schneiden, …) nachkommen würde.
Zum Schluss meinte er, ich solle ruhig wiederkommen, allerdings nicht so bald, aber es wird weiter Veränderungen geben.
Für mich war es ein besonderes Erlebnis, dass mich Jerry auf diese Erkundigungstour der Iron Creek Lodge eingeladen hatte.

Nach Watson Lake

Wir verabschiedeten uns vom Muncho Lake und konnten kurz vor der Abfahrt noch einmal atemberaubende Landschafts-Panoramen als Spiegelungen auf der glatten Oberfläche des Muncho Lakes bestaunen.
Muncho Lake
Muncho Lake
Wir wunderten uns zunächst, dass kein Reiseverkehr Richtung Norden auf dem Alaska Highway zu registrieren war. Nach kurzer Internet-Recherche erfuhren wir, dass knapp vor dem Muncho Lake an der Muncho Lake Pit Road ein Benzin-Laster umgekippt war, was zu einer mehrstündigen Vollsperrung des Highways führte. Der Alaska Highway ist in solchen Fällen tatsächlich ein „Nadelöhr“ - da geht, d.h. fährt nichts mehr.
zu
Wir waren von dieser Vollsperrung glücklicherweise nicht betroffen und konnten unsere 275-Kilometer-Fahrt nach Watson Lake starten.

Der Muncho Lake entwässert in den etwas über 90 Kilometer langen Trout River, der uns zunächst links des Alaska Highways begleitete. Nach 60 Kilometern erreichten wir bei der historic mile 496 seine Einmündung in den Liard River und damit den Liard River Hotsprings Provincial Park, der für seine natürlichen Thermalquellen bekannt ist. Der Liard River ist mit seiner Länge von 1115 Kilometern der längste Nebenfluss in Canada und mündet in den MacKenzie River, der in den Arktischen Ozean fließt.
Liard River
Entlang am Liard River
Im Gebiet des Liard River Provincial Parks ist eine große, freilebende Waldbison-Herde ansässig und wir durften einige der riesigen Tiere am Straßenrand bestaunen.
Bison
Bison
Auch einen jungen Braunbären konnten wir länger beobachten.
Braunbär
braunbär
Kurz darauf querte ein Kragenhuhn mit vier Jungen in aller Ruhe den Highway.
Kragenhuhn
Weiter ging es durch endlose Waldlandschaften, Sumpfgebiete und immer entlang des Liard Rivers, bis wir nach weiteren 65 Kilometern an der historic mile 533 die Einmündung des nächsten größeren Flusses, des Coal Rivers (Länge: 380 Kilometer), in den Liard River erreichten. Im Coal River Valley befindet sich ein großes Braunkohle-Vorkommen, das aber aufgrund der minderen Qualität der dortigen Braunkohle nicht genutzt wird.
Meile 533
Wir hatten nun die nächste Distanz von 150 Kilometern bis nach Watson Lake zu bewältigen und auf dieser Strecke war tatsächlich außer Straße, Landschaft und Natur gewissermaßen „Nichts“, auch kein Telefonempfang.
geradeaus
geradeaus
Zuweilen kamen wir immerhin an aufgegebenen lodges/roadhouses vorbei, wobei beispielsweise die ehemalige aufgegebene Ironside Lodge von den Liard First Nation übernommen und zu einem ansehnlichen Community Center umgebaut wurde (eigener Artikel).
Eine heute noch als Tankstelle betriebene (ehemalige) Lodge erreichten wir nach knapp 100 Kilometern bei der historic mile 590, es ist die Contact Creek Lodge. Die Besitzer betreiben bereits seit 1984 dieses Anwesen.
Contacr Creek Lodge
Der Ort Contact Creek hat für den historischen Alaska Highway eine gewisse Bedeutung, weil dort im September 1942 die Pioniere von zwei US-Regimentern, vom Norden und vom Süden kommend, aufeinandertrafen, um die Bauarbeiten dieses Straßenabschnittes zu beenden.
Contakt Creek
Der letzte Ort kurz vor Watson Lake, der noch in British Columbia liegt, ist „Lower Post“, eine Siedlung der Liard First Nation (Kaska Dena).
Lower Post
Danach passierten wir die Grenze zum Yukon Territorium. Ein Territorium (es gibt nur drei: Yukon, Nunavut und die Northwest Territories) hat im Vergleich zu den restlichen zehn Provinzen in Canada weniger Autonomie-Rechte.
Yukon
Schwer zu entziffern: WELCOME IN YUKON - 
da jeder einen Aufkleber auf dem Schild anbringen möchte
Gleich danach kamen wir in Watson Lake an. Der Ort hat heute 1.100 Einwohner und wurde nach dem Trapper und Goldsucher Frank Watson benannt, der sich um 1898 in der Region des heutigen Watson Lake ansiedelte.