25 Kilometer nordwestlich von Grande Prairie befindet sich der kleine Ort Wembley.
Hier kann man seit 2015 das Philip J. Currie Dinosaur Museum besichtigen. Der Standort des Museums ↗ wurde wegen einer berühmten Dinosaurierknochen-Fundstelle gewählt, die sich in der Nähe von Wembley befindet. Es handelt sich um das Gebiet des Pipestone Creek, der ein kleiner Nebenfluss (18 km) des Wapiti Rivers ist. Der Wapiti River übrigens mündet in den Smoky River.
Die Fundstätte wird auch „Fluss des Todes“ genannt, weil hier am Ende der Kreidezeit (~143 Millionen Jahre bis 66 Millionen Jahre v. Chr.), vor wahrscheinlich 72 Millionen Jahren, eine große Herde, vermutlich hunderte von Tieren, überwiegend von der Dinosaurierart „Pachyrhinosaurus“, einem nahen Verwandten der „Triceratops“, während einer katastrophalen Flut/Überschwemmung starben. Die
Knochen wurden im Bereich des Pipestone Creek angeschwemmt, von Sedimentgestein überdeckt und so über Jahrmillionen konserviert.
Die Lagerstätte wurde erst 1973 von einem lokalen Highschool-Lehrer, Al Lakusta, entdeckt. Ihm zu Ehren wurde die Dino-Art „Pachyrhinossaurus lakustai“ genannt.
Das Besondere an dieser Fundstätte ist, dass man eng zusammen vom Ei, über das Jungtier bis zum ausgewachsenen Tier alle Mitglieder einer Dino-Herde vorfindet und dadurch viele Rückschlüsse auf das Zusammenleben der Tiere möglich wurden. Bis heute hat man dort bereits über 8.000 Knochen ausgegraben.
Das Museum wurde nach dem bekanntesten Paläontologen Kanadas, Dr. Philip J. Currie (*1949 in Ontario), benannt. Er ist nicht nur Kurator für Dinosaurier im berühmten Royal Tyrrell Dinosaur Museum in Drumheller, sondern auch Professor für Paläobiologie in Edmonton.
Das Museum bietet Touren zu den Ausgrabungsstätten an, wo man sich als Hobby- Paläontologe betätigen kann. Wir beließen es bei einem Rundgang durch das Museum.
Zahlreiche interaktive Technologientragen tragen dazu bei, dass man die Dinosaurier und ihre Lebenswelt besser verstehen kann.
Durch Glaswände kann man den Wissenschaftlern im Forschungslabor beim Präparieren der Dinosaurierknochen zusehen. Es wird einem schnell klar, wie beschwerlich und zeitaufwändig diese Arbeit ist.
Gleich am Anfang des Rundgangs steht man vor einer nachgebildeten Fundstätte, wo einem klar wird, wie schwierig es ist, die Knochen erstens überhaupt auszugraben und zweitens konkrete Zuordnungen zu machen.
Anschließend widmet sich die Ausstellung den Dinosauriern selbst – vor allem natürlich dem „Pachyrhinosaurus“. Es wird auf viele Bereiche der Dino-Lebenswelt eingegangen, wie Ernährung, Fortpflanzung, usw. Auch wird versucht, die Erdzeitalter und die gewaltigen klimatischen und geologischen Veränderungen unserer Erde darzustellen, die auf das Leben der Dinosaurier einen großen Einfluss hatten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Darstellung des Bezugs zwischen Reptilien und Vögeln. Modelle von Flugsauriern dominieren die Gestaltung der Decke.
Und nicht zuletzt wird darauf hingewiesen, dass wir u.a. mit Krokodilen und Schildkröten auch heute noch Verwandte der verschwundenen Lebensform der Dinosaurier beobachten können.

