Eine Straße nach Atlin wurde erst 1949 von der kanadischen Armee erbaut, vorher waren andere aufwändige Transportwege nötig.
1898: Mit dem Klondike Goldrausch um Dawson City startete auch der Baubeginn einer Eisenbahnline von Skagway nach Whitehorse.
1899: Die Eisenbahnstrecke erreichte Bennett; damit ist für die, die sich eine Eisenbahnpassage leisten konnten, der mühsame Weg über den Chilkoot-Pass nicht mehr erforderlich.
1899 setzte man auch das erste Dampfschiff auf dem Atlin-See ein, die "Scotia".
1900: Bereits zwei Jahre nach Baubeginn erfolgte die Fertigstellung der Strecke.
Jetzt konnte man Menschen und Material von Skagway /Alaska nach Whitehorse / Yukon tranportieren. Diejenigen Stampeder, die an den Klondike wollten, zogen nach Dawson City weiter gen Norden, diejenigen, die nach Atlin wollten, konnten bereits vor Bennet, an der Log Cabin, nach Osten im Winter auf den "Fantail Trail", oder, wenn das Eis nicht mehr sicher genug war, auf den Tutshi Trail abbiegen.
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Die Route der Stampeder von Skagway nach Atlin (Quelle: Landkarte im Bahnhof von Carcross) |
Als der Run nach dem Gold nachließ, setzte der Tourismus ein - zumindest Richtung Atlin.
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Die Route der Touristen von Skagway nach Atlin (Quelle: Landkarte im Bahnhof von Carcross) |
Dazu reiste man von Süden her kommend (USA / Kanada) in Skagway an, stieg in den Zug der White Pass & Yukon Route (WP&YR) und fuhr bis nach Carcross/Yukon. Von dort ging es per Boot weiter über den Nares Lake sowie den Tagish Lake bis zu dessen Taku Arm.
Die nächste Etappe wurde erneut auf einer kurzen Bahnstrecke bis zum Atlin Lake bewältigt.
Man stelle sich vor, dass man dazu ein "Bahngleis" über ~ 3,5 Kilometer baute, - die sogenannte Taku Tramline - als "Zugmaschine" dienten anfänglich Pferde, später wurden diese tatsächlich von einer dampfgetriebenen Lokomotive ersetzt. Die Lokomotiven konnten nicht drehen und mussten die Strecke rückwärts zurückfahren.
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| Die Lokomotive Duchess neben dem Bahnhof in Carcross |
Die Lokomotive wurde „Duchess“ genannt. Sie wurde bereits 1878 gebaut, kam im Zuge des Goldrausches in den Norden und zog ab 1900 die Waggons der berühmten Taku Tramline. Seit 1931 steht sie als Touristenattraktion direkt neben dem Bahnhof in Carcross.
Nach der kurzen Fahrt mit der Eisenbahn in offenen Wagen nutzte man erneut ein Dampfschiff, später noch ein Motorschiff, um das Ostufer des Atlin Sees und damit endlich den Ort Atlin selbst zu erreichen. Im Winter war man übrigens auf den zugefrorenen Seen per Hundeschlitten unterwegs.
1917 baute man, als der Strom der Touristen immer mehr zunahm, zwei weitere Schiffe, in Carcross die S.S.Tutshi und die M.V. Tarahne in Atlin.
1928 halbierte man sogar das Motorschiff Tarahne und verlängerte es um ein Mittelteil von zwölf Metern, weil sich das Schiff für die zunehmende Zahl an Touristen als zu klein erwies. Sie wurde überwiegend für 80 km lange Sightseeing-Touren für Touristen genutzt.
1936 wurde das Motorschiff Tarahne stillgelegt und aus dem Wasser geholt, da die Touristen mit Beginn der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre ausblieben.
Während die S.S. Tushi heute (abgebrannt nach einer fast fertiggestellten Komplettrestaurierung) noch in Carcross zu sehen ist, liegt die restaurierte M.V. Tarahne im Hafenbereich von Atlin. Das beliebte „Foto-Motiv“ war übrigens kein Dampfschiff, sondern hatte einen Schraubenantrieb mit Dieselmotoren.
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| S.S.Tutshi in Carcross |
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| M.V. Tarahne in Atlin |
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| M.V. Tarahne in Atlin |
Auch das historische Boot M.V.Atlinto, von Jules Eggert erbaut 1911, liegt seit den 1950er Jahre noch - restauriert - im Hafen von Atlin.
1927 erwarb John Noland das Ausflugsboot „Atlinto“ , das Touristen auf malerischen Fahrten über den Atlin-See beförderte und Jäger in die umliegende Wildnis brachte.
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| Atlinto |
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| Info zum Boot Atlinto |
Nachdem der Ort Atlin im Laufe der Jahre seine Bedeutung als Goldgräberstadt verlor, nahm über Jahrzehnte die Bedeutung des Tourismus für den Ort zu.
1916: Nahezu zeitgleich mit dem Bau der beiden Schiffe ließ die White Pass Co. ein luxuriöses, dreistöckiges Hotel in Atlin errichten, das „Atlin Inn“.
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Die M.V. Atlinto vor dem dreigiebeligen Atlin Inn von 1916 (Foto an Außenfassade des neuen Atlin Inns) |
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Innenansicht von Atlin Inn im Jahr 1916 (Foto auf Infotafel am Hafen) |
1935: Dem Ausbleiben der Touristen geschuldet wurde das Hotel 1935 geschlossen und stand anschließend viele Jahre lang leer.
1941: Sechs Jahre nach der Schließung des Hotels wurde ein Flügel abgebaut und an den nördlichen Stadtrand von Atlin zum McBride Boulevard verlegt, wo er zum Atlin-Krankenhaus wurde.
1965: Das ehemalige "Atlin Inn" wurde abgerissen und mit dem verwendbaren Material baute man u.a. für Touristen am selben Standort 10 Blockhütten.
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| Blockhütten für Touristen |