Den südlichsten Bereich der Pazifikküste von Alaska nennt man „Alaska Panhandle“ (Pfannenstiel). Dabei handelt es sich um einen schmalen, rund 850 Kilometer langen Küstenstreifen, der von dem Yukon Territory und der Provinz British Columbia begrenzt wird. Dort findet man zahlreiche vorgelagerte kleine Inseln und weit ins Landesinnere hineinreichende Fjorde. Außer Hyder, Skagway und Haines kann man die Orte, die am Alaska Panhandle liegen, nur über die Fähren des Alaska Marine Highway Systems oder per Boot und Flugzeug erreichen.
Der südlichste Fjord des Alaska Panhandle wird durch den 115 Kilometer langen Portland-Kanal gebildet. Am Ende dieses Kanals liegen die Orte Stewart (Kanada) und Hyder (Alaska).
| Blick vom Steg in Hyder auf das Ende des Portland Kanals in Stewart |
Der amerikanische Ort Hyder hat nur etwa 50 Einwohner und ist aus unserer Sicht in den letzten Jahren noch mehr zur „ghosttown“ geworden, als wir ihn bei unserem ersten Besuch im Jahr 2017 erlebten. Viele Häuser, Fahrzeuge, etc. erinnern mehr denn je an „lost places“.
| Ein einmal abgestelltes Boot am Wegesrand verrottet mitsamt seiner ehemaligen Abdeckung |
Der größte Teil der Infrastruktur von Hyder ist am benachbarten kanadischen Ort Stewart orientiert (Schule, Stromversorgung, …), aber man muss bei der Rückfahrt offiziell über eine Grenzstation in Kanada einreisen.
| Die Einreise nach Hyder in Alaska |
| Bei der Ausreise sieht man - seit dem Jahr 2015 - dieses Schild |
Das „Checkpoint Charlie“-Schild an der Grenze Hyder (Alaska) – Stewart (British Columbia) wurde 2015 angebracht. Es war eine humorvolle Protestaktion der Bewohner von Hyder, nachdem die kanadische Seite angekündigt hatte, die Grenzkontrolle nachts schließen zu wollen.
Und noch eine interessante Bedingung in Hyder: Offiziell gilt hier die Alaska-Zeit (eine Stunde voraus), doch die Einwohner von Hyder orientieren sich an der B.C. Zeit - außer dem Post-Office.
In der Cottonwood Street in Hyder konnten wir weiterhin, wie bei unseren vergangenen Besuchen, in „The Bus/The Cabin“ bei Diana Simpson frisch zubereiteten, frittierten „Halibut“ genießen, den ihr Ehemann Jim im Portland-Kanal frisch fängt.
| So sah die "Imbiss-Bude" im Jahr 2017 aus |
| Im Jahr 2026 gibt es den Halibut nur noch aus der "Frittenbude" rechts |
| Die zerstörte südliche Besucherplatform |
Unser dortiger Besuch Anfang September war aber durch ein weiteres Problem beeinflusst. Es waren kaum Lachse und dementsprechend auch keine Bären zu sehen. Nur hin und wieder konnte man einen Lachs ausmachen an den Stellen, wo es eigentlich um diese Zeit im Laichgebiet vor Lachsen nur so wimmelt.
Der Grund dafür liegt in der angestiegenen Wassertemperatur im Salmon River, wodurch die Sauerstoffkonzentration im Wasser abnimmt. Die Lachse hingegen brauchen für das anstrengende Schwimmen bis zu ihren Laichplätzen viel Energie und dementsprechend viel Sauerstoff im Wasser. Wenn sie an den Einmündungsstellen der Flüsse ankommen, bemerken sie die für die schlechten Bedingungen und bleiben dann erst einmal abwartend im Fjord / Meer. Deshalb sind sie in diesem Jahr um Wochen verspätet noch nicht bei Hyder angekommen.
Normalerweise wäre es die Zeit, wo auch für ihn der Speiseplan reichlich Lachs vorsehen würde.
Dennoch: draußen, am Ende des Salmon Rivers, am Anfang des Portland-Kanals, konnten zumindest Robben auf Fischfang gehen.
All das interessierte diesen Stellar Jay (Schwarzscheitelhäher - Cyanocitta stelleri) nicht - er suchte im Uferbereich nach Eßbarem.
