| Kurz vor Haines Junction |
| Welcome to Haines Junction |
An der Historic Mile 1016 des Alaska Highways befindet sich der Ort Haines Junction, direkt am Kreuzungspunkt des Alaska Highways und des Haines Highways gelegen. Westlich des Ortes erheben sich die gewaltigen, schneebedeckten Gipfel der St. Elias Mountains, dem Zentralgebirge des Kluane Nationalparks.
Haines Junction nennt sich dementsprechend auch „Tor zum Kluane Nationalpark“. Der „Tutchone“-Name des Ortes ist „Dakwakada“, was „hohes Lager / hohes Versteck“ bedeutet. Gleichzeitig kreuzten sich hier verschiedene Handelswege der First Nation. Heute ist Haines Junction der Verwaltungsort der Champagne und der Aishinik First Nations. Sie stellen etwa die Hälfte der Bevölkerung des Ortes, die insgesamt mit um die 850 Bewohner angegeben wird.
Am Ortseingang lädt das Kulturzentrum der First Nation, das Da Ky Culture Center (eröffnet 2012), zu einem informativen Besuch über die Lebensweise der Champagne und der Aishinik ein. Im Gebäude ist außerdem das Besucherzentrum für den Kluane Nationalpark untergebracht, das mit vielen Modellen und Medien über die Landschaft und die Natur der Kluane Ranges (Bergketten) und den Kluane Lake informiert.
Der heutige Ort Haines Junction entstand erst ab 1950 aus einem ehemaligen Versorgungs- und Bau-Camp des U.S.-Militärs aus dem Jahr 1942. Das Camp lag direkt am Ufer des hiesigen Dezadeash Rivers (Länge: 150 km), der im Dezadeash Lake entspringt, sich zwanzig Kilometer nach Haines Junction mit dem Kaskawulch River zum Alsek River vereint und in den Pazifik fließt.
Die wesentliche Bedeutung von Haines Junction ist in der Versorgung für die Durchfahrenden (Tanken, Essen, Schlafen) zu sehen und bietet ansonsten wenig Sehenswertes – außer natürlich der phänomenalen landschaftlichen Umgebung.
Nett anzusehen in Haines Junction selbst ist ein über sieben Meter hohes Kunstwerk (1988 erbaut) in der Ortsmitte, das den offiziellen Namen „Village Monument“ trägt, von den Einheimischen aber lustigerweise als „The Animal Cupcake“ oder „The Muffin“ bezeichnet wird. Es zeigt einen Berghügel mit Wildtieren aus der Region. Entworfen wurde es von dem Künstler Chris Caldwell (*1958), der in Whitehorse lebt und für seine Bücher und Gemälde über den Norden Kanadas bekannt ist.
| Denkmal in Haines Junction |
Desweiteren sind zwei Kirchen in Haines Junction sehr interessant. Die eine ist die St. Christopher’s Anglican Church, eine sogenannte „Log-Church“. Dies bedeutet, dass sie komplett aus Vollholz-Rundstämmen besteht.
| St. Christopher´s Church in Haines Hunction |
Nachdem das vorherige Kirchengebäude baufällig geworden war, erstellten lokale Handwerker in Eigenhilfe von 1987 bis 1991 diese interessante „Blockhütten-Kirche“ und verwendeten dabei einen völlig ungewöhnlichen achteckigen Grundriss.
Ein Stückchen weiter den Alaska Highway Richtung Whitehorse hinauf steht die zweite interessante Kirche. Es handelt sich um die katholische Kirche „Our Lady of the Way“. Die Kirche ist eine umgebaute Quonset-Hütte.
| Nebengebäude und outhouse hinter der Kirche "Our Lady of the Way" |
Ursprünglich diente die Wellblechhütte bereits ab 1942 Soldaten der US-Armee während des Baus des Alaska Highways als Unterkunft. Im Jahr 1954 wurde sie dann zur eigentlichen Kirche umgebaut, u.a. wurden ein Turm und Fenster hinzugefügt. Quonset-Hütten sind Halbkreis- Bogenhallen aus Wellblech, gewissermaßen halbe Zylinder, die nach ihrem ersten Herstellungsort in Quonset Point / Rhode Island benannt wurden.
| Blick vom Eingang Richtung Alter |
1954 kamen zwei Patres der katholischen Ordensgemeinschaft der „Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria“, Pater E. Morisset und Pater F. VanRooy, auf die Idee, die Quonset-Hütte als ein Gottesdienstgebäude zu nutzen. Mit freiwilligen Helfern aus dem Highway Maintenance Camp in Haines Junction wurde die Hütte zunächst der Länge nach halbiert und zwischen den beiden Hälften wurden Fenster eingesetzt und es wurde ein Turm hinzugefügt. Die Inneneinrichtung (Bänke) und beispielsweise die Kirchenglocke sind Spenden von Gemeinden benachbarter Städte, wie aus Haines in Alaska oder aus Elsa, einer aufgegebenen Bergarbeiterstadt im Nordosten des Yukon Territory. Wenn man in dem außergewöhnlichen Kirchlein sitzt, spürt man die Einmaligkeit dieses Ortes und man fühlt sich wohl. Natürlich haben nur wenige Besucher Platz, aber auch heute können sie hier an Gottesdiensten teilnehmen oder der Kirche einen kleinen Besuch abstatten.
Unseren Besuch in Haines Junction im Jahr 2024 mit weiteren Bildern findet man hier.