Mittwoch, 23. August 2023

Leavenworth Battle Memorial

Von Mobridge in South Dakota sind es nur wenige Kilometer hinüber auf die andere Seite des Oahe Lake, wo man in der Standing Rock Sioux Reservation die Grabstätte von Sitting Bull besuchen kann. Nahe dieser Stätte befindet sich auch ein Monument zur  Erinnerung an Sacagawea.
Man verlässt die Stadt auf dem U.S. Highway 12, fährt über die Missouri-Brücke Richtung Westen. Dort, wo der Highway 1806 nach Norden abbiegt, befindet sich am Straßenrand zuerst eine andere geschichtsträchtige Erinnerungsstätte.

Gedenkstein

Hier wurde für den Entdecker, Trapper und Händler Jedediah Smith (1799-1831) eine Steinsäule mit drei Erinnerungstafeln errichtet. Jedediah gehörte als junger Mann zu der Gruppe, die mit dem Pelzhändler und General William Henry Ashley (1778-1838) nicht weit von hier im Jahr 1823 von den Arikara angegriffen wurde. Er gehörte zu den Überlebenden und machte sich nach Aufforderung von Ashley alleine Richtung Yellowstone River auf, um dort den Partner von Ashley, Major Andrew Henry, über die Gefahr durch die Arikara zu warnen. Nach der erfolgreichen Mission wurde Jedediah zum Hauptmann ernannt und kämpfte noch im selben Jahr in der Leavenworth-Schlacht gegen die Arikara. In den folgenden Jahren wurde er zu einem der erfolgreichsten Wegbereiter für Routen in den Westen; u.a. überquerte er als Erster die Black Hills und er fand eine Route über die Sierra Nevada durch Nevada und Utah. Leider wurde er mit nur 32 Jahren von Comanchen getötet.

Smith
Smith
Smith

Neben der Jedediah Smith-Steinsäule stehen noch einige Informationstafeln. Eine befasst sich mit der Leavenworth-Schlacht. Nach dem Arikara-Überfall auf die Ashley-Gruppe wurde Oberst Henry Leavenworth (1783-1834) im August 1823 zu einer Strafexpedition ausgeschickt, der mit sechs Kompanien der 6. US-Infanterie und über fünfzig Freiwilligen anrückte. In der Schlacht wurden einige Arikara getötet, die meisten konnten fliehen. Nach der Schlacht ließ Leavenworth alle Arikara-Dörfer und vor allem die Lebensmittelvorräte niederbrennen und alles Vieh töten.

Battle

Auf der nächsten Informationstafel geht es um die Arikara, die als „Gartenbau“-Volk Mais, Bohnen, Kürbisse und Tabak anbauten und in runden Erdhütten wohnten. Als Lewis & Clark 1804 auf die Arikara trafen, lebten sie in nur noch drei Dörfern, statt ehemals 32, weil sie in den 1780er Jahren von einer Pocken-Epidemie heimgesucht worden waren. Auf dieser Tafel werden nochmals die Ereignisse des Ashley-Überfalls und der Leavenworth-Schlacht beschrieben.

die arikara

Dazu passend informiert die nächste Tafel über den Native American Scenic Byway, insbesondere den hiesigen, 140 Kilometer langen Abschnitt in der Standing Rock Sioux Reservation. Bei dieser Information wird großen Wert daraufgelegt, dass sich die „Great Sioux Nation“ durch ein ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein von anderen Stämmen der Native Americans unterscheidet und es wird damit geworben, dass man zahlreiche Erinnerungen und Relikte an die Sioux-Geschichte im hiesigen Bereich des Native American Scenic Byway anschauen kann. Es wird erklärt, dass die Geschichten, die sich innerhalb eines Jahres ereignet hatten, in sogenannten „Wintererzählungen“ festgehalten wurden. Heute nennt man sie auch „Winter Counts“. Bei den Sioux wurde anschließend das wichtigste Ereignis auf eine Büffelhaut gezeichnet und so dokumentiert. Jedes Jahr verwendete man eine andere Farbe. In der Reservatzeit wurden diese Büffelhaut-Piktogramme auf Papier übertragen und so für die Geschichte festgehalten.

Byway

Auf der nächsten Tafel geht es um den sogenannten „Fur Trade“, den Pelzhandel. Vom frühen 16. bis zum späten 19. Jahrhundert bildeten sich umfangreiche Handelssysteme zwischen den Native Americans und spanischen, französischen, britischen und amerikanischen Händlern. Eine Pelzhandelsagentur folgte der nächsten, eine „schillernde“ Händlerfigur löste die nächste ab, aber die ungerechten Handelsbedingungen änderten sich wenig. Für die Felle erhielten die Native Americans Äxte und Gewehre, Kessel, Perlen, Decken, aber leider auch Alkohol. Durch den übermäßigen Raubbau an der Tierwelt entstanden gravierende Veränderungen im ökologischen Gleichgewicht und die Native Americans zerstörten so einen Teil ihrer Welt.

fur trade

Wir fahren weiter zu „Sitting Bull“ und „Sacagawea" - mehr darüber im nächsten Artikel.

Quellen und weiterführende Informationen:


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