Dienstag, 21. Juli 2026

von Dalton Cache nach Haines

Auf der letzten Etappe des Haines Highways waren wir noch einmal etwas mehr als 60 Kilometer vom US-amerikanischen Grenzübergang ↗ „Dalton Cache“ (Kilometer 60 / mile 40) bis zum Ort Haines selbst unterwegs.
Dalton Cache
Der Name des Grenzübergangs hat eine historische Bedeutung. Anfang der 1890er Jahre übernahm der Pionier Jack Dalton (1856-1944) von den Tlingit First Nation einen Handels- und Transportweg über den Chilkat Pass (1070 m), baute diesen Weg aus, errichtete mehrere Raststationen am Weg und nannte ihn den Dalton Trail ↗. Ab 1898 mussten die Goldsucher, die den Dalton Trail nutzen wollten, Maut bezahlen. Aus dieser Zeit existiert eine alte Blockhütte, die als Mautstelle, Handelsstation, Gasthaus und Versorgungsdepot (Cache) diente. Diese Hütte, die wir auch besichtigten, wurde in den 1990er Jahren originalgetreu restauriert, und steht auf dem Gelände der heutigen Grenzstation.
Wichtig für eine Besichtigung ist, dass man sich vorher bei den amerikanischen Grenzbeamten anmelden muss.
Dalton Cache
Dalton Cache
Dalton Cache
Dalton Cache
Dalton Trail
gold rush
Nach dieser Besichtigung waren wir in Alaska angekommen, was wir mit einem Bild am Begrüßungsschild dokumentierten.
Alaska
Die weitere Fahrt führte uns entlang des etwa 80 Kilometer langen Chilkat Rivers ↗, der am Chilkat-Gletscher in British Columbia entspringt und bei Haines in den Lynn Canal einmündet. In den Flussauen des Chilkat Rivers richtete der Staat Alaska 1982 ein 19.400 Hektar großes Schutzgebiet für Weißkopfseeadler (bald eagle) ein – das „Alaska Chilkat Bald Eagle Preserve“ -, mit dem Ziel den Lebensraum der weltweit größten Bald Eagle-Population zu erhalten. Etwa 400 Vögel leben das ganze Jahr in dem Gebiet, aber im Oktober/November treffen sich hier jedes Jahr bis zu 4.000 Exemplare während der Lachswanderung der Keta- und Silberlachse.
entering
adler
Auf der Weiterfahrt konnten wir mehrmals zu „viewing points“ herausfahren und den Chilkat River mit seinen riesigen Sand- und Kiesbänken und den daraufliegenden abgestorbenen bzw. verdrifteten Baumstämmen sowie das „Preserve“ anschauen. Vor allem aber bestaunten wir die unbeschreibliche Bergwelt der gegenüberliegenden Chilkat Mountains mit ihren zahlreichen Gletschern.
chilkat
river
river
river
Bei Kilometer 33 / mile 21 folgte die Abzweigung zu dem Tlingit-Dorf Klukwan ↗. Der Name Klukwan kommt aus der Tlingit-Sprache und bedeutet „ewiges Dorf“. Die Einwohner, heute nur noch knapp 100, gehören dem Stamm der Chilkat (Bewahrer der Lachse) an und sind Nachfahren des Adler- und des Rabenclans der Tlingit. Sie versuchen heute möglichst vieles von ihrem kulturellen Erbe am Leben zu erhalten.
totem
Garten
Gemeinschaftsgarten
Bei der Durchfahrt durch das Dorf Klukwan konnten wir einige interessante Impressionen mitnehmen – beispielsweise wieder einmal Totem Poles, die bestimmte Geschichten erzählten – wie der einer Missionsschwester.
totem
Aber auch andere Eindrücke konnten wir gewinnen ...😕
abgeschlossen
zugewachsen und abgeschlossen
nicht bewohnt
sicherlich schon lange nicht mehr bewoht
Boot
Das Boot wurde schon lange nicht mehr zu Wasser gelassen
Fahrzeuge
Der Schulbus und die Feuerwehrfahrzeuge wurden auch
schon lange nicht mehr bewegt
Truck
Auch dieser truck transportierte seit längerem nichts mehr
Klavier
Ob man hier noch VOR dem Haus Klavier spielt?
zu
Wo sind diese Bewohner hin?
Laden
Der Einkaufsladen des Ortes - geschlossen
raus
Diese "Hauptstraße" führt aus dem Ort heraus
2016 wurde in Klukwan das „Jilkaat Kwaan Cultural Heritage Center“ ↗ eröffnet, in dem viele kulturelle Objekte ausgestellt sind (jilkaat kwaan = Gemeinschaft der Chilkat).
center
Wir konnten das Center gegen eine Eintrittsgebühr besuchen, durften allerdings nicht fotografieren.
museum
Museumseingang
nebengebäude
Nebengebäude
Im Eingangsbereich befinden sich Nachbauten von Clan-Häusern und einem Tlingit- Boot. Im Haupt-Ausstellungsraum ist die berühmte „Sammlung des „Whale House“ von 1800 untergebracht. Im Hintergrund sieht man die „rainwall“-Wandtafel, in den vier Ecken des Raumes sind die großen Hauspfosten aufgestellt, die Legenden von „Meereswesen“, vom „Woodworm Girl“ (Holzwurm-Mädchen), vom „Strong Man mit der black skin“ und von der „Raben-Geschichte“ erzählen.
In einem Nachbarraum befindet sich die „Sammlung des „frog house“, die mit einer Wandtafel und mit Totem Poles die Geschichte des Frog-Clans zeigt. Zusätzlich gibt es eine Ausstellung zu der Kultur des Webens, insbesondere der „Chilkat-Decken“.

Kurz hinter Klukwan bei Kilometer 30 / mile 19 konnten wir linksseitig die noch heute sichtbaren Spuren einer Katastrophe sehen, die sich um die 1890er Jahre ereignet hatte. Damals wurde ein dortiges Tlingit-Dorf, Kluktoo, von einem starken Erdrutsch in den Chilkat River gerissen. Da die Bewohner zum Lachsfang unterwegs waren, gab es keine Todesopfer. Durch die instabilen Böden kommt es nach starken Regenfällen auch heute immer wieder zu solchen „Rock-Slides“.
slides
zum Teil wieder zugewachsenes "Rock-Slide-Areal"
Die restliche Strecke bis Haines war weiterhin landschaftlich wunderschön und unsere Einfahrt in den Ort Haines über die Main Street Richtung Hafen ebenfalls. Wir bewunderten verschiedene bemalte Hausfassaden, die uns mit Ihren Bildern vieles von der Geschichte des Ortes vermittelten. Lustig fanden wir den sogenannten Wolkenkratzer von Haines (skyscraper) in der Main Street, ein nur zweistöckiges Gebäude aus dem Jahr 1916. Natürlich ist dies kein Wolkenkratzer, aber für die Bürger ins Haines mit ihren Flachbauten war es einer.
wolkenkratzer
Der "Wolkenkratzer" von Haines
Wir kamen auch am ehemaligen „Hotel de France“ von 1907 vorbei. In dem roten Gebäude kann man heute ein Restaurant besuchen, aber für viele Jahre war dort auch das Bordell von Haines zu finden.
rotes haus
ehemaliges Hotel des France
Am Ende oder Beginn der Main Street (je nach Sichtweise) im Hafen von Haines landeten wir schließlich im ebenfalls 1907 erbauten „Habor Bar and Lighthouse Restaurant“, in dem wir uns an der historischen Bar, die während der Gold Rush-Zeiten aus Skagway nach Haines gebracht worden war, einen „wohl verdienten“ Drink gönnten.
bier
bar
thresen

Weiterführende Information zu Haines:

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