Zur Geschichte des Ortes Atlin kann man ein kleines, aber feines Museum besuchen, das im ehemaligen, 1902 erbauten Schulhaus des Ortes von der Historical Society of Atlin betrieben wird. Im Außenbereich befindet sich eine umfangreiche zusätzliche Ausstellung mit vielen originalen Erinnerungsstücken zur Zeit des Goldrausches und dem frühem Tourismus.
| Heute Museum - früher Schulhaus |
Bei einem Rundgang durch den Ort stößt man auf viele interessante, historische Gebäude. Solche, die aus ganz frühen Zeiten stammen und verfallen sind ...
und auf solche, die noch sporadisch genutzt werden.
| Das ehemalige Pillmann´s Haus - liebevoll restauriert (Theaterbesitzer, Kaufmann und Bestatter) Es kann heute gemietet werden: siehe hier |
| Spruch an der Hauswand |
May the stars carry your sadness away,May the flowers fill your heart with beauty,May hope forever wipe away your tears,And, above all, may silence make you strong.Chief Dan George
Chief Dan George (1988 - 1981) war ein berühmter Anführer, Schauspieler, Autor und Aktivist der Tsleil-Waututh Nation aus Kanada.
Bei einem Rundgang durch den Ort trifft man dabei auf etliche Gebäude, die vor über hundert Jahren auf Rollen oder im Winter auf Kufen von „Discovery“ nach Atlin transportierten wurden.
Vor jedem der alten Häuser informiert eine Tafel über ihre jeweilige Geschichte.
Dazu gehört etwa das „Discovery Jail“.
Es wurde 1902 in der nahegelegenen Goldgräbersiedlung Discovery mit zwei Zellen erbaut. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 800 US-Dollar, und die Wände bestanden aus flach verlegten 66 cm dicken Kanthölzern, wodurch sehr stabile Wände entstanden. Als Discovery in den 1920er Jahren an Bedeutung verlor, wurde das Gefängnis nach Atlin verlegt. Nach dem Umzug diente es viele Jahre als Privathaus, bevor es unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Oder das Juweliergeschäft von dem aus der Schweiz stammenden Jules Eggert, der 1988 nach Atlin kam. Als der Ort Discovery verlassen wurde, wurde das historische Gebäude des Juweliergeschäfts in den 1920er Jahren nach Atlin verlegt.
Im Jahr 1921 installierte Eggert eine öffentliche Uhr vor seinem Laden, die heute noch als eine historische Sehenswürdigkeit in Atlin gilt.
| Uhr von Eggert aus dem Jahr 1921 |
Besonders interessant ist die Geschichte des „Globe Theatre“, 1917 von Edwin Pillman als Lichtspielhaus erbaut, nachdem ein Brand einen Großteil des Stadtkerns verwüstet hatte.
Edwin Pillman war nicht nur ein angesehener Kaufmann des Ortes, sondern auch der Bestatter und Kinobetreiber. Anfang der 1940er-Jahre verließ Pillman den Ort, was die Schließung des Globe Hotels bedeutete.
Vor dem Restaurierungsbeginn (1995 - 1998) war das Globe Theatre dem Verfall preisgegeben und die Witterungseinflüsse waren deutlich sichtbar. Dank der Historical Society und der tatkräftigen Hilfe vieler Einwohner konnten diese am 01. August 1998 nicht nur das 100-jähige Bestehen des Ortes feiern, sondern auch die Wiedereröffnung des Theaters.
Der Laden von Edwin Pillmann. Er war nicht nur Theaterbesitzer, sondern eigentlich der Lebensmittelhändler des Ortes und zusätzlich noch Bestatter.Viele beklagten sich, das er oft den Wagen, der er gewöhnlich für den Lebensmittettransport verwendete, auch für den Transport der Leichen benutzte.Der alte staatliche Spirituosenladen in Atlin war viel mehr als nur ein Ort, an dem man Alkohol kaufen konnte - er war eines der Wahrzeichen der Gemeinde, das 1931 errichtet wurde. Zu dieser Zeit baute Britisch Kolumbien nach dem Ende der Prohibition das staatliche Spirituosenhandelsnetz aus. Er war damit einer der nördlichsten staatlichen Spirituosenläden in B. C. und für die Einwohner, Bergleute, Fallensteller, Ausrüster aber auch Touristen gleichermaßen wichtig.
1999 schloss die Provinzregierung den Laden, was insbesondere den Anwohnern auf heftigen Widerstand stieß
Der Alkoholverkauf in Atlin erfolgte schließlich über den örtlichen Gemischtwarenladen.
Während Mitte des 20. Jahrhunderts schlossen viele Betriebe, da die leicht zugänglichen Goldvorkommen weitgehend erschöpft waren. Nolands Grundstücke am Spruce Creek hingegen blieben nicht nur historisch bedeutsam, sondern spätere Betreiber bearbeiteten weiterhin Teile des mit seinen Pachtverträgen verbundenen Geländes.
John Garrett war ursprünglich ein englischer Cricketspieler und kam um 1910 nach Atlin, um nach Gold zu suchen.
Der Garrett Store ist ebenfalls ein historisches Gebäude in Atlin, das 1917 von John und Mary Garret erbaut wurde, nachdem der ursprünfliche Ortskern durch ein Feuer zerstört worden war. Das Gebäude diente bis 1941 als Gemischtwarenladen, in dem Lebensmittel, Textilien, Pelze und die Backwaren von Mrs. Garrett verkauft wurden.
Nach längerem Leerstand wurde es saisonal (1998–2004) als Ausstellungsort für lokale Künstler, Kunsthandwerker und Autoren wieder eröffnet. Das Gebäude ist weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben, mit originalen Holzarbeiten und historischen Inneneinrichtungen.
Bemerkenswert ist, das das Gebäude aus Douglasienholz errichtet wurde; viele originale Elemente wie Regale, Böden und Holzarbeiten sind erhalten geblieben. Das Holz musste damals über eine lange Transportroute über die Küste, Skagway, die White Pass Railway und anschließend per Boot nach Atlin gebracht werden.
Der obere Bereich der Frontseite besteht aus Metallplatten, die in Steinoptik gepresst sind.
Als nach dem Goldfund am Pine Creek 1898 Tausende Menschen nach Atlin kamen, fehlte es an medizinischer Versorgung. Zwei Missionskrankenschwestern, Helen Bone und Elizabeth Mittchell, kamen 1899 nach Atlin.
Die Bewohner von Atlin waren für ihre Arbeit dankbar und errichteten 1902 ein eigenes Wohnhaus für die beiden Krankenschwestern. Eine historische Tafel am Gebäude erinnert daran, dass die Einwohner („Grateful Atlinites“) dieses Haus für ihre ersten Missionskrankenschwestern bauten.
Ein ganz besonderes Gebäude in Atlin ist "DIE PYRAMIDE" .
Sie gehört eigentlich nicht zum historischen Atlin. Erbaut wurde es von Dr. Don Branigan, einem ganzheitlichen Arzt und ehemaligen Bürgermeister von Whitehorse.
Das Gebäude orientiert sich an den Maßen der Cheops-Pyramide. Branigan wählte Atlin als Standort, weil es angeblich auf zusammenlaufenden „Ley-Linien“ oder starken psychischen Energiefeldern liegt.
Die Pyramide wurde viele Jahre lang als Kindertagesstätte genutzt und ist heute ein Privatwohnsitz.
Im Hafenbereich kann man Kuchen & Kaffee im 1916 erbauten Kershaws Café genießen. Von der Familie Kershaw wurde im Ort Atlin auch ein Gemischtwarenladen betrieben (Kershaw’s Hardware); er wird heute als Wohnhaus genutzt.
Zwei historische Kirchengebäude erinnern daran, dass Glaube und Gemeinschaft vor allem in den für viele Menschen schweren Zeiten des Goldrausches von größerer Bedeutung waren.
Es sind die 1900 erbaute St. Martin’s Anglican Church und die 1907 errichtete katholische St. Joseph’s Mission Church.
| St. Martin’s Anglican Church |
| katholische St. Joseph’s Mission Church |
Quellen und weiterführende Informationen:
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