Freitag, 4. September 2026

Hyder – der suedlichste Ort Alaskas

Den südlichsten Bereich der Pazifikküste von Alaska nennt man „Alaska Panhandle“ (Pfannenstiel). Dabei handelt es sich um einen schmalen, rund 850 Kilometer langen Küstenstreifen, der von dem Yukon Territory und der Provinz British Columbia begrenzt wird. Dort findet man zahlreiche vorgelagerte kleine Inseln und weit ins Landesinnere hineinreichende Fjorde. Außer Hyder, Skagway und Haines kann man die Orte, die am Alaska Panhandle liegen, nur über die Fähren des Alaska Marine Highway Systems oder per Boot und Flugzeug erreichen.
Der südlichste Fjord des Alaska Panhandle wird durch den 115 Kilometer langen Portland-Kanal gebildet. Am Ende dieses Kanals liegen die Orte Stewart (Kanada) und Hyder (Alaska).
blick
Blick vom Steg in Hyder auf das Ende
des Portland Kanals in Stewart
Der amerikanische Ort Hyder hat nur etwa 50 Einwohner und ist aus unserer Sicht in den letzten Jahren noch mehr zur „ghosttown“ geworden, als wir ihn bei unserem ersten Besuch im Jahr 2017 erlebten. Viele Häuser, Fahrzeuge, etc. erinnern mehr denn je an „lost places“.
Boot
Ein einmal abgestelltes Boot am Wegesrand verrottet mitsamt
seiner ehemaligen Abdeckung
Der größte Teil der Infrastruktur von Hyder ist am benachbarten kanadischen Ort Stewart orientiert (Schule, Stromversorgung, …), aber man muss bei der Rückfahrt offiziell über eine Grenzstation in Kanada einreisen.
grenze
Die Einreise nach Hyder in Alaska
Rückseite
Bei der Ausreise sieht man - seit dem Jahr 2015 - dieses Schild
checkpoint

Das „Checkpoint Charlie“-Schild an der Grenze Hyder (Alaska) – Stewart (British Columbia) wurde 2015 angebracht. Es war eine humorvolle Protestaktion der Bewohner von Hyder, nachdem die kanadische Seite angekündigt hatte, die Grenzkontrolle nachts schließen zu wollen.
Und noch eine interessante Bedingung in Hyder: Offiziell gilt hier die Alaska-Zeit (eine Stunde voraus), doch die Einwohner von Hyder orientieren sich an der B.C. Zeit - außer dem Post-Office.
In der Cottonwood Street in Hyder konnten wir weiterhin, wie bei unseren vergangenen Besuchen, in „The Bus/The Cabin“ bei Diana Simpson frisch zubereiteten, frittierten „Halibut“ genießen, den ihr Ehemann Jim im Portland-Kanal frisch fängt.
eat
So sah die "Imbiss-Bude" im Jahr 2017 aus
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so im Jahr 2018
2026
Im Jahr 2026 gibt es den Halibut nur noch aus der "Frittenbude" rechts

In diesem Jahr 2026 stark eingeschränkt war auch unser Besuch bei der Lachs- und Bären-Beobachtungsstation („fish creek wildlife observation site“) in Hyder. Am 16. Juli 2026 ereignete sich hier durch ein Gletscherhochwasser in den nahen Bergen, verbunden mit Starkregen, eine Flutkatastrophe am Salmon River und über 30 Meter des hölzernen Aussichtssteges der Anlage wurden weggerissen. Seit Anfang August kann man nach Reparaturen, ziemlich eingeschränkt, Teile des nördlichen Aussichtsteges wieder betreten.
Besucherplattform
Die zerstörte südliche Besucherplatform
Teile der weggeschwemmten Besucherplattform konnte man weit unterhalb im Salmon River im Dickicht sehen.
Weggeschwemmt
Unser dortiger Besuch Anfang September war aber durch ein weiteres Problem beeinflusst. Es waren kaum Lachse und dementsprechend auch keine Bären zu sehen. Nur hin und wieder konnte man einen Lachs ausmachen an den Stellen, wo es eigentlich um diese Zeit im Laichgebiet vor Lachsen nur so wimmelt.
Lachs
Der Grund dafür liegt in der angestiegenen Wassertemperatur im Salmon River, wodurch die Sauerstoffkonzentration im Wasser abnimmt. Die Lachse hingegen brauchen für das anstrengende Schwimmen bis zu ihren Laichplätzen viel Energie und dementsprechend viel Sauerstoff im Wasser. Wenn sie an den Einmündungsstellen der Flüsse ankommen, bemerken sie die für die schlechten Bedingungen und bleiben dann erst einmal abwartend im Fjord / Meer. Deshalb sind sie in diesem Jahr um Wochen verspätet noch nicht bei Hyder angekommen.
Normalerweise wäre es die Zeit, wo auch für ihn der Speiseplan reichlich Lachs vorsehen würde.
Adler
Dennoch: draußen, am Ende des Salmon Rivers, am Anfang des Portland-Kanals, konnten zumindest Robben auf Fischfang gehen.
lachs
All das interessierte diesen Stellar Jay (Schwarzscheitelhäher - Cyanocitta stelleri) nicht - er suchte im Uferbereich nach Eßbarem.
Jay