Wir starteten am Teslin Lake im Yukon gelegen, um unsere Fahrt auf dem Alaska Highway fortzusetzen. Als Tages-Zielpunkt hatten wir uns das Örtchen Atlin in British Columbia gesetzt. Dafür veranschlagten wir insgesamt 195 Kilometer.
Auffällig war für uns, dass auf der Weiterfahrt die Umgebung immer sandiger wurde, zuweilen waren fast dünenähnliche Hänge neben der Straße zu sehen. Nach knapp 50 Kilometern erblickten wir die Teslin River Bridge. Kurz vorher zweigt hier die sogenannte Canol Road vom Alaska Highway ab, ursprünglich entlang einer Pipeline. Sie ist eine inzwischen nur für Geländewagen befahrbare Schotterstraße und führt zunächst über 230 Kilometer bis zum Bergbauort Ross River und anschließend über weitere 240 Kilometer bis zur Grenze der Northwest Territories.
| Teslin River Bridge |
Wir überquerten die Brücke über den Teslin River und erreichten direkt danach bei der historic mile 836 die historische Johnson’s Crossing Lodge. Sie wurde bereits Ende der 1940er Jahre von Robert Porsild (1898-1977) erbaut, einem Mann mit einem mehr als beeindruckenden Lebenslauf als Botaniker, Zimmermann [Schiffsbauer / Blockhauserbauer], Goldsucher, Rentierzüchter, uvm.. Im Jahr 1969 übernahmen seine Tochter Ellen (*1937- ) und deren Mann Phil Davignon (1929- 2002) die Lodge, die sie noch bis 1992 weiterbetrieben. Die Cinnamon Buns von Ellen waren „legendär“ und von Phil stehen auch heute noch Originalfahrzeuge auf dem Gelände.
| Beschriftung auf dem Ableppwagen |
Für uns folgten 45 weitere Kilometer bis wir bei Jake’s Corner (historic mile 866) auf die Tagish Road (Highway 8) abbogen, die nach Carcross weiterführt. Jake’s Corner wurde Anfang der 1960iger Jahre von Roman „Jake“ Chaykowsky (1900-1995) errichtet und als „The Crystal Palace“ benannt. Jake’s Corner ist heutzutage tatsächlich nur noch eine Card-Tankstelle, die Existenz des einst bekannten Restaurants, einer "luxuriösen" Lodge mit einem (nie beheizten) Indoorpool gehören der Vergangenheit an. Witzig anzusehen ist heute noch die auf der anderen Straßenseite existierende Hütte „Hippie Inn“, die früher von Jack als kostenlose Übernachtungsstelle angeboten wurde.
| Hinterer Eingang vom Jacke´s Corner |
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| So sah die Hütte und Umgebung im Jahr 1973 aus! Quelle: Patrick Selby |
Wir verließen die Tagish Road bereits nach wenigen Metern wieder Richtung Süden, um dann noch etwa 100 Kilometer auf der Atlin Road (HW 7) bis nach Atlin unterwegs zu sein.
Auf dieser Straße verließen wir nach etwa 50 Kilometer den Yukon und waren wieder in British Columbia unterwegs. Neben den dichten Wäldern rechts und links der Straße beeindruckte uns anfänglich der malerische Little Atlin Lake und die Bergwelt der Northern Coast Mountains.
Schließlich folgte der Atlin Lake selbst, der als Quellgebiet des Yukon Rivers gilt. Der See hat eine Fläche von über 790 km², ist über 140 Kilometer lang und durchschnittlich 6 Kilometer breit. Im See befinden sich einige Inseln, wodurch er sehr romantisch wirkt.
Außer Natur und vielleicht ab und zu einmal einem entgegenkommenden Auto ist man auf dieser 100 Kilometer langen - immerhin asphaltierten - Straße ganz alleine! Auf weiten Strecken hat man auch kein Telefonempfang.
Schließlich kamen wir an unserem Tagesziel, dem Ort Atlin (um die 500 Einwohner) an, der seit dem hiesigen Goldrausch um 1898 existiert.
Am Ortseingang grüßt diese hölzerne Statue, gewidmet den Gründern (Männer & Frauen) des Ortes und den "Goldrush Stempeder" von 1899 .Das Zentrum des Ortes liegt beschaulich am Ostufer des Atlin Lakes und man hat gleich bei der Einfahrt einen malerischen Blick auf den See und die umliegende Bergwelt - wenn das Wetter mitspielt!
Bei diesem Panorama konnten wir verstehen, warum Atlin als „schönster Schweizer Ort in Canada“ bzw. "Schweiz des Nordens“ beschrieben wird.
| Das Schiff Tarahne und der Atlin Lake |

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