Wir starteten in Fort Nelson auf den Highway 97 N und wurden kurz darauf hingewiesen, dass sich Bisons auf der Straße befinden sollten. Wir bekamen aber leider keine zu sehen.
Zunächst fuhren wir entlang endloser Wälder, zuerst viele Kilometer an verbrannten Waldabschnitten,
dann an Teilen von Wäldern in sumpfigen Gebieten (swamp). Hier herrscht borealer Nadelwald vor, im Besonderen mit der Black Spruce (Schwarzfichte). Unter der borealen Zone versteht man kaltgemäßigtes Klima zwischen den nördlichen 50. und 70. Breitengraden mit langen kalten Wintern und kurzen mäßig warmen Sommern.
| Wald - soweit das Auge reicht |
Nach fast achtzig Kilometern erreichten wir in der Nähe der historic mile 351 den legendären Steamboat Mountain (1.617 m), der Straßenpass selbst befindet sich auf einer Höhe von 1067 Metern. Von der Ferne betrachtet soll der Berg an die Gestalt eines Dampfschiffbugs erinnern. Vom obigen Look-Out durften wir einen beeindruckenden Panoramablick in das Muskwa-Valley und auf die Northern Rocky Mountains genießen. Während des Baus des Alaska Highways erwies sich die steile Steigung hinauf zum Steamboat Mountain als schwer überwindbares Hindernis.
Nach dem Steamboat-Pass floss der Tetsa River links von uns neben der Straße.
| Regenverhangen zeigten sich die Berge hinter dem Fluss |
Auf der bergigen Strecke konnten wir zahlreiche interessante Bergformationen entdecken. Die markanteste Landmarke sahen wir mit dem „Indian Head“, auch Teepee Mountain genannt (1.318 Meter) nach etwa acht Kilometern.
Aus unserer ersten Perspektive sahen wir den Berg mit seinem flachen Gipfel mehr als eine Art Tafelberg; später konnten wir ihn seitlich sehen und damit auch sein Bergprofil, das an einen "Indianerkopf" erinnert.
Bei der historic mile 375 erreichten wir nach 115 Kilometern auf dem Highway 97 N die Tetsa River Lodge, die bereits in der dritten Generation von der Familie Andrews betrieben wird. Bekannt ist die Lodge für ihre Cinnamon Buns und für die selbst hergestellten Würste und Schinken von Ben Andrews. Der Tetsa River (tetsa bedeutet Teer, indigene Sprache der Prophet River First Nation, Stamm Danezaa) ist 90 Kilometer lang, entspringt im Northern Rocky Mountains Provincial Park und mündet in den Muskwa River.
Wir hatten das Glück, Ben persönlich anzutreffen und konnten mit ihm ein langes Gespräch führen. Er schenkte uns viel Zeit und erzählte uns mehrere Geschichten, die er und die einzelnen Familienmitglieder über die Jahrzehnte mit der Tetsa River Lodge erlebten. Wir übernachteten bei ihm und er lud uns am nächsten Morgen noch zu einem üppigen Frühstück ein.
| Ben Andrews Diese Bloghütte bauten sein Vater und sein Bruder im Jahr 1976 Sie ist immer noch Teil der heutigen Lodge |
Danach fuhren wir nur eine kurze Strecke von 20 Kilometern weiter zum Summit Lake (historical mile 392), der im Stone Mountain Provincial Park ↗liegt.
Vorher passierten wir wieder weite Waldareale, in denen es im letzen Jahr gebrannt hatte.
Mit der Passhöhe von 1.295 Metern erreichten wir die höchste Stelle des Alaska Highways und man konnte sich kaum vorstellen, welche Leistung die Erbauer 1942/43 an dieser Stelle für die Fertigstellung der Straße erbringen mussten.
Trotz Warnung bekamen wir in diesem Bereich des Highways keine Schafe zu sehen.
| Eine erneute Warnung am Straßenrand |
Der Bergsee liegt sehr malerisch exakt auf der Passhöhe und ist 6,5 Kilometer lang.
Das Wetter war auch Mitte Juni noch sehr frisch (Nachttemperaturen um 6° C), aber trotz des kalten Regenwetters konnten wir das „Postkartenpanorama“ des Summit Lakes genießen, zumal am Nachmittag sogar kurz die Sonne durchkam. Aufgrund des schlechten Wetters und der „vermatschten“ Wege konnten wir den empfohlenen, am See beginnenden Flower Springs Trail (Rundweg) nicht begehen. Nicht schlimm, denn die Flora war sowieso weit hinter der Jahreszeit zurück.
| Dieser Merganser freute sich ebenfalls an den wenigen Sonnenstrahlen |
| Blick auf den Berg Saint Paul E2 - rechts |
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