Wir verabschiedeten uns vom Muncho Lake und konnten kurz vor der Abfahrt noch einmal atemberaubende Landschafts-Panoramen als Spiegelungen auf der glatten Oberfläche des Muncho Lakes bestaunen.
Wir wunderten uns zunächst, dass kein Reiseverkehr Richtung Norden auf dem Alaska Highway zu registrieren war. Nach kurzer Internet-Recherche erfuhren wir, dass knapp vor dem Muncho Lake an der Muncho Lake Pit Road ein Benzin-Laster umgekippt war, was zu einer mehrstündigen Vollsperrung des Highways führte. Der Alaska Highway ist in solchen Fällen tatsächlich ein „Nadelöhr“ - da geht, d.h. fährt nichts mehr.
Wir waren von dieser Vollsperrung glücklicherweise nicht betroffen und konnten unsere 275-Kilometer-Fahrt nach Watson Lake starten.
Der Muncho Lake entwässert in den etwas über 90 Kilometer langen Trout River, der uns zunächst links des Alaska Highways begleitete. Nach 60 Kilometern erreichten wir bei der historic mile 496 seine Einmündung in den Liard River und damit den Liard River Hotsprings Provincial Park, der für seine natürlichen Thermalquellen bekannt ist. Der Liard River ist mit seiner Länge von 1115 Kilometern der längste Nebenfluss in Canada und mündet in den MacKenzie River, der in den Arktischen Ozean fließt.
| Entlang am Liard River |
Im Gebiet des Liard River Provincial Parks ist eine große, freilebende Waldbison-Herde ansässig und wir durften einige der riesigen Tiere am Straßenrand bestaunen.
Auch einen jungen Braunbären konnten wir länger beobachten.
Kurz darauf querte ein Kragenhuhn mit vier Jungen in aller Ruhe den Highway.
Weiter ging es durch endlose Waldlandschaften, Sumpfgebiete und immer entlang des Liard Rivers, bis wir nach weiteren 65 Kilometern an der historic mile 533 die Einmündung des nächsten größeren Flusses, des Coal Rivers (Länge: 380 Kilometer), in den Liard River erreichten. Im Coal River Valley befindet sich ein großes Braunkohle-Vorkommen, das aber aufgrund der minderen Qualität der dortigen Braunkohle nicht genutzt wird.
Wir hatten nun die nächste Distanz von 150 Kilometern bis nach Watson Lake zu bewältigen und auf dieser Strecke war tatsächlich außer Straße, Landschaft und Natur gewissermaßen „Nichts“, auch kein Telefonempfang.
Zuweilen kamen wir immerhin an aufgegebenen lodges/roadhouses vorbei, wobei beispielsweise die ehemalige aufgegebene Ironside Lodge von den Liard First Nation übernommen und zu einem ansehnlichen Community Center umgebaut wurde (eigener Artikel).
Eine heute noch als Tankstelle betriebene (ehemalige) Lodge erreichten wir nach knapp 100 Kilometern bei der historic mile 590, es ist die Contact Creek Lodge. Die Besitzer betreiben bereits seit 1984 dieses Anwesen.
Der Ort Contact Creek hat für den historischen Alaska Highway eine gewisse Bedeutung, weil dort im September 1942 die Pioniere von zwei US-Regimentern, vom Norden und vom Süden kommend, aufeinandertrafen, um die Bauarbeiten dieses Straßenabschnittes zu beenden.
Der letzte Ort kurz vor Watson Lake, der noch in British Columbia liegt, ist „Lower Post“, eine Siedlung der Liard First Nation (Kaska Dena).
Danach passierten wir die Grenze zum Yukon Territorium. Ein Territorium (es gibt nur drei: Yukon, Nunavut und die Northwest Territories) hat im Vergleich zu den restlichen zehn Provinzen in Canada weniger Autonomie-Rechte.
| Schwer zu entziffern: WELCOME IN YUKON - da jeder einen Aufkleber auf dem Schild anbringen möchte |
Gleich danach kamen wir in Watson Lake an. Der Ort hat heute 1.100 Einwohner und wurde nach dem Trapper und Goldsucher Frank Watson benannt, der sich um 1898 in der Region des heutigen Watson Lake ansiedelte.

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