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Montag, 20. Juni 2022

Headwaters Heritage Museum in Three Forks

Welcome in three forks

Das Museum ist in einem ehemaligen Gebäude der Three Valleys State Bank untergebracht, das bereits im Jahr 1910 erbaut wurde. Es stellt Gegenstände zur Lokalgeschichte von Three Forks aus.


Im Untergeschoss befinden sich verschiedene Sammlungen.
So hatte z.B. die Zeitung „Three Forks Herald“, die ihren Betrieb nach 107 Jahren 2016 einstellte, dem Museum historische Objekte, die Zeitungsproduktion betreffend, zur Ausstellung übergeben.

Ebenso kann man einige kulturelle Gegenstände und vor allem zahlreiche Handarbeiten der hiesigen „native americans“ anschauen. Es werden viele damalige Persönlichkeiten in Miniaturformat ausgestellt.
persönlichkeiten des Westens

Auf die Zeit des „Goldrausches“ in der Region wird mit einigen Ausstellungsobjekten eingegangen.

Wagen-treck

Wagen von Granny

Es gibt eine Präsentation zur Lewis & Clark Expedition im Gebiet von Three Forks. Im Besonderen werden Stücke gezeigt, die sich auf das „Bicentennial“ (2003-2006) und dazugehörige Veranstaltungen beziehen. Es sind aber auch weitere Erinnerungsstücke zur Lewis & Clark Expedition ausgestellt.

Lewis

Fehlen darf natürlich auch nicht ein Objekt zu einem anderen „Bicentennial“ - 200 Jahre USA (1776-1976).

200 Jahre USA

Im Obergeschoss des Museums ist eine ungewöhnliche Sammlung von Stacheldrahtsorten („barbed wire“) zu finden - wohl recht einmalig. Gesammelt wurden diese Drähte von einem Bürger aus Three Forks, Jim Britzius, einem pensionierten Eisenbahner mit großem Interesse an Geschichte. In einem Zeitungsartikel wird beschrieben, dass sogar Stacheldraht ab 1867 patentiert wurde. Inzwischen dürfte es mehr als 2.000 unterschiedliche Draht-Varietäten geben. In den 1960er Jahren begannen mehrere
Personen mit dem Hobby, unterschiedliche Stacheldrahtsorten zu sammeln und man traf sich mit seinen Sammlungen sogar auf Stacheldraht-Börsen. Jim Britzius hat seine besondere Sammlung dem Heritage Museum überlassen. So ist heute auf mehreren Quadratmetern eine Präsentation von insgesamt „571“ verschiedenen Stacheldraht- Arten zu bestaunen, bei denen auch ungewöhnliche Stücke zu finden sind.

draht
Stacheldraht in den verschiedensten Modifikationen

Stacheldraht

Wie wir es in anderen „Heritage Museen“ (Heimat-Museen) bereits gesehen haben, kann man von Raum zu Raum gehend einen Streifzug durch die Geschichte verschiedener Berufe machen. Da sind nicht nur der Zahnarztraum und eine Küche, sondern auch ein Schulraum, ein Kleider- und Hutwarenladen und der „beauty room“ - liebevoll, detailgetreu und originell eingerichtet.

Zahnarzt
Beim Zahnarzt früher

moderne Küche
Die moderne Küche von früher

Auch die zusammengetragenen Arbeitsutensilien eines "blacksmith" kann man ebenso sehen wie Informationen zur Armee. 

armee

Die Three Forks Area Historical Society, die das Headwaters Heritage Museum betreibt, hat ganz aktuell ein Buch über die Geschichte des historischen Sacajawea-Hotel in Three Forks herausgegeben.
Das Hotel begeistert schon durch das äußere Erscheinungsbild.

Sacajawea-Hotel

Sacajawea-Hotel

Der Agent der Milwaukee Land Company, John Q. Adams, gründete 1908 die Siedlung Three Forks und ließ auch ihr späteres Wahrzeichen errichten - das zweistöckige Sacajawea Hotel. Er ließ es im Kolonialstil erbauen. Das Hotel diente als Unterkunft für Mitarbeiter der Eisenbahngesellschaft und natürlich für durchreisende Touristen.
Es wurde sogar 1980 in das National Register of Historic Places aufgenommen und war ein stolzes Relikt der gerade stillgelegten Eisenbahnlinie, aber auch des frühen Automobilzeitalters, als Reisende auf ihrem Weg in den Yellowstone Nationalpark hier anhielten.
Vor gut dreißig Jahren wurde das Hotel zum Renovierungsobjekt, im Jahr 2001 sogar geschlossen und sah einer düsteren Zukunft entgegen. Ab 2010 übernahmen jedoch neue Besitzer dieses historische Anwesen. Es zählt heute zu den schönsten historischen amerikanischen Hotels.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kann man heute eine Statue von Sacajawea sehen. 1914 hatten die Montana-DAR (Töchter der Amerikanischen Revolution) einen großen Felsbrocken mit einer Bronzetafel zu Ehren von Sacajawea gegenüber dem Hotel aufstellten lassen. Er gilt als ein frühes Beispiel des Staates für die öffentliche Interpretation der Geschichte und Bedeutung von Sacajawea.

Sacajawea

2005 beauftragte die Three Forks Area Historical Society im Rahmen des zweihundertjährigen Bestehens der Lewis & Clark Expedition die Künstlerin Mary Michael, auf dem bestehenden Stein eine stilisierte Statue von Sacajawea und ihrem Baby Pomp anzubringen und den Ort in ein
Denkmal  des 21. Jahrhunderts für die Shoshoni-Frau zu verwandeln.

Sacajawea


Quellen und weitere Infos:

Samstag, 18. Juni 2022

Dort, wo der Missouri entsteht

Der längste Fluss der USA, der 3.700 Kilometer lange Missouri, entsteht etwa 5 Kilometer nordöstlich der Stadt Three Forks / Montana aus drei Flüssen, dem Jefferson River, dem Madison River und dem Gallatin River.

Missouri-entsteht

Am 25. Juli 1805 erreichte William Clark mit einigen Männern diesen Ort; Meriwether Lewis traf mit dem Rest der Expeditionstruppe am 27. Juli 1805 ein. Lewis & Clark benannten alle drei Flüsse nach amerikanischen Politikern, die im Jahr 1805 in den USA eine Rolle spielten:
Thomas Jefferson (3. USA-Präsident), James Madison (Außenminister, später 4. USA-Präsident) und Albert Gallatin (USA-Finanzminister).

lewis-and-clark
Leider war das Infoschild umgefallen und lag so im Gras








Korrekt muss man das Zusammenfließen aber so beschreiben, dass sich der Jefferson River und der Madison River zum Missouri River vereinigen und der Gallatin River erst etwa über einen Kilometer später, gewissermaßen als der erste Nebenfluss, in den Missouri einmündet. Trotzdem ergibt sich ein geographisches Bild, das man mit einer Gabel, einer „Dreizinkengabel“, vergleichen kann -  dementsprechend wird die Region „Three Forks“ genannt.

Zusammenfluss von Madison un den Jefferson-river
Zusammenfluss von Madison-River (vorne) in den Jefferson-River

Der Madison River (hier im Vordergrund) führte extremes Hochwasser. Sein Wasser war intensiv braun gefärbt. Die erste Hochwasserwelle hatte 2 Tage vor unserem Besuch Teile des angelegten Weges weggeschwemmt, die den Interessierten noch näher an die Stelle hätte bringen sollen, wo beide Flüsse in einem einzigen Flussbett vereint sind.

zusammenfluss
Uferweg wurde weggeschwemmt.

Auch der Gallatin River führte extremes Hochwasser. Sein Wasser war ebenso extrem braun eingefärbt.

Gallatin River
Der Hochwasserführende, verzweigte Gallatin River

Gallatin

Zumindest heute mündet der Gallatin River erst etwa einen Kilometer nach dem Zusammenfluss von Madison und Jefferson River in den Missouri.

Zusammenfluss

Missouri

Missouri
Ab hier ist es definitiv der Missouri

Auf dem gesamten Areal der zusammentreffenden Flüsse befindet sich heute der Missouri Headwaters State Park. Bereits 1940 stifteten einige Bürger dem Staat Montana Landgebiete innerhalb dieser Flussregion, um den historischen Platz in seiner ursprünglichen Natur und seinem originalen Erscheinungsbild zu erhalten.
1957 wurde dann der Park selbst eingerichtet und umfasst heute ein Gebiet von 215 Hektar, etwa der Größe von 215 Fußballfeldern entsprechend.

Bei unserem Besuch im Missouri Headwaters State Park mussten wir vor allem feststellen, dass auch hier im Juni 2022 die Hochwassersituation sehr ernst gewesen war. Mehrere Informationsplätze waren abgesperrt. So konnten wir z.B. nicht zum Platz von „Fort Rock“ laufen, einer Stelle, die M. Lewis einmal als geeigneten Platz für einen Fort-Bau vorgeschlagen hatte.
Auch der angebliche Platz, an dem das „Corps of Discovery“ damals ihr Lager einrichteten, war den aktuellen Wassermassen zum Opfer gefallen  -  vielleicht schon viele Male in den vergangenen zweihundert Jahren?
Nicht zu vergessen ist die Legende, dass genau hier in diesem Flussgebiet Sacagawea als Mädchen von verfeindeten Indianern verschleppt worden war. Lewis & Clark berichten davon in ihren Aufzeichnungen, was aber auch zeigt, dass die Region über Jahrhunderte bei verschiedenen Stämmen der „native americans“ eine wichtige Rolle spielte.

Im Missouri Headwaters State Park kann man weitere interessante Orte besuchen:

So z.B. einen "Aussichtspunkt", von dem man einen Blick auf die nähere Umgebung, aber auch auf die südlich gelegenen höheren Berge hat. Dabei sieht man nicht nur das Deltagebiet der Three Forks", sondern auch den "Lewis-Rock", den Meriwether Lewis vor über 200 Jahren detailgetreu gezeichnet hat.

Lewis rock

Lewis Rock
Lewis Rock - im Vordergrund der Gallatin River

Schneebedeckte Berge
Diese schneebedeckten Berge lagen noch vor dem Expeditionscorps

Im Jahr 1863 entstand gegenüber der Mündung des Gallatin Rivers in den Missouri eine Siedlung, Gallatin City genannt. Sie hofften auf einen handelsmäßigen Bootsverkehr auf dem Missouri, doch Vorraussetzung war, dass die Regierung eine Eisenbahnlinie zur Umgehung der Wasserfälle in Great Falls hätte bauen müssen


Sie wurde nicht gebaut, so verlegte man 1865 Gallatin City Nr. 2 auf die andere Flusseite in der Hoffnung, die Northern Pacific Railroad würde ihre Hauptstrecke an diesem Ort entlang legen. Man errichtete nicht nur eine Getreidemühle, sondern auch ein Hotel und andere Gebäude und hoffte auf die Eisenbahn.
Gallatin City Nr. 2 wuchs zwar etwas und blühte auf, bis 1883 die Northern Pacific Railroad ihre Hauptstrecke ein paar Meilen südlich baute  -  zu weit entfernt, als dass die ehrgeizige Gemeinde davon als Zwischenstation und Handelszentrum hätte profitieren können. 1890 gab man die Hoffnung und die Stadt auf. 1908 baute die Milwaukee Railroad eine Zwischenstation ganz in der Nähe und nannte den Umsteigepunkt für Touristen in Richtung Yellowstone National Park Three Forks. Der Park hatte sich seit 1876 zu einer Touristenattraktion von weltweiter Anziehungskraft entwickelt. Wiederum waren es nur fünf Meilen südwestlich bis Gallatin City Nr. 2, aber auch das war noch zu weit und sowieso viel zu spät. 
Die visionäre Siedlung der ergeizigen Siedler löste sich langsam auf. 

Gallatin City


Akin Hotel

Akin hotel 2022
Das Akin-Hotel im Jahr 2022

Vor Ort kann man auf einer Info-Tafel lesen:
Das von Jarvis Akin erbaute Hotel war ursprünglich ein Ein-Zimmer-Gebäude aus handbehauenen Baumstämmen. Es war das Zentrum des sozialen Lebens von Gallatin City; Reisende klagten manchmal darüber, dass sie wegen der Unruhe nicht schlafen konnten. Als die Stadt aufgegeben wurde, wurde das Hotel in eine Scheune umgewandelt.


Montag, 20. Juni 2022

Der John Colter Lauf

John Colter war ein Teilnehmer der Lewis & Clark Expedition von 1804/06.

Von John Colter (* um 1775 bei Staunton, Virginia) wird im Missouri Headwaters State Park eine legendäre Geschichte erzählt  -  sie handelt vom „John Colter-Lauf“.

john colter lauf
John Colter´s Run by Earl R. Hansen
Headwaters Heritage Museum, Three Forks

Colter´s Run

1809 war John Colter mit einem anderen Teilnehmer der Expedition von Lewis & Clark, John Potts, auf Biber-Fang im Gebiet der Three Forks unterwegs. Als sie auf dem Jefferson River ihre Fallen kontrollierten, endete eine plötzliche Begegnung mit Blackfoot-Indianern für Potts tödlich; er wurde durch mehrere Pfeile tödlich verwundet. John Colter ereilte ein anderes Schicksal  -  die Indianer wollten mit ihm eine Art sportlichen Wettkampf bzw. ein in ihren Augen lustiges Spiel veranstalten. Sie nahmen ihm seine Waffen ab und zogen ihn nackt aus. Dann gaben sie ihm einen kleinen Vorsprung, um ihn dann zu verfolgten. Auf einer Distanz von etwa fünf Meilen Richtung Madison River über den mit Kakteen (Prickly Pear) bewachsenen Boden konnte Colter den Indianern im sogenannten „run of life“ davonlaufen und sich im Fluss in einem Biber-Bau verstecken. Die enttäuschten Indianer konnten ihn nicht mehr finden. In der Dunkelheit konnte sich Colter davonstehlen, schwamm eine größere Strecke im Fluss und erreichte nach einem anstrengenden Marsch innerhalb von elf Tagen nackt und völlig entkräftet das 500 Kilometer Richtung Nordosten entfernte Fort Raymond.

Heute wird jeden Spätsommer in Three Forks (Start und Ende ist im Missouri Headwaters State Park) ein etwa 12 Kilometer langer querfeldein „John-Colter-Gedächtnis-Lauf“ veranstaltet, allerdings treten die Teilnehmer/innen mit Kleidung an.

Bei dieser Geschichte darf man nicht vergessen, dass John Colter bereits im Jahr 1808, fast an derselben Stelle, in einen Konflikt mit den Blackfoot-Indianern verwickelt war. Damals führte er eine große Gruppe von Crow- und Flatheads- Indianern Richtung Fort Raymond. Die Gruppe wurde von den mit ihnen verfeindeten Blackfoot angegriffen. John Colter mischte sich in den Kampf ein und wurde dabei schwer verwundet. Die Schlacht ging allerdings zu Ungunsten der Blackfoot-Indianer aus.

Abgesehen von diesen Erzählungen ist John Colter als der Entdecker des vulkanischen Gebietes / der heißen Quellen im Yellowstone Park bekannt. Er wird als der erste Weiße angesehen, der diesen Ort im Yellowstone erreichte. Ebenfalls hat er als Erster vom Yellowstone Lake berichtet.

Während der Lewis & Clark-Expedition soll er übrigens einer der besten Jäger und Spurensucher gewesen sein. Immer wieder wurde er ausgesendet, meistens sogar alleine, um neue Wege für die Gruppe zu finden und um Nahrung für die Gruppe zu besorgen. Auch berichteten Lewis und Clark des Öfteren, dass er sehr gut mit den Indianern umgehen konnte. Er verließ die Gruppe bereits frühzeitig im August 1806 auf der Rückreise des Expeditionskorps nach St.Louis und arbeitete anschließend mehrere Jahre für die Missouri Fur Company von Manuel Lisa.

1810 soll er endgültig in die Zivilisation zurückgekehrt sein, in New Haven/Missouri eine Farm gekauft und eine Frau namens Sally geheiratet haben. Im Mai 1812 oder November 1813, die historischen Angaben variieren, soll er an Gelbsucht gestorben sein.
In den USA wird die Geschichte seines Lebens - meist etwas „verklärt“ - in einem Mythos als „the fearless mountain man“ dargestellt. Es gibt einige Bücher und Filme über sein Leben und seine Abenteuer.

Mittwoch, 13. September 2023

Rückreise von Lewis & Clark

Hier speziell die Rückreise von William Clark entlang des Yellowstone-Rivers im Juli 1806

Die große Nordwest-Wasserpassage konnten Lewis & Clark nicht finden, aber einen Weg zum Pazifik über Flüsse und eine Überquerung der Rocky Mountains war ihnen gelungen.

Reiseroute
Die Route (Hin- und Rückreise) des Expeditionscorps

Interessant und mutig waren die Pläne von Meriwether Lewis & William Clark für ihre Rückreise. Frühzeitig hatten sie beschlossen, sich für die Rückreise zeitweise zu trennen, um ein weiteres, größeres Gebiet zu erforschen und um sicherzustellen, dass sie keinen „einfacheren“ Weg zum Pazifik übersehen hatten.
Am 23. März 1806 startete das gesamte "Corps of Discovery" vom Fort Clatsop am Pazifik und fuhr gemeinsam den Columbia River flussaufwärts. Parallel wurden am Flussufer Pferde mitgeführt.
Am 14. Mai 1806 erreichten sie an den westlichen Hängen der Rocky Mountains ein Lager der ihnen freundlich gesinnten Nez Percé.
Bis zum 10. Juni 1806 wartete Lewis & Clark gemeinsam bei den Nez Percé die Schneeschmelze abwarteten, um  die Rocky Mountains überqueren zu können.
Am 30. Juni 1806 erreichten sie Traveler’s Rest in der Nähe des heutigen Missoula, wo sich die Gruppe trennte. Ziel war, sich Anfang August 1806 am Confluence von Yellowstone- und Missouri-River wieder zu treffen, um die Heimreise gemeinsam anzutreten..
Am 03. Juli 1806 strebten die einzelnen Gruppen mit unterschiedlichen Zielen los.
Meriwether Lewis startete mit neun Personen, um auf dem Landweg die Einmündung des Maria Rivers in den Missouri zu erreichen. Von dort wollte er den Maria River erkunden. Er hoffte festzustellen, dass der Fluss oder einer seiner Quellflüsse nördlich des 49. Breitengrades entspringt. Damit hätten die USA die Möglichkeit gehabt, gemäß dem Pariser Vertrag von 1783 die Grenze zwischen den USA und Kanada bis zu den Rocky Mountains und nach Norden zu verlängern.
Bei den White Bear Islands, kurz vor der Einmündung des Maria Rivers in den Missouri, ließ Lewis unter der Leitung von Sergeant Patrick Gass fünf Leute am Missouri River zurück. Mit drei Männern brach er zur Erkundung des Maria Rivers auf. Dieses Vorhaben erwies sich als Katastrophe. Er hatte eine schicksalshafte Begegnung mit einigen Kriegern der Blackfeet, die Waffen und Pferde von Lewis stehlen wollten. Man erschoss zwei Krieger und musste sich durch eine schnelle Flucht retten.

man trennt sich

William Clark zog mit einer Gruppe von insgesamt 23 Leuten zu Pferd von Traveler’s Rest los und erreichte am 13. Juli 1806 Three Forks. Vorher suchten sie das im Vorjahr angelegte Fortunate Camp in der Nähe des heutigen Dillon auf und gruben dort ihre im letzten Jahr vergrabenen sechs Kanus aus.
In Three Forks teilte Clark seine Gruppe auf und schickte unter der Leitung von Sergeant John Ordway neun Männer mit den Kanus den Missouri hinab.
Diese Gruppe sollte sich bei den White Bear Islands mit den Männern von Sergeant Patrick Gass treffen, was dem Ordway-Team auch erfolgreich gelang. Gass und Ordway zogen dann mit ihren Leuten bis zur Einmündung des Maria Rivers in den Missouri weiter. Dort stieß Meriwether Lewis nach seiner Flucht vor den Blackfeet auf sie und die „wiedervereinigte“ Groß-Gruppe von 19 Personen fuhr gemeinsam den Missouri hinunter, um sich mit William Clark zu treffen.

Clark selbst zog unter der Führung der ortskundigen Sacagawea mit 13 Personen über Land bis zum Yellowstone River. Sie nutzten für diese Route den heutigen Bozeman-Pass (Zitat von William Clark: „Die Indianerin, die mir als Führerin dient, empfiehlt mir weiter im Süden eine Lücke in den Bergen, die ich überqueren werde.“, 13. Juli 1806) und erreichten den Yellowstone River am 15. Juli 1806.
Die Ankunft am Fluss stellte sie vor einige Probleme, u.a. weil es nicht genug geeignetes Holz für einen Kanu-Bau gab. Irgendwann fand William Clark zwei Pappeln, die man für Kanus verwenden konnte.
Das nächste Problem war, dass man die Pferde für Jagd, Warentransport und Tauschhandel weiter nutzen wollte. Die Hufe der Pferde waren jedoch durch das lange Reiten über den felsigen Boden so beansprucht, dass die armen Tiere völlig lahm waren. Clark ließ eine Art Mokassins für die Pferde anfertigen, um Abhilfe zu schaffen.

water express
Travelling Downstream
Hufing

Eine weitere Sorge bereitete der Private George Gibson, der in einen größeren Haken gefallen war, und aufgrund seiner Verletzung nur noch liegend transportiert werden konnte.
Vom 20. bis zum 23. Juli 1806 ließ William Clark eine Pause einlegen, die für den Bau von Kanus und der Fertigung von Kleidungsstücken genutzt wurde. Während dieser Zeit wurden ihnen bereits die Hälfte ihrer Pferde in einer Nacht, wohl von Native Americans, entwendet.

Canoe-Camp
preparation

Aus diesem Grund schickte William Clark seinen Sergeanten Nathaniel Pryor mit drei Männern und dem Rest der Pferde los, um die Pferde auf diese Weise in Sicherheit zu bringen. Leider wurden auch Pryor die restlichen Pferde gestohlen, sodass den vier Männern nichts anderes übrigblieb, als sich aus Büffelfellen „bullboats“ zu bauen und hinter der Clark’schen Gruppe auf dem Yellowstone-River hinterherzufahren, die sie nach einigen Tagen sogar erfolgreich einholten.
Zwischenzeitlich reiste Clark nun nur noch mit 8 Personen auf dem Yellowstone weiter.

Native Americans

Am 24. Juli besuchte Clark, der ständig nach Spuren der Native Americans Ausschau hielt, eine Zeremonienanlage auf einer Insel in der Mitte des Flusses. Am Abend schlug die Gruppe ein Lager am Yellowstone auf, an der Clarks Fork in den Yellowstone einmündet.
Am 25. Juli erreichten die Kleingruppe des Corps of Discovery den Sandsteinfelsen, den William Clark Pompy’s Tower nannte. Zu diesem Besuch gibt es einen eigenständigen Artikel.
Am 26. Juli lagerten die Männer und Sacagawea an der Einmündung des Bighorn Rivers in den Yellowstone. Clark dokumentierte seine Reise entlang des Yellowstone Rivers nicht mehr exakt. Das Corps of Discovery hatte wohl nur noch das Ziel, möglichst bald wieder Zuhause zu sein.
Für den 27. Juli allerdings notierte er, dass er durch große Tierherden im Tal des Yewllowstone-Rivers fuhr und am 01. August mussten sie sogar ihre Flussfahrt unterbrechen, da eine riesige Bison-Herde den Yellowstone-River querte.

Viel Platz
Kohle
Damals und heute

Am 03. August 1806
traf William Clark mit all seinen Leuten, zwei Tage früher als vereinbart, am Confluence von Yellowstone- und Missouri-River ein. Er wartete dort aufgrund extremer Belästigung durch Mücken nicht auf die Gruppe von Meriwether Lewis.

wieder am Missouri

Erst am 07. August 1806 erreichte Lewis mit seiner Mannschaft den verabredeten Treffpunkt.
Am 12. August 1806 trafen sich die beiden Gruppen von Lewis & Clark an der Einmündung des Little Knife Rivers in den Missouri, um von dort gemeinsam bis Saint Louis zurückzureisen.
Dieser Treffpunkt liegt 230 Kilometer südlicher als die Einmündung des Yellowstone in den Missouri. Unvorstellbar aus heutiger Sicht ist das spätere „Wiedersehen“ – ohne moderne Kommunikationsmittel und letztendlich mit dürftigem Kartenmaterial. So bewiesen sie sogar während dem letzten ihrer Teil ihrer Expeditionsreise noch ihre Außergewöhnlichkeit.

verschiedene Rückreiserouten
Die verschiedenen Rückreiserouten von
Traveles Rest bis zur Yellowstone-Mündung

Quellen und weiterführende Informationen:
Trennung bei Three Forks https://www.hmdb.org/m.asp?m=165771 ↗
flussabwärts – ohne Holz https://www.hmdb.org/m.asp?m=165731 ↗
mit Pferden („hoofing it“) https://www.hmdb.org/m.asp?m=165729 ↗
Ankunft am Yellowstone https://www.hmdb.org/m.asp?m=165778 ↗
Verletzung von Gibson https://www.hmdb.org/m.asp?m=165769 ↗
Clark’s Canoe Camp https://www.hmdb.org/m.asp?m=165718 ↗
Kanus – damals und heute https://www.hmdb.org/m.asp?m=165717 ↗
Zeichen von Indianern https://www.hmdb.org/m.asp?m=165716 ↗
L&C-Expedition,1806-07-24 https://www.hmdb.org/m.asp?m=190772 ↗
Kreuzung Bighorn Yellowstone https://www.hmdb.org/m.asp?m=165450 ↗

Sonntag, 19. Juni 2022

Trooper David DeLaittre – Memorial Park

Wenn man das Städtchen Three Forks nach Süden auf dem Highway 2 verlässt, kommt man an einer im Vergleich zu Europa eher ungewöhnlichen „Gedenkstätte“ vorbei.
Ein Polizeiwagen mit blinkendem Blaulicht steht auf einem Podest, die US-Fahne ist gehisst und man erblickt eine große Erinnerungstafel. Sie erinnert an einen jungen Polizist, der unweit dieser Stelle im Dienst erschossen wurde. Diese Stätte erinnert an „Trooper“ David DeLaittre.

Trooper Memorial

Am 01. Dezember 2010 ereignete sich dieser traurige Vorfall in Three Forks: der 23jährige Polizist David DeLaittre von der Montana Highway Patrol wurde am Nachmittag während seines Dienstes erschossen, als er ein an der Seite der Straße abgestelltes Fahrzeug kontrollieren wollte. Er starb nur wenige hundert Meter von seinem Elternhaus entfernt.
Schon kurz nach dem tragischen Tod stellte sein Vater einen reichlich geschmückten Christbaum an der Stelle des Tatorts auf, um an den sinnlosen Tod seines Sohnes zu erinnern.
Im Jahr darauf erwarb der Vater, Denny DeLaittre, von der Buttleman Ranch 3,5 Hektar Farmland, das direkt neben der Tatortstelle liegt. Dort gestaltete er mit vielen Helfern einen Memorialpark, der zum Nachdenken, aber auch zum Spaziergehen und Ausruhen einlädt.
Gleichzeitig errichtete er am Eingang zum Park die Gedenkstätte an seinen Sohn.

Memorial Park

Quellen und weitere Infos: