Dienstag, 9. September 2025

The World’s Largest Axe

Knapp 65 Kilometer hinter der Hauptstadt von New Brunswick, Fredericton, erreichten wir auf dem Trans-Canada-Highway NB-2 E den Ort Nackawic , der am Saint John River liegt und zurzeit 950 Einwohner hat.
Der Ort entstand erst 1976, als durch den Bau des Mataquac Dammes Ende der 1960er Jahre mehrere ehemalige Ortschaften der Region überflutet wurden und mit der Errichtung von Nackawic ein neuer Wohnort für die Menschen entstand.
Der Mataquac Damm staut den Saint John River und erzeugt etwa 20 Prozent des Strombedarfs der Provinz New Brunswick.
Sowohl Nackawic als auch Mataquac sind Worte aus der Sprache der hiesigen am Saint John River beheimateten First Nation, den Maliseet, und beziehen sich auf Flüsse der Region (gerader Bach und Langer Arm).
Nackawic ist Kanada weit bekannt, weil man hier direkt am Fluss die „größte Axt der Welt findet.
Größte Axt
Diese Skulptur ist hier errichtet worden, nachdem die Gemeinde 1991 aufgrund ihrer intensiven Forstwirtschaft zur Forst-Hauptstadt von Kanada ernannt wurde. In der Region um Nackawic waren Holzfäller bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts aktiv.
größte Axt
Auch heute noch ist die Forstwirtschaft der wichtigste Arbeitgeber der Region. Das hier gefällte Holz wird direkt in einer hiesigen Zellulose-Fabrik verarbeitet. Man hat sich auf die Herstellung von einem Spezialzellstoff, einer Zellulose, spezialisiert, der in der Textilindustrie für Viskose-Fasern verwendet wird.
Zellulosefabrik
Die riesige Axt wurde also im Rahmen der Ehrung des Ortes als „Forsthauptstadt“ entworfen und im Mai 1991 aufgestellt. Auf einem rund Betonsockel mit einem Durchmesser von 10 Metern steht die 15 Meter hohe Edelstahl-Axt. Ihr Axt-Kopf ist sieben Meter breit und die gesamte Edelstahl-Skulptur wiegt 55 Tonnen.
Auf einer Tafel vor der „weltgrößten Axt“ konnten wir folgende Inschrift lesen:
"Diese riesige Axt symbolisiert die Bedeutung der Forstwirtschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für die Stadt Nackawic und die Provinz New Brunswick.”
Entsprechend dieses Zitates hat man im Axt-Kopf eine Zeitkapsel eingebettet.
grösste-axt

Donnerstag, 4. September 2025

Von North Sydney nach Louisbourg

In North Sydney, gelegen auf Cape Breton Island, waren wir mit der Fähre aus Neufundland angekommen und hatten dort erst einmal übernachtet.


Am nächsten Tag fuhren wir zunächst etwa 30 Kilometer auf dem Bradfield Highway nach Sydney, wo wir uns die weltgrößte „Fiddle (Geige), the „World’s Largest Fiddle, anschauten.
Fidel

Sie steht direkt im Hafen von Sydney am Kreuzfahrt-Pavillon. Der „Joan Harriss Cruise Pavillon“ an der Uferpromenade ist zu Ehren von Joan Harriss (1919-2001) benannt, einer Bürgerin von Sydney, die sich viele Jahre ehrenamtlich für die Entwicklung des Hafens einsetzte.
Die Fiddle wurde 2005 von einem Künstler aus Sydney, Cyril Hearn, angefertigt, der vor allem seine Erfahrungen als Schweißer bei der Herstellung dieser großen Stahl- Skulptur nutzen konnte. Die Geige und der dazugehörige Bogen haben eine Höhe von 18 Metern (60 feet) und wiegen zusammen acht Tonnen. Sie wurden aus massivem Stahl gefertigt und anschließend lackiert.
Mit dieser „Fiddle“ möchte die Stadt Sydney eine wichtige kulturelle Strömung in der Region vom Cape Breton ehren. Es geht um die schottisch-keltische Violinen-Musik, die seit 200 Jahren hier in einem besonderen Stil musiziert wird.
Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts geschah die sogenannte „Clearance“ in den schottischen Highlands. Damals wurde die schottische Bevölkerung von den englischen Grundbesitzern mit Gewalt von Haus, Hof und Land vertrieben. Die meisten Schotten wanderten danach aus und viele
siedelten sich in Nova Scotia an. Sie brachten damals ihre Musik mit, insbesondere ihre Art Geige zu spielen. Während der spezielle Fiddle-Musikstil im schottischen Mutterland heute fast verschwunden ist, blieb er am Cape Breton erhalten.

Als wir an der "Fidel" ankamen, hatte gerade ein riesiges Kreuzfahrtschiff angelegt und Tausende von Kreuzfahrt-Touristen strömten uns entgegen.
Kreuzfahrtschiff

Anschließend fuhren wir auf dem Highway NS-4 W für weitere 20 Kilometer nach Norden, um den Ort Glace Bay an der Küste vom Cape Breton zu besuchen.
Marconi
 Marconi National Historic Site
Hier befindet sich die Marconi National Historic Site und zwar in einem Küstenbereich, der Table Head genannt wird. Die Region selbst ist flach, die Klippen zum Atlantik gehen von hier aber steil nach unten, teilweise mit einer Höhe bis 20 Meter.
steile klippen
Der italienische Physiker und Erfinder Guglielmo Marconi ↗ (1874-1937) veranlasste im Jahr 1902 am Table Head den Bau von vier hölzernen Antennentürmen mit einer Höhe von 60 Metern sowie den Bau einiger kleinerer Gebäude, in denen die elektrische Ausstattung untergebracht wurde. Marconi plante, von diesem Ort elektrische Wellen bzw. elektromagnetische Impulse über den Atlantik nach England zu senden, um diese neue Art der Kommunikation, die Telegrafie, möglichst bald in einem größeren Umfang nutzen zu können.
Marconi
Vom Table Head wurden ab Dezember 1902 Funknachrichten nach England gesendet, wobei sich bei der Übermittlung tagsüber Probleme ergaben. Trotzdem konnten Marconi und sein Team viele Erfahrungen sammeln und die Erfolge der drahtlosen Technologie mit Hilfe verbesserter Geräte täglich steigern. In dieser Phase wurde beispielsweise auch der erste Funkverkehr zwischen Schiffen an der
kanadischen Atlantikküste und dem Festland eingerichtet.
Marconi
Wir hatten auf unserer bisherigen Reise bereits eine Marconi-Ausstellung im Cabot Tower auf dem Signal Hill in St. John’s, Neufundland, angeschaut. Dort hatte Marconi im Dezember 1901 das erste Mal aus England gesendete Nachrichtensignale empfangen – allerdings rudimentär.
Für eine Verbesserung des Empfangs verlegte Marconi die Anlage vom Table Head im Jahr 1905 nach Port Morien, das sich fünfzehn Kilometer entfernt in südöstlicher Richtung an der Küste befindet. Die Anlage in Port Morien, genannt Marconi Wireless Station, wurde bis 1946 betrieben.

Leider hatte das zu der historischen Stätte in Glace Bay gehörende Museum, das von Parks Canada betrieben wird, im Jahr 2025 nur im Juli und August geöffnet. So konnten wir Anfang September dort lediglich die Außenanlagen besichtigen.
Betonfundamente
nur noch einige Betonfundamente erinnern an die Marconi-Station
Betonfundamente
einblick
Blick in das Visitor-Centre mit einem Modell der
ehemaligen Sende - Empfangsanlage.
wireless

Von Glace Bay fuhren wir auf dem Highway 22-S über eine Strecke von 50 Kilometern weiter an die nördliche Ostküste von Nova Scotia – nach Louisbourg, wo wir am nächsten Tag die nationale historische Stätte, die Festung Louisbourg, besuchen wollten.

Montag, 1. September 2025

Unsere Rückfahrt beginnt

Da wir Neufundland mit einer Autofähre nach Nova Scotia verlassen mussten, stand uns zunächst die Rückfahrt von St. John’s an der Ostküste nach Port aux Basques an der südlichen Westküste, dem Fährhafen, bevor. Für diese Strecke, die uns komplett den Trans-Canada Highway entlang führte, mussten wir etwa 900 Kilometer zurücklegen. Wir planten dazu drei Übernachtungen ein.
Da wir diese Strecke auf der Hinfahrt schon ausführlich beschrieben hatten, sollten für die Rückreise nur noch einige kleine Ergänzungen angefügt werden.
Fasziniert waren wir von den schnellen Wetterwechseln. Eine lange Strecke mussten wir durch so dichten Nebel fahren, dass wir die Autos vor uns fast nicht erkennen konnten.
Nebel
Die Wolken hingen tief
Kaum zuerkennen
Von der Landschaft ist nur noch wenig zu erkennen
Gegenverkehr
und vom Gegenverkehr auch nicht mehr viel
Kurz danach ging es allerdings wieder bei strahlendem Sonnenschein weiter.
freie sicht
Wolken
den Wolken entgegen
Seenlandschaft
Auch die Landschaft rechts und links des Highways 
war wieder gut zu sehen
Auf jeden Fall blieben uns größere Unwetter erspart, denn am Tag nach unserer Abfahrt in St. John’s gab es dort einen schweren Sturm mit sehr niederschlagsreichen Gewitterschauern.
Wir passierten erneut den "Terra Nova Nationalpark", der uns dieses Mal mit der Sonneneinstrahlung aus südlicher Richtung ganz andere Bildeindrücke ermöglichte.
NP
Wald
Dicht zusammen stehen die Nadelbäume
Nadelbäume
Espen
Kurz vor dem Ort Gambo, fuhren wir an Joey’s Lookout vorbei, ein schöner Rastplatz. Hier geht es um die Erinnerung an eine wichtige Persönlichkeit aus Neufundland – Joey Smallwood (1900-1991), der in Gambo geboren wurde. Er war der erste Premierminister der Provinz Neufundland nach dem Beitritt zur kanadischen Konföderation im Jahr 1949.
Joey
Grand Falls-Windsor sollte wieder unser Übernachtungsort werden, wo wir bereits auf der Hinfahrt Station gemacht hatten.
Grand Falls-Winsor
Am nächsten Tag hätten wir den einen oder anderen interessanten Abstecher in die jeweiligen kleinen, nördlich gelegenen Halbinseln unternehmen können, aber das ließ leider unser Zeitplan nicht zu, denn die Fähre war ja gebucht!
Unseren nächsten Übernachtungsplatz erreichten wir in Corner Brook. Dieses Mal sahen wir uns hier noch den „Old Man in the Mountain“ an. Die Legende sagt, dass hier unter dem Berg ein Schatz begraben sein soll, den dieser "Alte Mann im Berg" bewacht.
Nun, man benötigt schon ein bischen Phantasie und muss zudem noch genau wissen, wo man das Profil des Gesichtes im Berg suchen soll.
Alter Mann
Für uns viel erfreulicher und historisch "ergiebiger" war die Besichtigung des berühmten Heritage Trees (dazu gesonderter Bericht).
Heritage Tree
In der Stadt Corner Brook ergänzten wir auch unsere Vorräte für die Weiterfahrt. Am nächsten Tag hatten wir dann noch 190 Kilometer Richtung Süden bis zum Campingplatz in Codrey Valley vor uns.
Codry Valley
Dies ist einer der schönsten Plätze, die wir auf unserer gesamten Reise nutzten. Bei strahlendem Sonnenschein an der neufundländischen Küste legten wir dort unsere letzte Pause dieser Etappe ein.
Da es von Codrey nur 40 Kilometer bis Port aux Basques sind, konnten wir diese Strecke gemütlich vor der Abfahrt der Fähre zurücklegen.
letzte berge
So ordneten wir uns am Folgetag für die Fährüberfahrt nach North Sydney (Nova Scotia) in die Warteschlange ein, um anschließend bei ruhiger See und herrlichem Sonnenschein sechseinhalb Stunden die "Cabot-Straße" zu überqueren.
Fähre
Port aux Basques
Letzter Blick auf Port aux Basques - Neufundland

Sonntag, 31. August 2025

Bemalte Steine in Neufundland

Neufundland hat eine einmalige Geologie, wie wir es bei unseren Besichtigungen (z.B. der Tableland↗,  bei Museumsbesuchen, z.B. Johnson Geo-Center , und während unseren Fahrten durch die gesamte Insel beeindruckend vor Augen geführt bekamen.
So wollten wir zum Abschluss unseres Besuches in Neufundland noch einmal ein paar Bilder zu Steinen zeigen, aber in diesem Fall zu „bemalten Steinen“.
Auf der ganzen Insel begegneten uns die kleinen und großen Kunstwerke am Straßenrand und in Vorgärten immer wieder, teilweise erheiterten sie uns und teilweise konnten wir sie nur bestaunen.
Hier sind ein paar besonders schöne Exemplare.
Leuchtturm
Eisberge
Pinguin
Haus
Wasserfall

Samstag, 30. August 2025

Das Johnson Geo-Centre in St. John´s

Als wir vom Signal Hill in St. John’s den Berg hinunter Richtung Stadt schauten, stach uns sofort ein außergewöhnliches Gebäude ins Auge: das Wissenschaftsmuseum Johnson Geo Centre ↗.

Geo-Centre
Es handelt sich um einen schräg im Berg verschwindenden Glasbau. Er sieht wie der gläserne Eingang in einen Berg hinein aus und tatsächlich befinden sich die Räume der Ausstellungen dieses Zentrums überwiegend in der Tiefe. Die Konstruktion erinnert gleichzeitig ein wenig an einen Kristall, der aus dem Berg herauswächst, oder auch an den Eingang eines Bergwerks.
Bevor wir das Zentrum besuchten, bewunderten wir zunächst die Figuren der beiden provinztypischen Hunde, die vor dem Gebäude Wache halten - einen Neufundländer und einen Labrador. Gestaltet wurden die beiden Hunde von dem Bildhauer Luben Boykov ↗ (*1960), den wir bereits von der Cook-Statue in Corner Brook her kannten.
Neufundländer
Der Neufundländer (links im Bild) ist ein langhaariger, großer Arbeitshund, während der Labrador ein mittelgroßer, kurzhaariger Jagdhund ist. Die beiden Hundefiguren sollen symbolisch an die Freundlichkeit der Menschen in dieser Provinz erinnern.

Im Außenbereich ist vor dem Eingang ein großer Steingarten angelegt. Sowohl dieser als auch die Hunde-Skulpturen sind Teile des 14 Hektar großen Johnson Geo-Vista Parks , der sich um das Zentrumsgebäude herum befindet. Im Park kann man Spaziergänge auf mehreren Rundwegen unternehmen und historische Nachbauten sowie Informationen zur Geologie anschauen.
Gesteinsweg
Gesteinsweg
Benannt ist das Informationszentrum nach einem Geschäftsmann aus St. John’s, Paul Johnson (1929-2015), der mit seiner Familien-Stiftung maßgeblich an der Erstellung des Geo-Centres beteiligt war. Das Zentrum wurde übrigens im Jahr 2002 eröffnet und es kommen ständig Ausstellungsthemen hinzu bzw. sie variieren. Der Träger ist heute die Memorial University of Newfoundland in St. John’s.
Nach dem Betreten des Gebäudes konnten wir zunächst eine kleine Ausstellung mit dem Namen „The Gardens of the Deep“ zu Korallen, Anemonen und Seesternen ansehen, die rund um Neufundland im Meer vorkommen.
Tiefsee
Korallen
Danach ging es ein Stockwerk tiefer zur eigentlichen geologischen Ausstellung. In der dortigen Empfangshalle war an der Decke eine phantastische Darstellung unseres Sonnensystems zu sehen. Gleichzeitig waren hier zahlreiche Mitmachstationen für Besucher allen Alters aufgebaut. Neben der Empfangshalle geht es zu einem "Kids-Bereich" mit vielen lehrreichen Spielstationen.
Sonnensystem
Sonnensystem
Im hinteren Bereich der Empfangshalle konnten wir das "Geo-Theatre" mit einem Lehrfilm besuchen. In der Multimedia-Präsentation mit vielen Lichteffekten und sogar einem echten Wasserfall wird sowohl die Geburt unseres Sonnensystems als auch die Entstehung und Entwicklung unseres Planeten Erde mit der Darstellung vieler geologischer Phänomene gezeigt.
In den anschließenden Ausstellungsräumen waren wir zunächst einmal von der besonderen Bauleistung des Geo-Zentrums begeistert.
Für dessen Bau wurde zunächst eine Grube im Gestein des Signal Hill ausgehoben bzw. aus dem Felsen herausgeschlagen. Dann legte man die unterirdischen Ausstellungsräume so an, dass man über 50 Meter direkt an den freiliegenden, steilabfallenden, uralten Felswänden vorbeigeht und sie auch anfassen kann. Mit Schildern wurden wir darauf hingewiesen, dass das Sandstein-Gestein des Signal Hills 550 Millionen Jahre alt und damit beispielsweise 400 Millionen Jahre älter als die Rocky Mountains im Westen von Canada ist.
rock
Alter Stein
Alter Stein
Der anschließende Rundweg durch die Ausstellung führte uns durch die Themen „Unser Planet“, „Unsere Provinz" (Neufundland und Labrador), „Unser Volk“ und „Unsere Zukunft“.
Zunächst ging es also in den Bereich „Unser Planet“. Neben vielen anderen Präsentationen ist das Modell der „dynamischen Erde“ ein gelungener Versuch zu erklären, wie durch die Zusammensetzung unserer Erde die jeweiligen geologischen Prozesse beeinflusst werden.
Unsere Erde
Ansonsten werden hier Kreisläufe, Verwitterung,  Gebirgshebungen, Erdbeben, Vulkanaktivitäten, Plattentektonik, etc. vorgestellt.
Plattentektonik
Anhand eines „Sandkörner-Modells“ versucht man, die geologische Zeit, die mit ihren Milliarden von Jahren so unvorstellbar ist, zu erklären. Außerdem konnten wir eine umfangreiche Ausstellung zu verschiedenen Gesteinen, Mineralien aber auch Fossilien bewundern und "begreifen". Bei einigen Präsentationen wird auch auf die Evolution des Lebens eingegangen.
Gesteine
Gesteine
Dem interessierten Besucher wurde aber auch verdeutlicht, aus welchen Materialien z. B. "Felsformationen" haben entstehen können und wo man sie heute überall im Küstenbereich von Neufundland antreffen kann.
Felsenentstehung
Felsengestein
Am Eingang des Bereiches „Unsere Provinz (Neufundland und Labrador)“ wurden wir von
einem riesigen Stein aus den Tablelands im Gros Morne Nationalpark ↗ "begrüßt". Das Gebiet hatten wir bereits vor einigen Wochen im Westen der Insel besucht.  Der Stein steht im Geo-Centre symbolisch für das Innere unserer Erde, da er durch besondere Bedingungen aus dem Erdmantel nach oben gehoben wurde.
Perodotite
Danach beschäftigt sich die Ausstellung zunächst mit Labrador, dem „ancient land“, das geologisch zum Kanadischen Schild gehört. Im Norden von Labrador sind einige Gesteine vier Milliarden Jahre alt und es gibt große Eisen- und Nickel-Vorkommen.
Erst dann folgt Neufundland, das vor 600 Millionen Jahren nach dem Auseinanderbrechen eines ursprünglichen Superkontinents, „Rodinia“, entstanden ist. Sowohl die Entstehung der Apalachen-Gebirgskette, die sich von der Westseite von Neufundland Richtung Süden bis Alabama in den USA erstrecken, als auch die Entstehung des Atlantischen Ozeans werden in Filmen, auf Info-Tafeln und in Modellen beschrieben und erklärt. Besonders hervorgehoben wird die Region Avalon von Neufundland, da sie ein Überbleibsel des auseinander gebrochenen Urkontinents Pangäa bzw. später Gondwana ist.
Avalon
Neufundland
Am Schluss dieses Ausstellungsbereiches durften wir die Darstellungen zum Themenkreis „Gletscher“ erkunden, uns mit den Eiszeiten und den Folgen der ehemals fast  vollständigen Vereisung von Neufundland auseinandersetzen und einen Film dazu anschauen, der die Entwicklung bis heute wiedergibt.
Dies sahen wir auch als gute Überleitung zum nächsten Ausstellungsbereich, Unsere Zukunft“. Hier werden Probleme des Klimawandels oder der vernünftige Umgang mit unseren Wasserreserven präsentiert, aber auch die
verantwortungsvolle Gewinnung und Nutzung von fossilen Brennstoffen thematisiert.
Es folgte das nächste Thema „Unser Volk/our people“. Hier wurden wir von einem großen Steinmann, einem Inukshuk begrüßt. Dieser Bereich hat weniger mit der Geologie zu tun, sondern es geht um die Evolution des Lebens beginnend mit einem Einzeller. Der Bezug zur Geologie wird hergestellt, indem man über Fossilien und Versteinerungen die Nähe des Lebens zur Geologie zeigt.
Explizit wird die gesamte Menschheitsgeschichte dargestellt und man geht insbesondere auf die Besiedlung von Neufundland ein.
Im zweiten Teil dieses Bereiches wird auch auf die Bedeutung von Mineralien in unserem
Alltagsleben eingegangen und wie wichtig es ist, dass wir mit den Ressourcen unserer Erde verantwortungsvoll umgehen müssen.
Sonne
Future
Hier fanden wir die Aufforderung, „Schützen Sie diese Welt, damit unsere Erde immer der blaue Planet bleiben darf“, sehr wichtig.

Im Bereich „Unsere Zukunft“ folgte nun mit dem sogenannten „Stellarium“ der letzte Teil der Ausstellung des Informationszentrums. Im Foyer von „Stellarium“ werden eine bemannte Raumstation, ein Modell eines Satelliten und ein Modell des „Mars Rover“ präsentiert und an den Wänden sind beeindruckende Bilder aus dem Weltraum zu sehen.
Im Stellarium werden auch verschiedene Sterne vorgestellt, die sich in der Nähe unseres Sonnensystems befinden.
Nach dem Besuch des Stellariums konnten wir den Rückweg entlang der Signal Hill 
Felswand zur Empfangshalle starten, ein wenig müde, aber angefüllt mit sehr viel  Informationen und tatsächlich beeindruckt von den kreativen und interessanten
Vorschlägen, den Besuchern die Geologie dieser Welt näherzubringen.
Wand
Wand
Rechts die "sehr alte" Sandsteinwand