Posts für Suchanfrage Silver City werden nach Datum sortiert angezeigt. Nach Relevanz sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Silver City werden nach Datum sortiert angezeigt. Nach Relevanz sortieren Alle Posts anzeigen

Samstag, 1. August 2026

Von Haines Junction nach Tok


Da wir die oben markierte Strecke von Haines Junction / Yukon Territory nach Tok / Alaska bereits in den Jahren 2018 und 2024 befuhren und ausführlich darüber berichteten, sollen hier nur einige wenige Eindrücke geschildert werden. Im Gesamten legten wir im Yukon Territory bis zur Grenze für diese Strecke 320 Kilometer auf dem Alaska Highway entlang des Kluane Lakes und durch die Orte Destruction Bay, Burwash Landing und Beaver Creek zurück. Nach dem Grenzübertritt in die USA waren es noch einmal 150 Kilometer bis nach Tok in Alaska.
berge
Nach unserem Start bogen wir nach etwas mehr als 100 Kilometern kurz vor dem Kluane Lake nach Silver City ab. Dieser Ort entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der Goldrausch-Zeit, ist heute aber nur noch eine Geisterstadt mit wenigen verfallenen ehemaligen Blockhäusern.
kluane Lake
Der alte, der ursprüngliche Alaska Highway aus dem Jahr 1942/43  verlief durch Silver City.
old road
Ein Schild einer Tankstelle und zwei Straßenlampen sind hier die einzigen Übrigbleibsel einer ehemaligen Relaisstation am Alaska Highway, der Kluane Lake Lodge, die wegen der Begradigung des Highways und damit ihrer Umgehung bereits im Jahr 1975 schloss.
Gulf
Heute versuchen in unmittelbarer Nachbarschaft einige engagierte Menschen der Region neues Leben einzuhauchen. Dazu gehören Pauly Sias und Jady Hurlburt, die eine/n „Bakery/Coffee Shop“ in ihrer Black Sheep Trading Post betreiben - geöffnet freitags bis sonntags. Neben dem Café bieten die beiden Workshops zur Kultur ↗ der Kluane First Nation und haben Angebote für Wanderungen und Naturerlebnisse.
Cafe
Black Sheep Trading Post
Erwähnenswert wären für uns zwei Veränderungen, die wir im Ort Burwash Landing antrafen. Zum einen waren an der 1944 eröffneten katholischen Missionskirche „Lady of the Rosary Church“ , die wir vor zwei Jahren in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand antrafen. Zwischenzeitlich wurden einige kleinere Renovierungsmaßnahmen durchgeführt.
Kirche
Die kath. Missionskirche in der Gründerzeit
Kirche
Die Kirche mit Wohn- und Schlafraum für den Priester - 2026
Zum zweiten wurde das zweistöckige Gebäude der ehemaligen Alaska Highway Lodge, „Burwash Landing Resort“, ursprünglich 1904 von den Brüdern Jacquot als Handelsposten gegründet, nach jahrelangem Leerstand in den Jahren 2025/26 endgültig abgerissen und komplett "entsorgt".
Resort
So stand das Gebäude noch im Jahr 2024
Leer
Der ehemalige Gebäudestandort am See - 2026
getrennt
holz
Getrennt sortiert
Während unserer Weiterfahrt mussten wir feststellen, dass der Belag des Highways immer schlechter wird. Bedingt durch den Permafrost (tauen / frieren) und den damit bedingten Bodenverschiebungen häufen sicht nicht nur die Bodenwellen im Straßenbelag, schlimmstenfalls bricht der Asphalt auf und tiefe Löcher sind zusätzlich die Folge.
Die Straßenmeisterei versucht die Löcher mit etwas Heißasphalt zu flicken, doch dies hält nicht lange. Großflächige Reparaturen werden nur mit einer dünnen Schicht Asphalt mit Schotter darüber getätigt. Der Schotter soll sich in den Asphalt eindrücken, doch die Bodenunebenheiten werden dadurch nicht ausgeglichen.
wasser
Zur Vorbereitung der Straßenreparatur wird oft versucht, den Schotterboden zu verdichten, einzuschlämmen. Eine Passage mit dem Auto durch solch eine Baustelle zieht zwangsläufig eine Autowäsche nach sich.
Allerdings auch nachdem man diese fertigen Streckenabschnitte in respektablem Abstand (wegen möglichem Steinschlag) zum Vordermann hinter sich gebracht hat.
staub
In Beaver Creek suchten wir wieder einen guten Bekannten auf, Sid van der Meer. Er kam 1960 aus den Niederlanden in das Yukon Territory - und blieb. Er sammelte im Laufe der Jahrzehnte vieles aus dem Bereich "Alaska Highway" und betreibt ein eigenes kleines Museum, was er uns auch dieses Jahr wieder gerne zeigte - insbesonders die "Neuzugänge". Neben vielen anderen Leidenschaften gehört zu ihm das Sammeln von ALTEN Autos. Wenn diese nicht mehr fahrbereit sind, macht er sie fahrtüchtig und poliert außerdem noch ihr Äußeres und das Innere auf.
auto
fahrbereit
rot
Seine neueste Errungenschaft: ein klassischer viertüriger Mercury Eight Sedan (Baujahr ca. 1939), hier mit geöffneter Motorhaube, da die Batterie gerade geladen wurde.
Dieses Fahrzeug zeichnet sich durch geschwungene Kotflügel, Weißwandreifen und das typische Vorkriegs-Design der Ford-Luxusmarke aus.
Übrigens: ALLE seine Fahrzeuge sind fahrbereit. So ist es nicht verwunderlich, wenn der 89jährige Sid van der Meer während des Sommerhalbjahres täglich mit einem anderen Fahrzeug zu seiner Arbeitsstelle in das "Visitor Information Center" ↗ in Beaver Creek fährt.
Sid and Jo 
Auch in diesem Jahr waren wir während der gesamten Fahrt erneut von der bergigen, abwechslungsreichen und beeindruckend weiten Landschaft begeistert.
Berge
Berge

Samstag, 6. Juli 2024

Von Whitehorse nach Haines Junction

Wenn man Whitehorse Richtung Haines Junction auf dem Alaska Highway in nordwestlicher Richtung verlässt, kann man zunächst kurz hinter der Stadt nach rechts auf den North Klondike Highway abbiegen, um nach rund zwanzig Kilometern das ehemalige Takhini Hotsprings, jetzt Eclips Nordic Hot Springs zu erreichen.
Vor sechs Jahren waren wir im alten Naturbecken im heißen Wasser baden.
In der Zwischenzeit wurde die ehemalige Einrichtung komplett abgerissen und an alter Stelle eine moderne Thermalanlage erbaut; mit vier in einer wunderschönen Steinlandschaft angelegten „hotpools“, durch die ständig 38°C bis 42° C heißes Wasser fließt. Das Wasser ist stark eisenhaltig. Das Angebot des Badens (hier: “to soak“) im heißen Wasser wird durch eine Saunalandschaft und viele gemütlich gestaltete Relax-Bereiche erweitert.
Webseite der Anlage: https://eclipsenordichotsprings.ca/ 

Nach einem mehrstündigen Aufenthalt in "Hot Springs" geht es zurück zum Alaska Highway in Richtung Haines Junction. Im nun folgenden Streckenabschnitt wird die neue, begradigte Straße mehrmals vom Old Alaska Highway gekreuzt.

old Alaska Highway

Kurz darauf fahren wir an einer interessanten Naturerscheinung vorbei – den „Takhini Salt Flats“. In dem hier recht sumpfigen Gelände befinden sich Salzwasserseen, die zum größten Teil bereits ausgetrocknet sind.

Salz Seen
Salz Seen

In Höhe der Takhini Salt Flats steht am Straßenrand ein historischer Marker – der Pfosten der Historic Mile 946.

Historic Mile 946

Hier ist eine weitere historische Straße links neben dem Highway an der alten Trassenführung zu erkennen – die Kluane Wagon Road. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt, damit man für Goldsucher Verpflegung und Ausrüstung zum Kluane Lake bringen konnte, an dem Gold entdeckt worden war. Diese Goldfunde waren jedoch nicht sehr ergiebig und dementsprechend wurde die Straße bald nicht mehr genutzt.
Wer sich für die Historie dieser Straße interessiert, kann hier sehr interessante Details nachlesen:

Nach weiteren knapp zwanzig Kilometern erreichen wir den Stoney Creek, an dem sich während der Bauphase des Alaska Highways ein Construction Camp (das Camp 956) und später ein großes Maintenance Camp befand.

956

Abseits der Straße kann man mitten durch Bäume und Büsche zum Grab des 1914 verstorbenen Robert John McCoy gehen. Er betrieb mit seinem Bruder bis zu seinem Tod an dieser Stelle der Kluane Wagon Road ein Roadhouse, das er im Rahmen der Goldsucher-Jahre dort errichtet hatte und das in dieser Zeit zahlreich frequentiert wurde. Später rasteten bei ihm viele Jäger.

Stoney Creek
Der Alaska Highway [verläuft von oben Bildmitte nach rechts]
Im Vordergrund das Gelände von Stoney Creek

dump
Viele unaufgeräumte Hinterlassenschaften sind hier noch zu finden
Grave-Marker
Grabmarkierung von Robert John McCoy

Wer sich für diese Geschichte interessiert, kann über den folgenden Link viele Details und Hintergrundinformationen erfahren sowie einige weitere Fotos sehen.

Unser nächstes Ziel ist Mendenhall Landing / Steamboat Landing. Dazu biegen wir fünf Kilometer weiter vom Highway links ab und fahren bis zur „Confluence“, dem Zusammenfluss, von Mendenhall River und Takhini River. Hier kamen einst die Goldsucher mit dem Steamboat (Dampfschiff) an, um anschließend auf dem Landweg weiter zum Kluane Lake zu laufen. Hierhin ließen sie sich aber auch Waren und Ausrüstung liefern. Fluss und Anlegestelle (Landing) des Dampfschiffes wurden zu Ehren des amerikanischen Physikers und Meteorologen Thomas Corwin Mendenhall (1841-1924) benannt. Viele Jahrzehnte war er für die U.S. Coast und Geodetic Survey tätig, die für die Landvermessung in den USA zuständig war. So war er mitverantwortlich für die exakte Grenzziehung zwischen den USA und Canada.

Mendenhall Landing
Mendenhall Landing
Mendenhall-River kommt von links
Tahkini-River kommt mit klarem Wasser von rechts.
Beide fließen geradeaus weiter.

Auf jeden Fall ist der Bereich der ehemaligen Mendenhall Landing am Takhini River auch heute noch wildromantisch und bietet herrliche Foto-Motive.

Tahkini-River
Tahkini-River

Wir fahren zurück zum Alaska Highway, um ihn nach weiteren fünfzehn Kilometern erneut zu verlassen.

Alter Highway
Alter Highway nach Champagne

Wir biegen Richtung Champagne ab. Der alte Alaska Highway führte einst direkt durch den Ort. Die dort lebenden First Nation, die zu den Aishihik und den Champagne gehören, fühlten sich durch den Verkehr und die Touristen gestört. Sie baten um eine Verlegung der Straße und 2002 kam man letztendlich ihrer Bitte nach. In Champagne leben aktuell noch fünfzehn Bewohner, die meisten der First Nation sind in den letzten Jahren nach Haines Junction umgezogen.

Champagne

In Champagne steht nicht nur der historische Milepost „974“, sondern eine Sammlung von Radkappen am "Wheel-house" von Eddy Chambers sticht ins Auge. Im Stil des „Sign Post Forest“ von Watson Lake hatte er hunderte über Jahre verlorene Radkappen gesammelt und an eine Hauswand sowie später an Pfosten genagelt. Die Sammlung soll u.a. daran erinnern, wie viel Müll der Mensch in der Natur hinterlässt.

wheel-house

In Champagne siedelte ab 1902 Harry Chambers bei den First Nation und etablierte und betrieb dort eine „Trading Post“ und ein Warehouse für die durchreisenden Goldsucher.
Nach dem Tod von Harry im Jahr 1929 übernahm sein Bruder George Chambers das Geschäft, das während der Bauphase des Alaska Highways noch eine Tankstelle und Werkstatt hinzubekam.
Über diesen Ort werden wir ausführlich gesondert berichten.

Werkstatt
Werkstattgebäude der Chambers

Etwa vierzig Kilometer weiter überqueren wir den Aishihik River. Kurz vorher steht links am Highway der „
Otterfalls Cutoff“-Truckstop. Aus unserer Sicht gibt es hier ein kleines Kuriosum. Der 2009 verstorbene, ehemalige Besitzer der Lodge, Leonard Beecher, ist auf dem Gelände der Lodge in einem „Beton-Sarg“ beerdigt. Beecher war nicht nur der Lodge-Besitzer, sondern auch Betreiber eines Beton-Unternehmens. Deshalb entschied er sich für diese außergewöhnliche Bestattungsform.

Grab von Leonard
Leonard Beecher´s Grabstätte

Knapp zwei Kilometer nach der Lodge befindet sich die Canyon Creek Bridge. Vor sechs Jahren konnten wir noch über die alte Holzbrücke laufen. Dies ist inzwischen nicht mehr möglich. Sie ist wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Canyon Creek
Canyon Creek Bridge closed

Durch den Goldrausch 1903 kamen viele Bergleute in diese Gegend, was zur Folge hatte, das nicht nur ein Weg (die Kluane Wagon Road) durch diese Region von Whitehorse nach Silver City am Kluane Lake gebaut wurde. In diesem Zusammenhang errichteten der Trapper Sam McGee und der Roadhouse-Besitzer Gilbert Skelly eine Brücke über den Canyon Creek.
Ein Roadhouse und ein "convenience store" wurden ebenso 1904 etabliert.
Im Jahr 1923 beauftragte die Regierung die Brüder Gene und Louis Jacquot aus Burwash Landing, am Kluane Lake gelegen, diese Brücke im Rahmen des Straßenausbaues zu erneuern.
Während des Baus des Alaska Highway wurde die alte Brücke 1942 abgebaut und vom 18ten Engineer Regiment in nur 18 Tagen - als neue, jedoch im alten Stil - wieder errichtet.

Eine weitere neue Brücke in Stahlbauweise wurde 1943 etwas südlicher, d. h. flussabwärts gebaut. Sie hielt nicht lange und musste 1968 erneuert werden

Nach diesen zahlreichen interessanten Orten erreichen wir nach weiteren fünfzehn Kilometern unser heutiges Ziel, den Pine Lake Campground bei Haines Junction, ein Naturplatz des Yukon Territoriums.

Pine Lake Campground

Montag, 24. Juni 2024

Roadhouses & Lodges

Bereits im Jahr 2018 hatten wir den gesamten Alaska Highway befahren und waren u.a. von den  bewegten Geschichten vieler Roadhouses / Lodges entlang dieser Strecke "begeistert".
Diese Roadhouses, in späteren Zeiten „Lodges“ (Hütten) genannt, dienten Reisenden bereits seit Ende den 50er Jahren als Versorgungstation (Essen und Tanken / Werkstatt) sowie der Erholung (Übernachtungen) auf der doch recht langen nicht asphaltierten Strecke, insgesamt 2.240 Kilometer. Einige von diesen Lodges verschwanden wieder frühzeitig, andere kamen im Laufe der Jahre hinzu.
Erst am Ende der 60er Jahre wurde der Alaska Highway überhaupt asphaltiert und dementsprechend waren die täglichen Entfernungen, die man damals zurücklegen konnte, doch recht eingeschränkt. Auch Kurven und Steigungen, die man bewältigen musste, waren teilweise abenteuerlich. Man bedenke, dass es sogar einen „suicide hill“, einen „Selbstmord-Hügel“, auf der Strecke gab. So fand man anfänglich die Lodges meist in kürzeren Entfernungen zueinander.

Suicide Hill

Ab Ende der 80er Jahre wurde der Highway nach und nach begradigt und teilweise sogar verlegt. Dies hatte zur Folge, dass zahlreiche Roadhouses geschlossen wurden, weil sie nicht mehr direkt an der Strecke lagen. Viele Betreiber mussten auch aufgeben, weil nun die von den Reisenden pro Tag zurückgelegten Strecken so groß wurden, dass man nicht mehr bei ihnen hielt, halten musste.

keine Tankstelle mehr
Ehemalige Tankstelle an Steamboat Lodge - 09.05.2024

So kann man eigentlich im Rückblick feststellen, dass sich die große Zeit der Lodges in den 80er/90er Jahren abspielte. Ein weiteres Problem war anschließend, dass viele Betreiber keine Nachfolger fanden. Die jüngere Generation wollte nicht mehr in der Einsamkeit fernab der Zivilisation leben. Kaufinteressenten wurden oft von zu hohen Preisen für die „Immobilien“ abgeschreckt, die zudem schon in die Jahre gekommen waren und viele Investitionen für Reparaturen und Erneuerungen benötigt hätten.

Silver City
Ehem. Silver City Motel 

Wir konnten während unserer diesjährigen Reise bisher folgende wesentliche Erfahrungen machen.
  • Es gibt einige wenige Lodges, in denen bereits ein Generationenwechsel stattgefunden hatte oder die von neuen, innovativen Besitzern erfolgreich übernommen wurden. Diese werden mit Sicherheit auch in der Zukunft weiter existieren. Leider besuchten wir auch einige Roadhouses, deren Zeit wohl bald abläuft.
  • Weiterhin gibt es Orte, an denen man nur noch wenige Spuren der früher bereits aufgegebenen Häuser entdecken konnte. Teilweise waren sie abgebrannt, teilweise waren sie bereits zu einem großen Teil abgerissen oder die Natur hatte sich ihren Raum zurückerobert.
angebrannt
Summit Lake Lodge - 09.06.2024

  • Und dann gab es noch die Kategorie der aufgekauften Immobilen, deren Grund und Boden in Zukunft anderweitig genutzt werden soll – als Jagdunterkünfte für outfitter oder als Erholungsheime.
Wir beschrieben unsere Besuche der „Roadhouses & Lodges am Alaska Highway“ aus dem Jahr 2018 in gesonderten Artikeln, werden diese allerdings aufgrund der Fülle an weiteren zusätzlichen Informationen erst nach unserer Rückkehr im Herbst als "Update" einpflegen.

alles was übrig blieb
Alles was von dieser Tankstelle übrig geblieben ist

Weitere Details hier auf unserem Blog:

Dienstag, 21. August 2018

nach Mayo


Heute wollten wir auf dem North Klondike Highway bis Stewart Crossing fahren (181 km) und dann weiter über den Silver Trail nach Mayo (53 km).

Nach der Übernachtung auf dem Dawson City RV Park passieren wir zunächst die Kreuzung mit der Abzweigung zur Bonanza Creek Road, die uns zur Yukon Heritage Attraction Dredge No. 4 geführt hätte. Diese Dredge (Schürfbagger) steht in dem Creek, in dem am 17. August 1896 George Carmack, Joe Tagish und Skookum Jim Mason erstmalig in dieser Region Gold gefunden und damit auch den Klondike Gold Rush ausgelöst hatten.

Da wir schon die Dredge in Chicken besichtigt hatten, fuhren wir an dieser Abzweigung vorbei und bestaunten stattdessen die „Holzhaus-Fassadenkonstruktion“, die uns in Dawson City willkommen heißt – in unserem Fall uns „Auf Wiedersehen“ sagt.

















Gleich danach kamen wir an einer Haltebucht vorbei, in der über die „Yukon Ditch“ informiert wird. Darunter versteht man das Pumpensystem, mit dem von 1909 bis 1930 Wasser aus den Ogilvie Mountains zu den „Dredgen“ im Bonanza-Creek gefördert wurde, damit die Dredgen schwimmen und das Gold auswaschen konnten.




Auf beiden Seiten der Straße können wir nun
über Kilometer die sogenannten „tailings“, aufgeschüttete „Gravel-Berge“, bestaunen. Sie sind die steinernen, „wertlosen“ Überreste, die die Dredge hinter sich wieder auswarf, als sie auf der anderen Seite den Goldhaltigen Schotter aufnahm.























An dieser Stelle zweigt auch die Hunker Creek Road ab, die über einen 96 km langen loop dem Albert Hunker Creek folgt, in dem im September 1896 Gold gefunden wurde.




 


Bei der Vorbeifahrt am Airport von Dawson City konnten wir sehen, dass in kurzen Abständen Reisegruppen der „Holland-Linie“ eingeflogen werden, die nach ihrem Besuch von Skagway natürlich auch in Dawson City mit „Goldpanning“ und dem Spiel- und Show-Erlebnis bei  „Diamond Tooth Gertie“ ihre „Klondike-Kreuzfahrt“ abrunden.




Der Klondike-Highway, den wir weiter fuhren, war zwischenzeitlich wieder einmal eine „gravel road-Erfahrung“ mit vielen Schlaglöchern.













Nach 47 km erreichten wir die Kreuzung, an der der Dempster Highway über eine Schotterstraße nach Inuvik (730 km) und anschließend bis nach Tuktoyaktuk am Arktischen Meer führt. Die Autos, die von dort zurück kamen, waren vor lauter Schmutz kaum noch zu erkennen, aber diese Strecke gehört bei einigen, die Herausforderungen lieben, zu den aktuellen Abenteuern unserer Zeit.




















Für mich nicht mehr verständlich:
von Küste zu Küste, von West nach Ost
oder umgekehrt führt dieser "Wanderweg", nun aber auch nach Norden.
Der Transcanada Trail will mittlerweile jede Province bedienen, also führt der Weg nicht mehr durch Kanada, sondern kreuz UND quer durch Kanada  -  und die meiste Zeit zumindest in dieser westlichen Region entlang an Straßen!

Für uns ging es etwas weniger abenteuerlich weiter und wir erreichten als nächsten interessanten Punkt eine Haltebucht mit herrlicher Sicht auf den „Tintina Graben“. Der „Tintina-Graben ist die größte geologische Erdverwerfung Nordamerikas und im Frühling/Herbst ein Hauptkorridor für Zugvögel (natürlich nicht im August zu sehen).

















Nach weiteren 30 Kilometern erreichten wir den Gravel Lake, ein wichtiges Feuchtgebiet im Tintina-Graben, das von vielen Wasservögeln genutzt wird. Uns zeigte sich der See und das ganze um ihn herum liegende Feuchtgebiet ein wenig „eutrophiert“ und gänzlich „vogellos“.







Auch unser nächster Ort war ein wenig deprimierend für uns, denn die nach weiteren 62 km folgende historische
Moose Creek Lodge
(ein „Muss“ für jeden Yukon-Reisenden laut Werbung) ist von einer Holland-Linie-Bus-Gruppe „bevölkert“, d.h., dass das historische Holzgebäude ziemlich überfüllt war. Wie fuhren also weiter - überwiegend durch borealen Wald - und kosteten so leider keine der angepriesenen „legendären pastries“.

Kurz danach folgte für uns der „Stewart River Viewpoint“ mit interessanten Informationstafeln zu James G. Stewart, der für die Hudson Bay Companie arbeitete und als erster Europäer 1849 den nach ihm benannten Fluss entdeckte.






Der Stewart River hatte eine enorme Fließgeschwindigkeit bzw. Strömung und wir bewunderten im Rückblick die mutigen Sternwheeler-Kapitäne, die diesen Fluss befahren haben, um das Silbererz aus den Minen bei Keno City nach Whitehorse zu bringen.
















Nach einem kurzen Stopp (nach 181 km) am Silver Trail-Informationszentrum in Stewart Crossing, wo wir uns an lebensgroßen Metallfiguren der hiesigen Tierwelt erfreuen konnten, bogen wir in den Silver Trail nach Mayo ab.


















Der Silver Trail trägt die Highway Nummer 11. Obwohl an den Ufern des Stewart Rivers 1885 zunächst auch Gold gefunden wurde, ist für diese Region wesentlich wichtiger, dass hier 1903 eine sehr ertragreiche Silberader entdeckt wurde. Da der Fundort am Keno Hill schlecht erreichbar war, dauerte es bis 1915, bis man mit dem eigentlichen Abbau begann. Das Silbererz wurde mit kleinen Loren nach Mayo gebracht und von dort dann mit den Sternwheelern auf dem Fluss weiter transportiert. Erst 1950 wurde eine Straße gebaut, was dann das Ende der Flusstransporte bedeutete. Die Straße, die nun für den Erztransport genutzt wurde, erhielt logischerweise den Namen „Silver Trail“.
Am Silver Trail wird im Ort Elsa, kurz vor dem historischen „Mining-Ort“ Keno, heute noch aktiv eine Silbermine betrieben, in der im Jahr 2018 immerhin mehr als 100 Personen arbeiten. Diese Silbermine ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Obwohl die ersten zwanzig Kilometer „Elchschutzgebiet“ sind, sahen wir auch heute keinen Vertreter dieser Tierart. Die Straße hat ihre Tücken - bedingt durch den Permafrost gibt es immer wieder unberechenbare Bodenwellen und schlimme Schlaglöcher.

Wir fahren nun entlang des Stewart Rivers mit seinen vielen angeschlossenen Feuchtgebieten und erreichen nach 53 km den Ort Mayo, wo wir auf dem McIntyre Park übernachten.