Da wir die oben markierte Strecke von Haines Junction / Yukon Territory nach Tok / Alaska bereits in den Jahren 2018 und 2024 befuhren und ausführlich darüber berichteten, sollen hier nur einige wenige Eindrücke geschildert werden. Im Gesamten legten wir im Yukon Territory bis zur Grenze für diese Strecke 320 Kilometer auf dem Alaska Highway entlang des Kluane Lakes und durch die Orte Destruction Bay, Burwash Landing und Beaver Creek zurück. Nach dem Grenzübertritt in die USA waren es noch einmal 150 Kilometer bis nach Tok in Alaska.
Nach unserem Start bogen wir nach etwas mehr als 100 Kilometern kurz vor dem Kluane Lake nach Silver City ↗ ab. Dieser Ort entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der Goldrausch-Zeit, ist heute aber nur noch eine Geisterstadt mit wenigen verfallenen ehemaligen Blockhäusern.
Ein Schild einer Tankstelle und zwei Straßenlampen sind hier die einzigen Übrigbleibsel einer ehemaligen Relaisstation am Alaska Highway, der Kluane Lake Lodge, die wegen der Begradigung des Highways und damit ihrer Umgehung bereits im Jahr 1975 schloss.Heute versuchen in unmittelbarer Nachbarschaft einige engagierte Menschen der Region neues Leben einzuhauchen. Dazu gehören Pauly Sias und Jady Hurlburt, die eine/n „Bakery/Coffee Shop“ in ihrer Black Sheep Trading Post betreiben - geöffnet freitags bis sonntags. Neben dem Café bieten die beiden Workshops zur Kultur ↗ der Kluane First Nation und haben Angebote für Wanderungen und Naturerlebnisse.
| Black Sheep Trading Post |
Erwähnenswert wären für uns zwei Veränderungen, die wir im Ort Burwash Landing antrafen. Zum einen waren an der 1944 eröffneten katholischen Missionskirche „Lady of the Rosary Church“ , die wir vor zwei Jahren in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand antrafen. Zwischenzeitlich wurden einige kleinere Renovierungsmaßnahmen durchgeführt.
| Die kath. Missionskirche in der Gründerzeit |
Zum zweiten wurde das zweistöckige Gebäude der ehemaligen Alaska Highway Lodge, „Burwash Landing Resort“, ursprünglich 1904 von den Brüdern Jacquot als Handelsposten gegründet, nach jahrelangem Leerstand in den Jahren 2025/26 endgültig abgerissen und komplett "entsorgt".
| So stand das Gebäude noch im Jahr 2024 |
| Getrennt sortiert |
Die Straßenmeisterei versucht die Löcher mit etwas Heißasphalt zu flicken, doch dies hält nicht lange. Großflächige Reparaturen werden nur mit einer dünnen Schicht Asphalt mit Schotter darüber getätigt. Der Schotter soll sich in den Asphalt eindrücken, doch die Bodenunebenheiten werden dadurch nicht ausgeglichen.
Zur Vorbereitung der Straßenreparatur wird oft versucht, den Schotterboden zu verdichten, einzuschlämmen. Eine Passage mit dem Auto durch solch eine Baustelle zieht zwangsläufig eine Autowäsche nach sich.Allerdings auch nachdem man diese fertigen Streckenabschnitte in respektablem Abstand (wegen möglichem Steinschlag) zum Vordermann hinter sich gebracht hat.
In Beaver Creek suchten wir wieder einen guten Bekannten auf, Sid van der Meer. Er kam 1960 aus den Niederlanden in das Yukon Territory - und blieb. Er sammelte im Laufe der Jahrzehnte vieles aus dem Bereich "Alaska Highway" und betreibt ein eigenes kleines Museum, was er uns auch dieses Jahr wieder gerne zeigte - insbesonders die "Neuzugänge". Neben vielen anderen Leidenschaften gehört zu ihm das Sammeln von ALTEN Autos. Wenn diese nicht mehr fahrbereit sind, macht er sie fahrtüchtig und poliert außerdem noch ihr Äußeres und das Innere auf.
Seine neueste Errungenschaft: ein klassischer viertüriger Mercury Eight Sedan (Baujahr ca. 1939), hier mit geöffneter Motorhaube, da die Batterie gerade geladen wurde.
Dieses Fahrzeug zeichnet sich durch geschwungene Kotflügel, Weißwandreifen und das typische Vorkriegs-Design der Ford-Luxusmarke aus.
Übrigens: ALLE seine Fahrzeuge sind fahrbereit. So ist es nicht verwunderlich, wenn der 89jährige Sid van der Meer während des Sommerhalbjahres täglich mit einem anderen Fahrzeug zu seiner Arbeitsstelle in das "Visitor Information Center" ↗ in Beaver Creek fährt.
Auch in diesem Jahr waren wir während der gesamten Fahrt erneut von der bergigen, abwechslungsreichen und beeindruckend weiten Landschaft begeistert.