Samstag, 5. September 2026

Goldbergwerke in der Region von Stewart

Stewart hatte nicht nur zur Zeit des Goldrausches um die Jahrhundertwende von 1900 eine „Goldbergbau-Hoch-Zeit“ erlebt, sondern spielt auch im heutigen Minen- Bergbau-Geschäft noch eine Rolle. Dafür sind zwei Faktoren von Bedeutung. Zum Einen ist Stewart über den Highway 37 A ganzjährig per Straße erreichbar und zum Zweiten verfügt Stewart über einen eisfreien Tiefsee-Hafen am Portland Kanal. So ist der Transport von in der Region abgebauten Gold haltigen Gesteinen zur Weiterverarbeitung jederzeit möglich.
Das nach Stewart transportierte, Gold enthaltende Gestein wird in großen Hallen im Hafen gelagert und in mehrwöchigen Abständen anschließend von großen Frachtschiffen abgeholt.
Lagerhallen
Lagerhallen in Stewart
Verladestation
Verladeanlage in Stewart
Lager
Lager und Verladestation, von Hyder (Alaska) aus gesehen
Immerhin verdankt der Ort seinen Namen der Zeit der ersten Goldsucher. Die Brüder Robert und John Stewart, beide Goldsucher, eröffneten 1905 das Postamt des bis dahin noch namenlosen Ortes und benannten ihn nach ihrer Familie. Über Jahrzehnte war Stewart anschließend für mehrere, sehr ergiebige Goldminen bekannt – allen voran die 25 Kilometer nordwestlich von Stewart liegende „Premier Mine“, in der allein von 1918 bis 1952 über 65.000 Kilogramm Gold (2,3 Millionen Unzen) und zusätzlich noch eine riesige Menge an Silber abgebaut wurden.
Stewart liegt am südlichen Ende des sogenannten „Golden Triangle“ (goldenes Dreieck). Darunter versteht man ein extrem bergiges Gebiet mit vielen Gletschern, das sich von Stewart Richtung Norden bis nach Dease Lake (Telegraph Creek) erstreckt und das als eines der mineralien- und edelmetallhaltigsten Gebiete der Erde eingestuft wird.
Goldenes Dreieck
Das goldene Dreieck 
Foto in Museum von Stewart
Dementsprechend arbeiten aktuell Goldminen-Betriebe in der Region – entweder aktiv oder in der Planungsphase. Die wichtigste ist seit 2017 die 65 Kilometer nördlich entfernt liegende „Brucejack-Mine“, die hunderte von Mitarbeitern im Zweiwochenrhythmus in einem Camp beschäftigt. Die 80 Kilometer entfernte „Eskay Creek – Mine“ hat bereits alle Genehmigungen für den Produktionsstart von der Regierung in British Columbia erteilt bekommen und wird in den nächsten Jahren mit dem Gold-Abbau starten.
Im Museum in Stewart bekamen wir erklärt, dass die Minen in der Region von Stewart nach dem „Hard Rock Mining“-Prozess (Hartgesteinsabbau) arbeiten. Der Unterschied dazu ist der sogenannte Seifenbergbau oder das „Placer Mining“. Bei dieser Methode wird Gold getrennt, das mit Sand, Kies und Erde gemischt ist.
Museum
Das besuchenswerte Museum in Stewart
Jeder von uns kennt die Gold-Pfanne, mit dem der Goldsucher versucht, die Goldteilchen aus dem Gemisch von Sand und Kies abzutrennen, "herauszuwaschen". Das „Placer Mining“ kommt in Regionen mit Wassernähe zum Einsatz. Beim Hartgesteinsabbau versucht man an Gold heranzukommen, das in festem Gestein eingeschlossen ist - die Methode, die in der Region von Stewart angewendet wird. Nach Testbohrungen, teilweise in großen Tiefen, werden Tunnel angelegt und die goldhaltigen Gesteinsadern „untertage“ abgebaut, anschließend zerkleinert und dann zur Weiterverarbeitung abtransportiert.
Als Besucher bekamen wir von dem Gold-Bergbau zumindest mit, dass den ganzen Tag über Hubschrauber mit Material und Personen zu den abgelegenen Minen unterwegs sind und dass unentwegt große LKW mit dem zerkleinerten Gold-Gestein Richtung Hafen fahren.

Weiterführende Informationen:
https://www.canadianminingjournal.com/news/gold-silver-benchmark-drills-52-g-t-au-
and-846-g-t-ag-over-3-metres/
https://operations.newmont.com/canada/brucejack-canada/
https://www.stewartbcmuseum.com/
https://www.canadianminingjournal.com/news/doing-some-digging-the-lively-life-
times-of-stewart-bc/


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