Donnerstag, 11. September 2025

Die Laternen in der Rue Cartier in Quebec

Wir orientierten uns in Quebec an der Grande Allée, um dort zunächst bis zum Kunstmuseum der Stadt, dem „Musée national des beaux-arts du Quebec“, und der benachbarten „plaines d’abraham“↗ (Abraham-Ebene) zu fahren. Unser eigentliches Ziel war die Rue Cartier im Montcalm-Viertel. Sie mündet beim Museum in die Grande Allée.
Musée
Zunächst einige kurze Informationen zu der „plaines d’abraham“, benannt nach dem ehemaligen Besitzer dieses Gebietes, dem Fischer Abraham Martin (1589-1664).
Heute befindet sich hier ein großer Stadtpark von Quebec mit zahlreichen Freizeitangeboten. Jedoch im Jahr 1759 fand hier eine entscheidende Schlacht zwischen den Franzosen unter General Louis-Joseph de Montcalm (1712-1759) und den Engländern unter General James Wolfe (1727-1759) statt. Beide Generäle fanden übrigens in dieser Schlacht den Tod. Die Engländer siegten und damit war die französische Herrschaft in Nouvelle France nach vielen jahrelangen Kämpfen und  Auseinandersetzungen endgültig beendet.

In der Rue Cartier besuchten wir die dortige Laternen-Installation, ein Projekt des Kunstmuseums von Quebec und dem Stadtviertel „Montcalm“. Die Straße selbst trägt ihren Namen wegen einer weiteren historischen Persönlichkeit, dem Entdecker Jacques Cartier (1491-1557).
laternen
Das sehenswerte Kunst-Projekt startete im Jahr 2015 unter dem Motto „lumière sur l’art“. Für die technische Herstellung war die Firma „Lightemotion“ aus Montreal zuständig. Zwischenzeitlich wurde die ursprüngliche Laternen-Version von 2015 bereits neunmal in neuen Variationen präsentiert mit immer neuen Künstler-Gruppen, die die Motive für die Lampenschirme entwerfen.
Man bewegt sich hier gewissermaßen in einer künstlerischen Freiluft-Galerie durch die Rue Cartier und passiert insgesamt 34 überdimensionierte Lampenschirme.
lampen
Die runden Lampenschirme haben einen Durchmesser von 2,30 Meter und eine Höhe von 1,50 Meter. Es hängen jeweils zwei Lampenschirme an fünf Meter hohen, im Boden verankerten Metall-Strukturen. Beleuchtet werden sie durch innenliegende LED-Streifen.

Wir durften nun im Jahr 2025 bei der Kunst-Installation der Lampenschirme eine Interpretation zum Thema „The Glow Gatherers“ bewundern. Hierbei sollen sich Meereswelt und Land-Welt sowie Tag und Nacht überlagern und Gegensätze, aber auch Gleichgewichte, gezeigt werden. Alle Bilder sollen in diesem Zusammenhang zum Nachdenken über Ökosysteme anregen.
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Die Motive zeigen Gestalten, die halb marin und halb irdisch sind und in Landschaften und Wasserwelten schweben.
So gibt es „Weltraumotter“ oder „Hasenmenschen“, die inmitten von Seeanemonen
und Quallen treiben oder neben roten Blumen schweben.
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Da konnten wir „Unterwasserspechte“ oder Moorhuhn-Gestalten inmitten von Korallen als Motive auf einem Lampenschirm entdecken.
Da tummelten sich Füchse mit Schmetterlingen oder eine „Laternenfisch-Gestalt“ inmitten von Blütenpflanzen auf den nächsten Laternen.
Originell fanden wir auch die Gestaltung eines Schirmes, wo im Hintergrund ein Seeotter zu entdecken war, während im Vordergrund zahlreiche Heuschrecken herumhüpften.

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Viele weitere Tiere wie Aale, Bären, Kolibris, Frösche, Seepferdchen oder Reiher, phantasievoll gestaltet, zierten die Laternen.
Alle Lampenschirme regen nicht nur zum Nachdenken an, sondern sie sind bunt und ansprechend.
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Unser abschließendes Fazit: Diese riesigen Lampenschirme sind nicht nur originell, sondern sie spiegeln den kreativen Geist wider, der im Künstlerviertel Montcalm möglichst lebendig präsentiert werden soll. Auch wenn sie am Abend mit voller Beleuchtung eine ungewöhnliche Atmosphäre entstehen lassen sollen, die wir nicht gesehen haben, sind sie tagsüber ebenfalls sehenswert.
Lampen

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Lampen

Dienstag, 9. September 2025

The World’s Largest Axe

Knapp 65 Kilometer hinter der Hauptstadt von New Brunswick, Fredericton, erreichten wir auf dem Trans-Canada-Highway NB-2 E den Ort Nackawic , der am Saint John River liegt und zurzeit 950 Einwohner hat.
Der Ort entstand erst 1976, als durch den Bau des Mataquac Dammes Ende der 1960er Jahre mehrere ehemalige Ortschaften der Region überflutet wurden und mit der Errichtung von Nackawic ein neuer Wohnort für die Menschen entstand.
Der Mataquac Damm staut den Saint John River und erzeugt etwa 20 Prozent des Strombedarfs der Provinz New Brunswick.
Sowohl Nackawic als auch Mataquac sind Worte aus der Sprache der hiesigen am Saint John River beheimateten First Nation, den Maliseet, und beziehen sich auf Flüsse der Region (gerader Bach und Langer Arm).
Nackawic ist Kanada weit bekannt, weil man hier direkt am Fluss die „größte Axt der Welt findet.
Größte Axt
Diese Skulptur ist hier errichtet worden, nachdem die Gemeinde 1991 aufgrund ihrer intensiven Forstwirtschaft zur Forst-Hauptstadt von Kanada ernannt wurde. In der Region um Nackawic waren Holzfäller bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts aktiv.
größte Axt
Auch heute noch ist die Forstwirtschaft der wichtigste Arbeitgeber der Region. Das hier gefällte Holz wird direkt in einer hiesigen Zellulose-Fabrik verarbeitet. Man hat sich auf die Herstellung von einem Spezialzellstoff, einer Zellulose, spezialisiert, der in der Textilindustrie für Viskose-Fasern verwendet wird.
Zellulosefabrik
Die riesige Axt wurde also im Rahmen der Ehrung des Ortes als „Forsthauptstadt“ entworfen und im Mai 1991 aufgestellt. Auf einem rund Betonsockel mit einem Durchmesser von 10 Metern steht die 15 Meter hohe Edelstahl-Axt. Ihr Axt-Kopf ist sieben Meter breit und die gesamte Edelstahl-Skulptur wiegt 55 Tonnen.
Auf einer Tafel vor der „weltgrößten Axt“ konnten wir folgende Inschrift lesen:
"Diese riesige Axt symbolisiert die Bedeutung der Forstwirtschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für die Stadt Nackawic und die Provinz New Brunswick.”
Entsprechend dieses Zitates hat man im Axt-Kopf eine Zeitkapsel eingebettet.
grösste-axt

Donnerstag, 4. September 2025

Von North Sydney nach Louisbourg

In North Sydney, gelegen auf Cape Breton Island, waren wir mit der Fähre aus Neufundland angekommen und hatten dort erst einmal übernachtet.


Am nächsten Tag fuhren wir zunächst etwa 30 Kilometer auf dem Bradfield Highway nach Sydney, wo wir uns die weltgrößte „Fiddle (Geige), the „World’s Largest Fiddle, anschauten.
Fidel

Sie steht direkt im Hafen von Sydney am Kreuzfahrt-Pavillon. Der „Joan Harriss Cruise Pavillon“ an der Uferpromenade ist zu Ehren von Joan Harriss (1919-2001) benannt, einer Bürgerin von Sydney, die sich viele Jahre ehrenamtlich für die Entwicklung des Hafens einsetzte.
Die Fiddle wurde 2005 von einem Künstler aus Sydney, Cyril Hearn, angefertigt, der vor allem seine Erfahrungen als Schweißer bei der Herstellung dieser großen Stahl- Skulptur nutzen konnte. Die Geige und der dazugehörige Bogen haben eine Höhe von 18 Metern (60 feet) und wiegen zusammen acht Tonnen. Sie wurden aus massivem Stahl gefertigt und anschließend lackiert.
Mit dieser „Fiddle“ möchte die Stadt Sydney eine wichtige kulturelle Strömung in der Region vom Cape Breton ehren. Es geht um die schottisch-keltische Violinen-Musik, die seit 200 Jahren hier in einem besonderen Stil musiziert wird.
Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts geschah die sogenannte „Clearance“ in den schottischen Highlands. Damals wurde die schottische Bevölkerung von den englischen Grundbesitzern mit Gewalt von Haus, Hof und Land vertrieben. Die meisten Schotten wanderten danach aus und viele
siedelten sich in Nova Scotia an. Sie brachten damals ihre Musik mit, insbesondere ihre Art Geige zu spielen. Während der spezielle Fiddle-Musikstil im schottischen Mutterland heute fast verschwunden ist, blieb er am Cape Breton erhalten.

Als wir an der "Fidel" ankamen, hatte gerade ein riesiges Kreuzfahrtschiff angelegt und Tausende von Kreuzfahrt-Touristen strömten uns entgegen.
Kreuzfahrtschiff

Anschließend fuhren wir auf dem Highway NS-4 W für weitere 20 Kilometer nach Norden, um den Ort Glace Bay an der Küste vom Cape Breton zu besuchen.
Marconi
 Marconi National Historic Site
Hier befindet sich die Marconi National Historic Site und zwar in einem Küstenbereich, der Table Head genannt wird. Die Region selbst ist flach, die Klippen zum Atlantik gehen von hier aber steil nach unten, teilweise mit einer Höhe bis 20 Meter.
steile klippen
Der italienische Physiker und Erfinder Guglielmo Marconi ↗ (1874-1937) veranlasste im Jahr 1902 am Table Head den Bau von vier hölzernen Antennentürmen mit einer Höhe von 60 Metern sowie den Bau einiger kleinerer Gebäude, in denen die elektrische Ausstattung untergebracht wurde. Marconi plante, von diesem Ort elektrische Wellen bzw. elektromagnetische Impulse über den Atlantik nach England zu senden, um diese neue Art der Kommunikation, die Telegrafie, möglichst bald in einem größeren Umfang nutzen zu können.
Marconi
Vom Table Head wurden ab Dezember 1902 Funknachrichten nach England gesendet, wobei sich bei der Übermittlung tagsüber Probleme ergaben. Trotzdem konnten Marconi und sein Team viele Erfahrungen sammeln und die Erfolge der drahtlosen Technologie mit Hilfe verbesserter Geräte täglich steigern. In dieser Phase wurde beispielsweise auch der erste Funkverkehr zwischen Schiffen an der
kanadischen Atlantikküste und dem Festland eingerichtet.
Marconi
Wir hatten auf unserer bisherigen Reise bereits eine Marconi-Ausstellung im Cabot Tower auf dem Signal Hill in St. John’s, Neufundland, angeschaut. Dort hatte Marconi im Dezember 1901 das erste Mal aus England gesendete Nachrichtensignale empfangen – allerdings rudimentär.
Für eine Verbesserung des Empfangs verlegte Marconi die Anlage vom Table Head im Jahr 1905 nach Port Morien, das sich fünfzehn Kilometer entfernt in südöstlicher Richtung an der Küste befindet. Die Anlage in Port Morien, genannt Marconi Wireless Station, wurde bis 1946 betrieben.

Leider hatte das zu der historischen Stätte in Glace Bay gehörende Museum, das von Parks Canada betrieben wird, im Jahr 2025 nur im Juli und August geöffnet. So konnten wir Anfang September dort lediglich die Außenanlagen besichtigen.
Betonfundamente
nur noch einige Betonfundamente erinnern an die Marconi-Station
Betonfundamente
einblick
Blick in das Visitor-Centre mit einem Modell der
ehemaligen Sende - Empfangsanlage.
wireless

Von Glace Bay fuhren wir auf dem Highway 22-S über eine Strecke von 50 Kilometern weiter an die nördliche Ostküste von Nova Scotia – nach Louisbourg, wo wir am nächsten Tag die nationale historische Stätte, die Festung Louisbourg, besuchen wollten.

Montag, 1. September 2025

Unsere Rückfahrt beginnt

Da wir Neufundland mit einer Autofähre nach Nova Scotia verlassen mussten, stand uns zunächst die Rückfahrt von St. John’s an der Ostküste nach Port aux Basques an der südlichen Westküste, dem Fährhafen, bevor. Für diese Strecke, die uns komplett den Trans-Canada Highway entlang führte, mussten wir etwa 900 Kilometer zurücklegen. Wir planten dazu drei Übernachtungen ein.
Da wir diese Strecke auf der Hinfahrt schon ausführlich beschrieben hatten, sollten für die Rückreise nur noch einige kleine Ergänzungen angefügt werden.
Fasziniert waren wir von den schnellen Wetterwechseln. Eine lange Strecke mussten wir durch so dichten Nebel fahren, dass wir die Autos vor uns fast nicht erkennen konnten.
Nebel
Die Wolken hingen tief
Kaum zuerkennen
Von der Landschaft ist nur noch wenig zu erkennen
Gegenverkehr
und vom Gegenverkehr auch nicht mehr viel
Kurz danach ging es allerdings wieder bei strahlendem Sonnenschein weiter.
freie sicht
Wolken
den Wolken entgegen
Seenlandschaft
Auch die Landschaft rechts und links des Highways 
war wieder gut zu sehen
Auf jeden Fall blieben uns größere Unwetter erspart, denn am Tag nach unserer Abfahrt in St. John’s gab es dort einen schweren Sturm mit sehr niederschlagsreichen Gewitterschauern.
Wir passierten erneut den "Terra Nova Nationalpark", der uns dieses Mal mit der Sonneneinstrahlung aus südlicher Richtung ganz andere Bildeindrücke ermöglichte.
NP
Wald
Dicht zusammen stehen die Nadelbäume
Nadelbäume
Espen
Kurz vor dem Ort Gambo, fuhren wir an Joey’s Lookout vorbei, ein schöner Rastplatz. Hier geht es um die Erinnerung an eine wichtige Persönlichkeit aus Neufundland – Joey Smallwood (1900-1991), der in Gambo geboren wurde. Er war der erste Premierminister der Provinz Neufundland nach dem Beitritt zur kanadischen Konföderation im Jahr 1949.
Joey
Grand Falls-Windsor sollte wieder unser Übernachtungsort werden, wo wir bereits auf der Hinfahrt Station gemacht hatten.
Grand Falls-Winsor
Am nächsten Tag hätten wir den einen oder anderen interessanten Abstecher in die jeweiligen kleinen, nördlich gelegenen Halbinseln unternehmen können, aber das ließ leider unser Zeitplan nicht zu, denn die Fähre war ja gebucht!
Unseren nächsten Übernachtungsplatz erreichten wir in Corner Brook. Dieses Mal sahen wir uns hier noch den „Old Man in the Mountain“ an. Die Legende sagt, dass hier unter dem Berg ein Schatz begraben sein soll, den dieser "Alte Mann im Berg" bewacht.
Nun, man benötigt schon ein bischen Phantasie und muss zudem noch genau wissen, wo man das Profil des Gesichtes im Berg suchen soll.
Alter Mann
Für uns viel erfreulicher und historisch "ergiebiger" war die Besichtigung des berühmten Heritage Trees (dazu gesonderter Bericht).
Heritage Tree
In der Stadt Corner Brook ergänzten wir auch unsere Vorräte für die Weiterfahrt. Am nächsten Tag hatten wir dann noch 190 Kilometer Richtung Süden bis zum Campingplatz in Codrey Valley vor uns.
Codry Valley
Dies ist einer der schönsten Plätze, die wir auf unserer gesamten Reise nutzten. Bei strahlendem Sonnenschein an der neufundländischen Küste legten wir dort unsere letzte Pause dieser Etappe ein.
Da es von Codrey nur 40 Kilometer bis Port aux Basques sind, konnten wir diese Strecke gemütlich vor der Abfahrt der Fähre zurücklegen.
letzte berge
So ordneten wir uns am Folgetag für die Fährüberfahrt nach North Sydney (Nova Scotia) in die Warteschlange ein, um anschließend bei ruhiger See und herrlichem Sonnenschein sechseinhalb Stunden die "Cabot-Straße" zu überqueren.
Fähre
Port aux Basques
Letzter Blick auf Port aux Basques - Neufundland

Sonntag, 31. August 2025

Bemalte Steine in Neufundland

Neufundland hat eine einmalige Geologie, wie wir es bei unseren Besichtigungen (z.B. der Tableland↗,  bei Museumsbesuchen, z.B. Johnson Geo-Center , und während unseren Fahrten durch die gesamte Insel beeindruckend vor Augen geführt bekamen.
So wollten wir zum Abschluss unseres Besuches in Neufundland noch einmal ein paar Bilder zu Steinen zeigen, aber in diesem Fall zu „bemalten Steinen“.
Auf der ganzen Insel begegneten uns die kleinen und großen Kunstwerke am Straßenrand und in Vorgärten immer wieder, teilweise erheiterten sie uns und teilweise konnten wir sie nur bestaunen.
Hier sind ein paar besonders schöne Exemplare.
Leuchtturm
Eisberge
Pinguin
Haus
Wasserfall