Auf unserer Fahrt von Delta Junction nach Valdez begleitete uns auf der gesamten Strecke die „Alyeska Pipeline“ ↗, meistens über- und manchmal auch unterirdisch.
| oberirdisch durch ein Flussbett |
| unterirdisch mit Kühlelementen |
Das Wort „Alyeska“ stammt aus der Sprache der Aleuten, einer indigenen Gruppe aus Alaska, und bedeutet „Großes Land“. Da diese Trans-Alaska-Pipeline tatsächlich in Nord-Süd-Richtung über 800 Meilen (1.287 Kilometer) den gesamten Bundesstaat durchquert, entschied sich die Betreibergesellschaft, die Alyeska Pipeline Service Company, für diesen Namen.
| Die Pipeline durchquert ganz Alaska |
Der Bau der Pipeline dauerte drei Jahre (von 1974 bis 1977) und es wurden dafür knapp acht Milliarden US-Dollar investiert, bis sie im Juli 1977 in Betrieb genommen werden konnte.
Sie beginnt im Ort Prudhoe Bay in der nördlichen Region North Slope (Nordhang). In dieser Tundra-Landschaft fallen die Berghänge der dortigen Bergkette (Brooks Range) weitläufig bis zum Arktischen Ozean ab und sie erstreckt sich mehr oder weniger über den gesamten Norden von Alaska. Bei Prudhoe Bay wurde im Jahr 1968 ein riesiges Erdölvorkommen entdeckt und zwangsläufig stellte sich die Frage, wie man dieses Öl am kostengünstigsten in den eisfreien Süden transportierten könnte. So entschied man sich für den Bau der Pipeline.
Der Rohrdurchmesser der Pipeline beträgt 48 Inch (1,22 Meter). Es handelt sich um Stahlrohre, die bei oberirdischer Verlegung zusätzlich mit Isoliermaterial ummantelt sind als Schutz gegen den Permafrost.
| Am Informationszentrum in Delta Junction werden die unterschiedlichen Querschnitte der verlegten Rohre ausgestellt. |
Auf der Hälfte der Strecke verlaufen die Rohre oberirdisch und werden hier von 78.000 Vertikalträgern gestützt. Diese Stützfeiler sind zum Teil mit Ammoniak gefüllt. Diese Füllung wirkt wie ein passives Kühlsystem und verhindert, dass das warme durchfließende Öl (30° bis 35°) den gefrorenen Boden auftaut, was zu einem Absacken der Pipeline führen würde.
Die Rohre sind in Zick-Zack-Form verlegt, da man sich so einen Schutz gegen Erdbeben und Temperaturschwankungen erhofft. Es wird nur Rohöl in dieser Pipeline transportiert!
Das Rohöl wird heute auf der gesamten Strecke nur noch über vier Pumpstationen ↗ weitergeleitet. Ursprünglich plante man zwölf Pumpstationen, von denen anfänglich dann elf genutzt wurden. Heute hat man dies auf vier reduziert.
| Pumpstation 12 wurde im Jahr 2005 außer Betrieb genommen |
Die Pipeline endet in dem eisfreien Hafen in Valdez, was für den ganzjährigen Weitertransport wichtig ist. Dort befindet sich das „Valdez Marine Terminal“, wo das Rohöl in großen Tanks gelagert wird, bevor es anschließend in Öltanker zum Weitertransport verladen werden kann. Der Terminal verfügt über 18 große Öltanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils über 80 Millionen Litern (510.000 barrels).
| Blick von Valdez auf die gegenüberliegende Fjordseite mit den Öllagertanks und dem Verladehafen. |
Nach dem großen Umweltunglück des Öltankers „Exxon Valdez“ ↗ im Jahr 1989 entschied man sich einen „Lotsenboot-Begleitservice“ einzurichten. Der damals gerade beladene Tanker war kurz nach seiner Abfahrt mit einem Riff kollidiert und es liefen über 40 Millionen Liter Rohöl in den Prince William Sound, was jahrelange schlimme, ökologische Folgen für die Natur und die dortigen Tiere bedeutete. Heute wird jeder Tanker bis zum offenen Meer von zwei Booten des „Ship Escort Responce Vessel Systems“ ↗ begleitet.
Auf jeden Fall haben wir bei unseren Beobachtungen an verschiedenen Stellen der Pipeline - zumindest für uns - erneut interessante Erkenntnisse gewonnen, hatten wir der Pipeline doch bereits im Jahr 2018 ein Stück auf dem Dalton Highway nach Norden bis zum Artic Circle folgen können.
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